Basketball

Albas neuer Coach startet mit einem Sieg

Die Berliner Basketballer haben ihrem neuen Trainer Mulin Katzurin einen Einstand nach Maß beschert. Im Basketball-Eurocup gewann Alba 68:65 gegen Panellinios Athen - und wahrte damit die Chance auf das Viertelfinale.

Foto: dpa / dpa/DPA

Muli Katzurin betrat am Donnerstagabend um 19.48 Uhr erstmals als Albas Cheftrainer das Parkett der O2 World, in dunklem Anzug und blauweißer Krawatte. Kurz vor Spielbeginn schüttelte er Gästetrainer Thanasis Skourtopoulos, wie es guter Brauch ist, die Hand. Als er es knapp zwei Stunden später erneut tat, nahm er die Glückwünsche des Coaches von Panellinios Athen entgegen. Alba gewann das erste Spiel unter dem israelischen Coach und das erste Heimspiel der Top 16 des Eurocups 68:65 (31:37). Ein hartes Stück Arbeit, mit dem sich die Berliner nach der 71:75-Auftaktniederlage vergangene Woche in Treviso die Chance auf das Viertelfinale bewahrten. Alba Geschäftsführer Marco Baldi fand es nach der engen Schlussphase „großartig, in der Situation, in der wir sind, mit einem Sieg zu starten“.

Alba begann mit Hollis Price, Julius Jenkins, Immanuel McElroy, Sven Schultze sowie Derrick Allen, und das Quintett setzte anfangs um, was Katzurin zuvor an Neuerungen und als seine Philosophie angekündigt hatte. Die Mannschaft verteidigte extrem giftig, auch schon in der gegnerischen Hälfte, und erzwang bereits in der ersten Halbzeit 15 Ballverluste der Gäste (Alba: 6). Die Berliner brachten den Ball auch schneller unter den gegnerischen Korb als zuvor unter dem vergangene Woche beurlaubten Luka Pavicevic. All das reichte aber nur dazu, die Partie im ersten Viertel eng zu halten. Nach einem 2:7 (3.) brachte Allen sein Team erstmals in Führung (9:7/5.), aber Panellinios blieb durch die beiden Amerikanern Steven Smith und Torin Francis gefährlich. Nach der 14:11-Führung durch Jenkins lag Alba nach zehn Minuten 15:19 zurück.

Katzurin verfolgte das Spiel mal mit den Händen in den Hosentaschen, mal das Kinn nachdenklich abstützend, und er sah, dass seine Spieler zunehmend Probleme mit den Distanzwürfen bekamen. Ob von Marko Marinovic, Heiko Schaffartzik oder Jenkins – kein Dreier saß. Nachdem Tadija Dragicevic zum 25:23 getroffen hatte, gelang Alba in den folgenden viereinhalb Minuten nicht ein einziger Punkt. Die Gäste machten es besser: ein Dreier durch Smith, sechs Punkte vom rustikal spielenden Joseph Krabbenhoft – Alba lag 27:37 (18.) zurück. Dann endlich traf Dragicevic Albas ersten Dreier der Partie, 31:37 zur Pause. Das Reboundduell hatten die Berliner klar mit 14:24 verloren, die Dreierquote wie besprochen schlecht (13 Prozent), auch bei den Freiwürfen war noch Luft nach oben (60 Prozent).

Als Manolis Papamakarios und Smith gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit zwei schnelle Dreier zum 31:43 (23.) trafen, wurde die Sache brenzlig, was auch der Körpersprache Katzurins anzusehen war. Jetzt gestikulierte er mit weit ausgestreckten Armen, rief Anweisungen aufs Feld. Nach einer Auszeit, die Albas neuer Coach beim Stand von 38:50 (25.) nahm, war dann eine weitere Neuerung zu sehen. Die Berliner spielten nicht mehr Mann gegen Mann, sondern mit einer Raumverteidigung. Das hatten die Fans in der O*World und auch zuvor in der Max-Schmeling-Halle schon lange nicht mehr gesehen. Panellinios war scheinbar genauso überrascht wie die Berliner Zuschauer, Alba kam durch Jenkins, McElroy und Allen bis auf 48:51 heran (29.), bevor Papamakarios den Gästen mit einem weiteren Distanzwurf wieder etwas Luft verschaffte – 50:56 nach dem dritten Viertel.

In den letzten Abschnitt starteten beide Mannschaften mit unbändigem Willen, kein Ball wurde verloren gegeben, alle mussten sich ihre Würfe mit letzter Energie erarbeiten. Dragicevic und Allen schafften in fünf zähen Minuten den Ausgleich – 56:56, dann brachte Price mit einem Dreier die Berliner in Führung (59:56). Den Griechen gelang im letzten Viertel der erste Punkte nach 6:08 Minuten, Marinovic legte aus der Distanz nach (62:57), die Partie war gekippt.