Basketball

Wie Muli Katzurin Alba den Erfolg bringen will

Die Basketballer von Alba Berlin bekommen von ihrem neuen Trainer eine neue Philosophie eingebläut: Er legt sehr großen Wert darauf, dass schnell gespielt und früher attackiert wird.

Wer immer sich am Donnerstag zu Albas zweitem Spiel in den Top 16 des Eurocups auf den Weg in die O2 World (20 Uhr) macht, wird auf jeden Fall einen interessanten Abend erleben. Natürlich auch, weil Berlins Basketballteam nach dem 71:75 vergangene Woche bei Benetton Treviso heute gegen Panellinios Athen gewinnen muss, um sich die Chance auf das Viertelfinale zu erhalten. Mit noch viel größerem Interesse wird allerdings das Debüt von Muli Katzurin an der Seitenlinie der Berliner erwartet. Was macht er anders als sein Vorgänger Luka Pavicevic, der vergangenen Freitag beurlaubt wurde? Wer wird spielen? Oder hatte der Coach, der erst seit Montag in Berlin ist, vielleicht gar nicht die Zeit, Albas Spiel seinen Stempel aufzudrücken?

„Es war anstrengend“, sagt Kapitän Patrick Femerling auf die ersten Trainingseinheiten unter Katzurin zurückblickend. „Und es wurde gleich klar, dass er eine andere Philosophie hat als Luka. Wir sind unheimlich viel gelaufen. Er legt sehr großen Wert darauf, dass wir schnell spielen und früher attackieren.“

Die Mischung zwischen Altbewährtem und Neuerungen, mit denen er das Spiel seiner Mannschaft verbessern zu können glaubt, konnte Katzurin in zweieinhalb Tagen unmöglich allein finden. Einer, der ihm dabei half, ist Konstantin Lwowsky, der schon seit Henrik Rödls Zeiten (2005) Albas Assistenzcoach ist. Und er wird es auch bleiben, obwohl es ja nicht ungewöhnlich gewesen wäre, wenn der Cheftrainer seinen eigenen Stab mitgebracht hätte. „Wir sind eigentlich, auch als die Verpflichtung noch in der Schwebe war, nicht davon ausgegangen, dass er jemanden mitbringt“, erzählt Lwowsky. Gewissheit, dass er auch weiterhin bei Alba in Lohn und Brot stehen würde, hatte er aber erst bei der ersten persönlichen Begegnung. „Er kam ins Trainerzimmer und hat sich zu allererst bei uns bedankt, dass wir geblieben sind.“

Eine typische Bewegung Katzurins, der den alten und neuen Stab der Assistenten, Betreuer und Physiotherapeuten „erstklassig“ nennt, sei in den ersten Trainingseinheiten eine schraubendrehende am Kopf gewesen. „Damit will er der Mannschaft, glaube ich, bedeuten, dass sie ihre Mentalität ändern soll. Er will eine hohe Grundaggressivität“, erklärt Lwowsky.

Trotz des „Drucks und der Anspannung“, unter der Spieler und Trainer jetzt stehen, findet Femerling seinen neuen Boss „sympathisch“. Natürlich sei es „im Training zur Sache gegangen, alle versuchen, ihren Platz zu finden, aber das Training war auch vorher unter Luka immer intensiv.“

Und noch einmal die Mischung aus Bewährtem und möglichen Neuerungen: Wie findet man den goldenen Weg? „Wir haben uns gemeinsam an einen Tisch gesetzt und sind unser Playbook durchgegangen“, erzählt Lwowsky, den auch schon der neue Coach wie alle seine Vorgänger „Konsti“ nennt. Katzurin habe dann gefragt, „welche Systeme wir für erfolgversprechend halten. Das waren so sechs bis acht. Er hat dann schon am Dienstag angefangen, zwei, drei kurze Varianten aus seinem Repertoire mit der Mannschaft durchzugehen.“

Nun ist aber die eigene Philosophie die eine Sache und die des Gegners eine andere. „Ich muss mit der Mannschaft vor dem ersten Spiel natürlich über beides sprechen“, sagt Katzurin. Die Analyse des Spiels der griechischen Gäste heute Abend lag wie auch schon in den vergangenen sechs Jahren in Lwowskys Händen. „Man darf sich durch die Panellinios-Bilanz in der griechischen Liga nicht blenden lassen“, sagt er, „die Mannschaft ist durch die Verpflichtungen von Steven Smith und Torin Francis auf den großen Positionen erst seit kurzem komplett. Das Team ist physisch stark, spielt hart und im Angriff geduldig.“

Ein Gegner, bei dem Katzurin mit seinem Ruf nach mehr Tempo und Aggressivität nicht unbedingt falsch liegen wird.