BBL-Playoffs

Alba Berlin scheitert im Viertelfinale

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Für Alba Berlin ist der Traum von der Basketball-Meisterschaft geplatzt. Die Mannschaft hatte im vierten Spiel den Frankfurt Skyliners bald nichts mehr entgegenzusetzen und unterlag erneut. Die Hessen erwiesen sich als unbequemer Gegner mit einem überragenden Derrick Allen.

Als Immanuel McElroy mit einem Dreier die letzten Punkte der Saison für Alba Berlin erzielte, fingen die Frankfurter Spieler schon an zu feiern. So hoch war der Vorsprung vor dem Rivalen aus der Hauptstadt, dass nichts mehr schief gehen konnte. Als die Schlusssirene ertönte, brachen in der Höchster Ballsporthalle alle Dämme. Während die Basketballer der Frankfurt Skyliners sich über den Einzug ins Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft freuten, schlichen die Berliner zu den rund 50 mitgereisten Fans und bedankten sich für deren Unterstützung. Dann trotteten sie niedergeschlagen in die Kabine.

Die Enttäuschung war riesig. Mit 58:69 (27:31) verlor der achtmalige Deutsche Meister im Spiel vier der Viertelfinalserie „Best of five“ bei den Skyliners Frankfurt und musste sich im Duell mit den Hessen so 1:3 geschlagen geben. Dabei hatte Alba die Hauptrunde als Zweiter, Frankfurt hingegen nur auf Rang sieben beendet. Überragender Akteur bei den Gastgebern war der US-Amerikaner Derrick Allen mit 26 Punkten und neun Rebounds. Bei den auf der ganzen Linie enttäuschenden Berlinern kam Adam Chubb als Bester lediglich auf zwölf Zähler.

„Frankfurt hat den Einzug ins Halbfinale am Ende verdient, weil die Mannschaft vier Spiele lang durchgängig mit guten Ideen, kühl im Kopf und hoher Intensität gespielt hat“, sagte Alba-Coach Luka Pavicevic, „für uns war es ein schwieriges Spiel, weil wir in der Position waren, hinterherzujagen. Hier im vierten Spiel hatten wir den zwei starken Serien zu Beginn beider Halbzeiten nicht mehr genug entgegenzusetzen.“

Alba startete katastrophal. Beim Stand von 0:6 musste Pavicevic nach drei Ballverlusten der Berliner und einem Fehlwurf von Blagota Sekulic nach 1:43 Minuten bereits die erste Auszeit nehmen. Doch es blieb bei den Ballverlusten, was zu leichten Punkten der Gastgeber führte. Nach einer 0:11-Serie war der Fehlstart perfekt – 5:17 (7.). Alba fing sich aber, verlor jetzt vorerst nicht mehr den Ball und erreichte wenigstens ein kleines Nahziel, brachte den Rückstand zurück in den einstelligen Bereich – 13:22.

Im zweiten Durchgang sah sich Frankfurts Trainer Gordon Herbert nach 1:45 Minuten genötigt, eine Auszeit zu nehmen. Schuld daran war Steffen Hamann, der zwei Alba-Angriffe erfolgreich per Dreier abgeschlossen hatte. Adam Chubb legte nach – 21:24 (13.). Dass die Partie jetzt nicht kippte, lag an Derrick Allen, der von den Berlinern nicht zu halten war. Aber Alba wirkte jetzt ruhiger und konzentrierter. So war zur Halbzeit alles offen. Alba hatte sich die Chance zurückgeholt, mit einem Auswärtssieg ein entscheidendes fünftes Spiel zu erzwingen.

Nach dem Wechsel brachte Blagota Sekulic seine Mannschaft sogar auf 30:31 heran, von da an aber wurde es ganz bitter für die Gäste. Denn nur drei Minuten später lagen die Berliner nach Dreiern von Jimmy McKinney und Dragan Labovic und vier Punkten von Allen erneut mit zwölf Punkten zurück – 30:42 (23.). Als Allen dann auch noch Steffen Hamann erneut den Ball stahl, ihn mit beiden Händen in den Korb stopfte und wenig später noch einen Dreier folgen ließ, war es vorbei, obwohl noch 13 Minuten zu spielen waren. Frankfurt, schon in den ersten drei Spielen auf Augenhöhe, gab in der ausverkauften Ballsporthalle, in der 4830 Fans ihr Team bei jeder gelungenen Aktion feierten und nach vorn schrien, die Führung nicht mehr her.

Überzeugende Erklärungen für die enttäuschende Vorstellung des Titelfavoriten gab es nicht. „Unser Problem war, dass wir nicht im ersten Spiel gleich ums Überleben gekämpft haben, was im Play-off wichtig ist. Den Heimvorteil zu verlieren, wiegt schwer“, sagte Adam Chubb. Derrick Byars ergänzte: „Ich bin sehr enttäuscht, ich glaube, dass unser Team gut genug gewesen wäre, um Meister zu werden. Unsere lange erfolgreiche Reise durch Europa ist für mich keine Entschuldigung.“ Ganz ratlos war Blagota Sekulic: „Ich weiß nicht, was gefehlt hat, aber wir waren zur falschen Zeit nicht in Bestform. Wir hatten viele Höhepunkte in der Saison, aber das, was am meisten zählt, haben wir nicht geschafft.“

Viele Höhepunkte, aber nichts gewonnen: War das Erreichen des Finales im Eurocup noch ein großer Erfolg, so scheiterte Alba im Viertelfinale des nationalen Pokals und wurde auch in der Bundesligarunde nur Zweiter. Wer aber glaubt, dass der Verein nun den marktüblichen Gesetzen folgen werde, der täuscht sich. „Das ist klar, dass wir jetzt jeden Stein umdrehen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi, „nur einen nicht. Und das ist der Coach Luka Pavicevic. Der Trainer bleibt.“