Alba Berlin

Spielmacher Price sieht Entlassung professionell

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Theo Breiding

Alba Berlin hat seinen Spielmacher Hollis Price mit sofortiger Wirkung entlassen. Ist der 31-Jährige ein Bauernopfer oder nur Schritt eins eines Austauschs beim Basketball-Bundesligisten?

Er fuhr nicht mehr mit nach Quakenbrück, der Platz im Mannschaftsbus von Hollis Price zum Pokal-Viertelfinale am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr) bei den Artland Dragons blieb leer. Alba hat sich vor diesem Alles-oder-Nichts-Spiel und zwei Tage nach dem blamablen Auftritt beim 64:76 gegen Bonn mit sofortiger Wirkung von seinem 31-jährigen US-Spielmacher getrennt.

„In der Situation, in der der Klub derzeit ist, gehen einem natürlich viele Optionen durch den Kopf, etwas zu ändern“, sagt Price, dem Geschäftsführer Marco Baldi die Entscheidung am späten Montagabend telefonisch mitgeteilt hatte. „Und eine dieser Optionen war natürlich, dass ich gehen muss.“ So sei das Geschäft, sagt Albas ehemaliger Spielmacher ruhig. „Wenn Resultate fehlen, muss jemand gehen, ich hoffe, dass diese Entscheidung jetzt auch gut für die Mannschaft ist.“

Dass sich der Konkurrenzdruck auf der Spielmacher-Position verschärfen würde, war nach der Verpflichtung von Heiko Schaffartzik Anfang Januar klar. Zu dieser Zeit stand Price bei Ex-Trainer Luka Pavicevic schon einmal auf der Kippe. Was immer da war, schien nach dem Trainer-Wechsel ausgeräumt. In allen vier Spielen unter Muli Katzurin stand Price in der Startformation, spielte gegen Panellinios 21:21, in Trier 25:08, in Sevilla 4:25 und gegen Bonn 11:42 Minuten. Jetzt sagt Katzurin: „Wir haben entschieden, uns von Hollis Price zu trennen, da uns nur diejenigen Spieler weiterhelfen, die sich voll für unser Programm aufopfern.“ Teammanager Mithat Demirel fügt hinzu: „Wir haben seit Beginn der Saison sehr viel Geduld mit Hollis gehabt. Wir brauchen aber Spieler, die kontinuierlich die letzte Bereitschaft zeigen, die bevorstehenden Aufgaben zu erfüllen.“

Ein ungewohnter neuer Zungenschlag beim sonst auf gute Umgangsformen bedachten Klub. Dass sich Price nicht mit Albas Zielen identifiziert haben könnte, erscheint nach seinem ersten Gastspiel in Berlin (2005/2006) unwahrscheinlich. Vielleicht hat er ja nur den Weg dahin zu oft kritisiert? Von außen besehen wirkt der geschasste Price wie ein Bauernopfer, denn nach der Blamage gegen Bonn hätte es fast jeden im Team treffen können. Es könnte aber der erste Teil eines Austauschs sein. Gut möglich, dass Alba noch einen Nachfolger verpflichtet. Die Transferliste ist bis Ende des Monats offen. Wovon wohl auch Hollis Price profitieren wird: „Ich werde vielleicht gar nicht nach Hause nach Houston fliegen, sondern versuchen, möglichst schnell eine neue Mannschaft zu finden.“