Kommentar

Warum Alba Berlin wieder nicht Meister wurde

Aus und vorbei: Der achtmalige deutsche Meister Alba Berlin ist im Play-off der Basketball-Bundesliga bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Dass die Mannschaft wieder scheiterte ist kein Unfall, sondern ein Trend, meint Dietmar Wenck.

Nein, es lag nicht an einer Verschwörung dunkler Mächte oder an ungerechten Schiedsrichtern, dass Alba Berlin im Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft sang- und klanglos gescheitert ist. Man muss das sagen, weil sich der Titelfavorit vor dem Beginn des Play-off mit ungewohnter Schärfe darüber beschwert hatte, von den Unparteiischen ungerecht behandelt zu werden. Die Skyliners schickten das bessere Team ins Rennen und sind verdient weiter.

Warum hat es Alba wieder nicht geschafft, Meister zu werden – trotz des größten Etats, trotz der höchsten Zuschauerzahlen Europas, trotz der besten Organisation? Von 1997 bis 2003 gelang das siebenmal in Folge. Seitdem jedoch bei den nächsten sieben Anläufen nur einmal. Das ist kein Unfall, das ist ein Trend. Nur Luka Pavicevic schaffte vor zwei Jahren den Titelgewinn.

Der Trainer hat noch das Vertrauen des Vereins. Doch einen großen Umbruch muss es jetzt geben; die Spieler, denen Pavicevic vertraute, haben das Vertrauen nicht zurückgegeben; dazu war der Teamgeist schlecht. Das gehört in seine Verantwortung, aber es liegt ja nicht nur am Trainer, dass auch in dieser Saison wieder Spieler verpflichtet wurden (Cummard, Bajramovic, Golemac), die sich als Fehlgriffe erwiesen. Da hat auch das Management versagt. Wenn Alba sein ehrgeiziges Ziel, in der Europaliga eine große Rolle zu spielen, nicht aus den Augen verlieren will, muss es sich vor allem auf diesem Gebiet etwas einfallen lassen. So reicht es ja nicht einmal mehr für die Bundesliga.