Basketball

Bei Alba haben jetzt die Anwälte das Wort

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Sebastian Arlt
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Alba will die Play-offs gewinnen

Die Spieler von Alba Berlin bereiten sich intensiv und hoch motiviert auf die Play-offs vor. Die erste Hürde ist genommen: Alba startet als Zweiter in die Play-offs. Am kommenden Sonntag müssen sich die Berliner dann gegen Pokalfinalist Frankfurt beweisen.

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Schiedsrichterkritik in der Öffentlichkeit, so haben es alle Klubs einmal gemeinsam festgelegt, steht unter Strafe. Und genau diese Regel haben Albas Geschäftsführer Marco Baldi und Trainer Luka Pavicevic missachtet. Gleichzeitig sollen Schulungsmaßnahmen das Leistungsniveau der Referees verbessern.

Jan Pommer atmete noch einmal tief durch. „Ich möchte nur, dass es aufhört“, sagte der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga (BBL). Aber so richtig scheint kein Ende in Sicht im Streit zwischen der BBL und dem Bundesligaklub Alba Berlin. Gesprochen wird momentan nicht mehr miteinander. Es besteht ein „anwaltlicher Schriftverkehr“ (Pommer) zwischen den beiden Beteiligten, in dem es um die Rechtmäßigkeit einer 2600 Euro hohen Geldstrafe geht, die Albas Geschäftsführer Marco Baldi berappen soll. Schiedsrichterkritik in der Öffentlichkeit, so haben es alle Klubs einmal gemeinsam festgelegt, steht unter Strafe.

Baldis Vorwürfe, seit langem von den Unparteiischen ungleich behandelt zu werden, dass zudem Eingaben nichts in Sachen Qualitätssteigerung bei den Referees durch die BBL bewirkt hätten, die Replik von Pommer, der wiederum Albas Vorwürfe „bizarr“ findet, von „mangelnder Wahrheitsliebe“ spricht – das alles scheint vor dem am Samstag beginnenden Play-off das Sportliche zu überlagern.

„Ich bedauere sehr, dass die Sache medial eher im Vordergrund steht“, sagte Pommer, der am Donnerstag in Berlin die BBL-Sicht der Dinge darstellte, um eine „Versachlichung“ der Angelegenheit bemüht war – und vor allem vorstellte, was die Liga alles zur Qualifizierung ihrer Schiedsrichter tue. Natürlich sei es „eine Illusion, dass Schiedsrichter keine Fehler machen“, so Pommer. Aber es werde – und da steht er im krassen Widerspruch zur Alba-Meinung – doch jede Menge getan, um das Niveau der Schiedsrichter zu heben.

Dabei könnten sich die Bemühungen nicht nur quantitativ sehen lassen. Inzwischen sei man soweit, dass 73 Prozent aller BBL-Spiele auf Video ausgewertet und mit den Schiedsrichtern nachgearbeitet werden. Früher als eigentlich geplant soll die Quote schon in der kommenden Saison auf 90 Prozent steigen. Ob im Gespräch mit einem Spielbeobachter direkt nach einer Partie oder aber auch über Übungen in Echtzeit übers Internet, die Bandbreite der Schulungsmaßnahmen für die Schiedsrichter sei groß, man nehme beim Videocoaching auch die Unterstützung der Uni Potsdam in Anspruch.

Ein umfangreicher Katalog von Maßnahmen sei kürzlich bei einer Manager-Tagung in Tübingen diskutiert worden. Eine Sitzung, an der Alba nicht teilnahm, nachdem man die BBL-Gremien bis auf weiteres verlassen hat. Gravierende Fehler von Unparteiischen hätten natürlich auch Konsequenzen, so würden Referees schon mal Spiele entzogen oder ihnen werde eine Zwangspause verordnet.

„Wir erfreuen uns daran, dass die Liga spannend ist, aber erzeugen Spannung nicht künstlich“, sagte Pommer, von systematischer Benachteiligung Albas könne keine Rede sein. Auch Alba-Coach Luka Pavicevic droht wegen Schiedsrichter-Kritik eine Strafe. Er hat für eine Stellungnahme bis zum 17. Mai Aufschub bekommen. Jetzt spielt Alba erst einmal am Sonntag zum Play-off-Auftakt gegen Frankfurt.