Basketball

Albas neuer Trainer will nicht nett sein

"Ich hasse Niederlage!", sagt Albas neuer Trainer Muli Katzurin und zeigt sich bei seiner offiziellen Vorstellung als ein Freund klarer Worte. Er sieht noch sehr viel Potenzial im Team.

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Er gehört nicht zu der Sorte Mensch, die glaubt, besser verstanden zu werden, wenn er nur laut genug redet. Albas neuer Cheftrainer Muli Katzurin artikuliert, was er zu sagen hat, exakt, eher knapp und mit der Ruhe eines Mannes, der auf mehr als 30 Berufsjahre zurückblickt. Dennoch ist die Gefahr, den 56-jährigen Israeli misszuverstehen, nahe null.

„Ich bin nicht nett, wenn wir verlieren“, sagt Katzurin, „ich hasse Niederlagen.“ Und: Gerade mit „einem europäischen Spitzenklub wie Alba muss es das Ziel sein, jedes Spiel zu gewinnen“. Natürlich werde das nicht immer gelingen, weiß der Coach, aber mit dieser Haltung müsse die Mannschaft in jedes Spiel gehen, „egal, ob zu Hause oder auswärts“.

Die Aufgabe, jetzt mitten in der Saison für den beurlaubten Luka Pavicevic das Team zu übernehmen, sei „eine einzigartige Herausforderung“, sagt Katzurin nach den ersten Trainingseinheiten. „Ich kenne die Spieler natürlich, Alba hat einen exzellenten Kader, sehr viel Potenzial und ist so breit aufgestellt, dass wir nicht nur von einem Spieler abhängig sind.“

Schon in den ersten beiden Tagen habe er begonnen, der Mannschaft seine Philosophie zu vermitteln. „Sie soll mehr laufen, aktiver verteidigen und nicht erst auf den Gegner reagieren sowie schneller von Angriff auf Abwehr und von der Defense in die Offense umschalten.“

Katzurin glaubt, dass schon bei seiner Premiere gegen Panellinios Athen (20 Uhr, O2 World) etwas von seiner Philosophie zu erkennen sein wird. Denn wie gesagt: die Chance, dass er missverstanden werden könnte, ist gering: „Ich bin kein Zauberer, sondern glaube an harte Arbeit. Die Spieler haben zu machen, was ich sage. Ich habe die allerhöchsten Ansprüche an mich, aber auch an andere. Wir sind hier, um zu arbeiten. Wenn alle mitziehen, bleibt nach dem Training immer noch Zeit für einen Spaß.“

Wer verlangt, dass seine Spieler in jede Partie mit dem Selbstverständnis gehen sollen, gewinnen zu können, muss natürlich daran glauben, Albas großes Ziel erreichen zu können – endlich wieder Deutscher Meister zu werden. „Die Meisterschaft ist völlig offen“, sagt Katzurin. „Jedes Team, das das Play-off erreicht, kann es schaffen.“ Der Reiz seiner neuen Aufgabe sei, jetzt für einen Klub zu arbeiten, der sich grundsätzlich die höchsten aller Ziele setzt. Dass sein Vertrag nur bis zum Saisonende gilt, lässt den Coach kalt. „Ich glaube an mich“, sagt Katzurin, unter dem Pavicevics Assistenten Konstantin Lwowsky und Boban Mitev an Bord bleiben werden. „Ich werde die Aufgabe jetzt angehen, und dann kann man mich nach fünf Monaten beurteilen.“