Basketball

Alba Berlin deklassiert Phoenix Hagen

Mit einem eindrucksvollen Heimsieg hat sich Basketball-Bundesligist Alba Berlin für die bittere Hinspiel-Pleite gegen Phoenix Hagen revanchiert. Der Hauptstadtclub gewann am Sonntag mit 108:78 - vor einem sehr prominenten Gast.

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Mit einem eindrucksvollen 108:78-Heimsieg hat sich Basketball-Bundesligist Alba Berlin für die bittere Hinspiel-Pleite gegen Phoenix Hagen revanchiert. Die Spieler Hollis Price und Heiko Schaffartzik sprechen im Morgenpost-Fantalk über das Spiel.

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Die Hoffnung auf die eigene Zukunft und der erste Mann des Staates – ausgesuchter als am Sonntag hätte der Besuch in der O2 World nicht sein können. Passend zum fünften Jubiläum der Jugendabteilung des Berliner Basketballklubs besuchte Bundespräsident Christian Wulff mit seiner Familie das Bundesliga-Spiel zwischen Alba Berlin und Phoenix Hagen. Zusammen mit den Alba-Verantwortlichen Dieter Hauert, Axel Schweitzer, DBB-Präsident Ingo Weiss und Hunderten Jugendlichen aus Albas Nachwuchsprogramm, das mittlerweile 1500 Mitglieder zählt, sah der Bundespräsident, selbst begeisterter Freizeit-Basketballer, dann ein Spiel, in dem die Gastgeber den Nachmittag mit einem 108:78 (50:40) abrundeten. Dem ersten Hunderter, der den Berlinern in der O2 World gelang.

Damit war nicht unbedingt zu rechnen, denn vier Tage zuvor hatte Alba in Hagen noch 86:92 verloren. Auch am Sonntag präsentierte sich die Mannschaft von Ex-Alba-Spieler Ingo Freyer anfangs extrem gefährlich, eine, die sofort warf und fast immer traf. Doch bereits im zweiten Viertel zogen die Berliner ihren ambitionierten Gästen den Zahn. „Es war ein ganz anderes Spiel“, sagte Derrick Allen erleichtert, „wir haben Hagen bei 78 Punkten gehalten und offensiv wesentlich besser und konzentrierter gespielt.“

Coach Luka Pavicevic hatte nach der Hagener Niederlage von „Druck“ gesprochen, als er seine Mannschaft zum ersten Mal wieder im Mittelkreis der eigenen Trainingshalle versammelt hatte. Druck, der durch die sechs Niederlagen in der Hinrunde der Bundesliga entstanden sei, weil „wir in fünf dieser Spiele eine Siegchance hatten, die wir nicht nutzen konnten“. Albas Trainer erinnerte sein Team auch daran, dass jeder einzelne von der ersten bis zur letzten Sekunde „mit allergrößter Wachsamkeit und Bereitschaft spielen müsse“, um Alba Berlins Ziele zu erreichen.

Pavicevic wird seinen Spielern hinter verschlossenen Türen einiges mehr gesagt haben – weniger eloquent, eher drastischer – denn Alba startete giftig wie lange nicht. Körpersprache: Ich will siegen! Bei allen. Alba begann gegen die so extrem abschlussfreudigen Gäste mit kleiner Aufstellung, zu der nach 7:54 Minuten auch kurz Heimkehrer Heiko Schaffartzik gehörte. Keines der beiden Teams konnte sich mit mehr als drei Punkten absetzen – 22:20 nach dem ersten Viertel.

Im zweiten übernahmen mehr und mehr Derrick Allen, der schon in Hagen mit 37 Punkten Albas Topscorer war, und Julius Jenkins das Spiel. Jenkins erzielte zwölf Punkte in den ersten sieben Minuten, Allen acht, Alba führte 42:30 (17.). Die Berliner erfreuten den Bundespräsidenten und die anderen 10.777 Zuschauer, indem sie keinen Ball verloren gaben und sich nicht durch die zahlreichen Hagener Distanzwürfe aus der Bahn werfen ließen. Nach Sven Schultzes sehenswertem Dunking lagen die Gäste bereits mit 17 Punkten zurück (48:31/19.), kamen aber bis zur Halbzeitpause wieder auf 50:40 heran.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts punkteten die Berliner aufgrund der etwas rustikaleren Hagener Gangart weitestgehend von der Freiwurflinie. Dabei taten sich vor allem Marko Marinovic und Immanuel McElroy hervor, letzterer traf auch aus dem Feld – 63:44 (25.). Yassin Idbihi sorgte mit sieben Punkten in Folge für die Vorentscheidung, Alba führte nach 30 Minuten 74:53.

Im Schlussviertel machte Bryce Taylor nach genau 37:19 Minuten den historischen Hunderter perfekt. Bester Werfer beim Kantersieg war Julius Jenkins mit 24 Punkten, Allen erzielte 22, Idbihi 16 und McElroy 15. Marko Marinovic erkannte: „Wenn wir so verteidigen, sind wir ein ganz anderes Team.“ Schon heute fliegt die Mannschaft mit frischem Selbstbewusstsein nach Italien, um morgen (20.45 Uhr) bei Benetton Treviso zum ersten Spiel der Top 16 des Eurocups anzutreten.