Basketball-Play-off

Alba Berlin erzwingt viertes Viertelfinal-Spiel

Alba Berlin hat am Sonntagabend gegen die Skyliners Frankfurt nach Verlängerung mit 87:76 gewonnen. Damit erzwangen die Hauptstadt-Profis im Play-off-Kampf um den Meistertitel ein viertes Spiel gegen die Hessen. Die Partie war in der Schlussphase der regulären Spielzeit nicht an Dramatik zu überbieten.

Foto: Bongarts/Getty Images

Alba lebt. Trotz des riesigen Drucks angesichts eines 0:2-Rückstands gegen die Frankfurt Skyliners gewann Berlins Basketball-Team das dritte Spiel im Play-off-Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Einen Krimi, der an Spannung kaum zu überbieten war. Mit dem 87:76 nach Verlängerung erkämpften die Gastgeber die Chance, am Mittwoch in Frankfurt in der Serie nach dem Modus „Best of five“ auszugleichen.

„Wir haben endlich unseren ersten Sieg“, strahlte Derrick Byars abgekämpft. „Frankfurt hat es uns nicht leicht gemacht, aber wir haben gezeigt, dass wir noch nicht bereit sind, nach Hause zu gehen.“ Trainer Luka Pavicevic lobte: „Es sah nicht gerade rosig für uns aus vor diesem Spiel. Die Mannschaft ist sehr gut mit dem Druck umgegangen.“

Wie sehr Alba bislang im Play-off enttäuscht hatte, war vor dem Spiel im Stehplatz-Block zu lesen. Die Mannschaft wurde mit Plakaten „Wake up and fight! We love this game – and how about u?“ (Wacht auf und kämpft! Wir lieben dieses Spiel – und ihr?) begrüßt. Es war dann aber gleich von der ersten Sekunde an zu spüren, dass es der Aufforderung, endlich aufzuwachen, vielleicht gar nicht bedurft hätte. Alba wirkte entschlossen, das frühe und blamable Aus abzuwenden. Das Anforderungsprofil dafür war von Pavicevic klar formuliert. Die Skyliners hatten „in den ersten beiden Spielen ihre Angriffe geduldig bis kurz vor Schluss der 24-Sekunden-Zeit ausgespielt und dann dennoch hochprozentig abgeschlossen. Das müssen wir stoppen“, hatte Albas Coach gefordert. Sein Gegenüber Gordon Herbert erkannte: „Albas Defense hat uns sehr große Probleme bereitet, deshalb hatten wir 20 Ballverluste – und Alba kam zu vielen einfachen Punkten.“

Pavicevics Vorgaben umgesetzt

Auch im Angriff setzte das Team Pavicevics Vorgaben um. Dragan Dojcin, Rashad Wright und Julius Jenkins trafen die ersten Distanzwürfe bei nur einem Fehlversuch. Nur Frankfurts Center Dragan Labovic (25 Punkte) bereitete Probleme. Durch ihn lagen die Berliner nach einer 11:7-Führung bald zurück – 11:15 (7.). Sehr zur Erleichterung der 11875 Zuschauer behielt Alba aber die Ruhe, antwortete mit einer 13:0-Serie, zu der auch Philip Zwiener vier Punkte in Folge beisteuerte.

Einer der Gründe war, dass Alba bei den Rebounds entschlossener zupackte als zuvor. In der Folge allerdings häuften sich für kurze Zeit die Ballverluste, Frankfurt eroberte mit dem Selbstbewusstsein der beiden Siege zuvor die Führung zurück – 26.27 (18.). Dojcin, der schon in der Anfangsphase gut getroffen hatte, antwortete mit fünf Punkten. Nach zwei verwandelten Freiwürfen von Immanuel McElroy gingen die Berliner mit vier Punkten Vorsprung (33:29) in die Halbzeitpause.

Im dritten Viertel legte Julius Jenkins los, der bislang in dieser Serie seiner Form hinterher gelaufen war. Dem wertvollsten Spieler der Liga (MVP) gelangen neun Punkte in Folge. Aber auch dieser Vorsprung war gegen die Frankfurter nicht mal eben in Ruhe nach Hause zu spielen. Die Partie blieb ein Play-off-Fight auf allerhöchstem Niveau – Spannung pur. Wieder brachten Jenkins und Wright Alba mit Distanzwürfen in Führung (65:60/37.), wieder antworteten die Skyliners. 5,3 Sekunden vor Schluss führte Alba durch vier verwandelte Freiwürfe 71:68 und hätte mit einem Foul und nur zwei Freiwürfen für Frankfurt den Ausgleich verhindern können. Aber Jenkins rutschte bei dem Versuch aus, und Reese (20 Punkte) erzwang per phänomenalem Dreier mit der Sirene zum Ende der regulären Spielzeit doch noch die Verlängerung.

Die Extra-Spielzeit war im Vergleich zu den Minuten davor eine klare Sache. Wie zuvor die Frankfurter spielte sich jetzt Alba in einen Rausch. Ein krachender Dunking von Byars und noch ein Dreier von Wright – 87:76, Alba blieb am Leben, eine vierte Partie war erzwungen. „Es war bestimmt nicht unser bestes Spiel“, sagte Kapitän Jenkins, der vor Wright (19 Punkte) und Byars (12) mit 22 Zählern Topscorer war. „Mal triffst du, mal nicht, heute habe ich getroffen. Wirklich wichtig war aber, dass wir nie aufgegeben haben.“ Steffen Hamann war zufrieden, dass er und seine Kollegen „mit Leidenschaft gespielt haben. Seit ein paar Wochen hat uns der Schwung gefehlt, diese Zeiten sind jetzt vorbei.“

Was am Mittwoch zu beweisen sein wird, da steht Alba weiter vor dem Ausscheiden. Pavicevic warnte deshalb: „Noch ist nichts gewonnen.“ Aber er strahlte auch Zuversicht aus: „Wir sind jetzt bereit dafür zu gewinnen.“