Basketball

Alba gewinnt erstes Heimspiel im neuen Jahr

Alba Berlin ist ein müheloser Sieg über den MBC gelungen. Durch den 75:60-Erfolg im Ostderby sorgte der Hauptstadtclub vorerst für Ruhe im Umfeld und kletterte auf den dritten Tabellenrang.

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Alba Berlin ist ein müheloser Sieg über den MBC gelungen. Durch den 75:60-Erfolg im Ostderby sorgte der Hauptstadtclub vorerst für Ruhe im Umfeld und kletterte auf den dritten Tabellenrang. Wie die Albatrosse Sven Schultz und Andreas Seiferth das Spiel kommentieren.

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Nein, Heiko Schaffartzik war nicht in der Halle. Die Fotografen, die gehofft hatten, einen Schnappschuss vom potenziellen Zugang von Alba Berlin machen zu können, wurden ebenso enttäuscht wie die Journalisten, die den Spielmacher der Basketball-Nationalmannschaft gern befragt hätten. Er sah also nicht, wie seine wahrscheinlich neue Mannschaft am Mittwochabend in der O2 World zu einem 75:60 (41:25)-Pflichtsieg gegen den Mitteldeutschen BC kam.

Tatsache ist, dass Schaffartzik bereits in Berlin ist, seiner Heimatstadt. Der Vertrag mit Türk Telekom Ankara, seinem bisherigen Arbeitgeber, ist definitiv aufgelöst. Es muss also nicht mehr über eine Ablöse oder ähnliches verhandelt werden. Von Seiten von Alba ist zu hören, man spreche intensiv mit Schaffartzik, aber eine Entscheidung sei noch nicht gefallen. Nach Informationen von Morgenpost Online ist man sich einig. Am Mittwochnachmittag musste sich der 27-Jährige noch der obligatorischen sportmedizinischen Untersuchung unterziehen. Wahrscheinlich wird Alba am Donnerstag Vollzug melden.

Dann wird Schaffartzik, der zwischen 2002 und 2004 schon einmal bei Alba unter Vertrag stand, die Abteilung Spielaufbau unterstützen. Weder Marko Marinovic, der immer mal wieder durch verbale Scharmützel mit den Schiedsrichtern und auch Trainer Luka Pavicevic auffällt, noch Hollis Price ist es in dieser Saison bisher gelungen, konstant auf hohem Niveau zu spielen. Price musste zuletzt wegen einer Oberschenkelzerrung pausieren, nach seiner Zwangspause stand er am Mittwoch zum ersten Mal überraschend wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz.

Weiterhin verzichten mussten die Berliner auf Tadija Dragicevic und Yassin Idbihi. Dragicevic hat immer noch Knieprobleme, bei Yassin Idbihi ist zwar das Fieber abgeklungen, ein Einsatz gegen den MBC wäre für den Center jedoch zu früh gekommen. Aber auch ohne die beiden gab es einen ungefährdeten Sieg. Auch wenn es für die Berliner sehr zäh losging. Dass es gleich mit zwei vergebenen Freiwürfen von Derrick Allen begann, passte da ins Bild. Schnell lag Alba 4:9 zurück. Es lief wenig zusammen. Man merkte dem Team an, dass es momentan verunsichert ist. Dass in Dragicevic und Idbihi zwei große Spieler fehlen, bedeutet auch, dass einige Spieler eher ungewohnte Rollen spielen müssen. Entsprechend fehlt die Kontinuität.

Hatten die Berliner zuletzt ihr Glück mit sehr vielen Distanzwürfen versucht, wurde gegen die Mann-gegen-Mann-Verteidigung des MBC sehr oft zum Korb gezogen. So wurden die Alba-Profis oft gefoult. 18 Freiwürfe erhielt man allein bis zur Pause, insgesamt waren es 36. Langsam, aber sicher spielten sich die Berliner frei. Julius Jenkins gelang nach sechs Minuten die erste Führung (11:9). Der dritte Dreier-Versuch von Alba traf dann erstmals in den MBC-Korb – Lucca Staiger zum 24:16. Jenkins besorgte die erste zweistellige Führung (30:20/18.) Bis zum Wechsel hatten die Berliner ihren Vorsprung auf 16 Punkte ausgebaut – 41:25.

Nach 22 Minuten hieß es bereits 45:25. Die Frage des Siegers stellte sich nicht mehr. Es reichte den Berlinern eine durchschnittliche spielerische, aber gute kämpferische Leistung gegen den limitierten MBC. Jenkins war mit 16 Punkten bester Werfer vor Allen (14). Immanuel McElroy (12 Punkte) sagte: „Wir haben heute eine engagierte Leistung gezeigt und verdient gewonnen.“ Es sei ein wichtiger Sieg gewesen, um nach der Niederlage in Tübingen wieder in die Spur zu kommen.

Immerhin hat sich Albas Rückstand gegenüber Tabellenführer Bamberg auf vier Niederlagen Differenz verringert. Die Franken, die bisher alle ihre 17 Liga-Partien gewonnen hatten, verloren gestern zum ersten Mal – mit 69:72 beim Tabellenletzten in Düsseldorf. Man sieht: Niemand ist unverwundbar. In der O2 World war der Jubel der 7431 Fans (Saison-Minuskulisse) groß, als das Ergebnis verkündet wurde. Schadenfreude ist eben besonders schön.