Basketball

Alba baut um - Neue Halle, neues Europa-Team

Seit Mittwoch hat Alba ein neues Zuhause: In der Schützenstraße in Berlin-Mitte wurde das neue 1,1 Millionen Euro teure Trainingszentrum eröffnet. Und mit Bryce Taylor ist das Team nun auch komplett.

Noch vier Tage schwitzen die Basketballer von Alba Berlin in den Bergen Sloweniens, seit Dienstagabend übrigens auch mit Forward Yassin Idbihi, der als einer der letzten von Bundestrainer Dirk Bauermann aus dem deutschen WM-Kader gestrichen wurde und umgehend nach Krajnska Gora nachreiste. Am Montag kehrt das Team von Luka Pavicevic nach Berlin zurück und es wird so schön wie niemals zuvor. Denn Alba hat ein neues Zuhause, in der Schützenstraße in Mitte. Dort wurde am Mittwoch von der Stadträtin des Bezirks für Jugend und Sport, Petra Schrader, und Vereinspräsident Dieter Hauert Albas neues Trainingszentrum offiziell eröffnet.

Hauert spricht stolz von „einem weiteren Meilenstein der Vereinsgeschichte“ – und das nicht ohne Grund: Würde man die Alba-Logos im Mittelkreis und am Eingang entfernen und behaupten, hier trainiere Real Madrid oder der FC Barcelona, wäre der Besucher genauso beeindruckt.

Eine Kabine wie in der O2-World, groß genug für Team-Meetings vor dem XXL-Flachbild-TV, ein Kraftraum mit allem, was Muskeln stählt und eine komplett eingerichtete Physiotherapie-Praxis, falls diese einmal streiken, mehrere Büros, eines davon für Albas Cheftrainer und noch mehrere Kabinen.

Wer auf das heruntergekommene, verlassene Schulgebäude nebenan blickt, dass bis 2007 das Charles-Darwin-Gymnasium beherbergte, kann sich leicht vorstellen, wie Albas neuer Stolz noch vor zwei Jahren aussah. „Es bestand ein enormer Sanierungsbedarf, zu dem der Bezirk nicht die Mittel hatte“, erklärt Stadträtin Schrader. Mit Alba habe man dann einen Partner gefunden und ein Konzept für die einst marode Halle, das seinen Schwerpunkt im Breitensport hat. Frau Schrader findet: „Für Mitte ein tolles Ergebnis.“

1,1 Millionen Euro für die Sanierung

Der Bezirk steuerte rund 850.000 Euro für die Sanierung bei, Alba packte noch einmal rund 300.000 Euro drauf. Der Kooperations-Vertrag läuft über 15 Jahre. Albas neuer „Meilenstein“ soll nicht nur die Trainingsstätte der Profis werden, sondern, wie schon die Jugendhalle in der Knaackstraße in Prenzlauer Berg, Kitas, Schulen, den Kids von der Straße bis hin zu Senioren der Nachbarschaft ein sportliches Angebot machen. Was auch Sinn macht: Pavicevic und sein Team sind ja meistens irgendwo in Europa unterwegs. „Wir wollen diese Halle 14 Stunden am Tag nutzen und keine Stunde Leerlauf“, sagt Hauert, für dessen Klub mittlerweile rund 50 Jugendtrainer tätig sind. „Jetzt müssen wir in den kommenden Wochen einen Nutzungsplan erstellen, der alles berücksichtigt.“

Von dem Team, das die Halle ab kommenden Montag als erstes in Beschlag nehmen wird, gibt es gute Nachrichten. Bis auf den Rücken von Hollis Price gibt es keinerlei medizinische Probleme. Albas alter und neuer Spielmacher musste wegen einer Blockade für einen Tag mit dem Training aussetzen. Bryce Taylor, mit dessen Verpflichtung Albas Kader seit Dienstag komplett ist, wird nicht mehr in die Berge aufbrechen. Der 23-jährige Guard, der vergangene Saison in Bonn spielte, wird nun in Berlin erwartet.

Die Gefahr, dass Taylor und die anderen Neuen Albas Trainingszentrum vergebens suchen, besteht nicht. Die Straßenfront schmückt ein riesiges Alba-blaues Graffiti. „Mir war klar, dass die kahlen Wände gleich die Sprayer anziehen würde,“ sagt Hauert. „Da habe ich dann lieber selbst ein Graffiti in Auftrag gegeben. Eine Dose Farbe habe ich übrigens selbst versprüht. Das wollte ich mir nicht nehmen lassen.“

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