Basketball-Bundesliga

Alba eröffnet in Frankfurt den Kampf um Platz eins

Drei Spiele vor Ende der Hauptrunde sieht Alba Berlin als Tabellenzweiter wieder Chancen, Oldenburg von der Spitze zu stürzen. Am Sonntag müssen die Albatrosse beim Tabellenfünften Skyliners Frankfurt antreten. Allerdings sah Alba in der Main-Metropole oft nicht gut aus.

Nach dem Triumph wurde die Zurückhaltung der vergangenen Wochen aufgegeben. "Wenn wir so spielen, sind wir nicht zu schlagen", sagte Casey Jacobsen und fügte an: "Wir wollen Platz eins." Alba Berlin hatte kurz zuvor im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga Verfolger Göttingen mit 91:54 deklassiert und bei noch drei ausstehenden Spielen der Hauptrunde gute Chancen, Tabellenführer Oldenburg noch zu stürzen.

Zwischenzeitlich wurde das Ziel Platz eins nämlich aufgegeben. Erst einmal Platz zwei sichern, hieß es. Denn nach Niederlagen gegen Bamberg und Braunschweig bei einer gleichzeitigen Siegesserie der Oldenburger schien der Platz an der Sonne unerreichbar. Auch als die Norddeutschen nach neun Siegen in Folge wieder verloren, war das Schielen auf Platz eins tabu. "Wir kämpfen um die bestmögliche Ausgangsposition für das Play-off", sagte Trainer Luka Pavicevic wochenlang. Gut, das schließt Platz eins mit ein, träfe aber auch auf Rang zwei zu. Je nachdem, was man als "bestmöglich" interpretiert.

Nach dem Göttingen-Spiel nun ist der zweite Platz den Berlinern kaum noch zu nehmen, und es gab zumindest eine leichte Modifizierung. "Wir wollen am Sonntag unsere Chancen auf den ersten Platz am Leben erhalten", ließ der Coach verlauten. Da müssen die Berliner beim Tabellenfünften Skyliners Frankfurt antreten (17 Uhr). Manager Marco Baldi bleibt jedoch vorsichtig. "Das Spiel gegen Göttingen war ein deutlicher Sieg und ein schöner Tag", sagt er. "Da ist man natürlich euphorisch. Doch nur wenn wir in Frankfurt gewinnen, können wir Platz eins ernsthaft im Bereich des Realistischen sehen."

Nach der Partie bei den Hessen, kann sich Alba in Ruhe auf die dann noch zwei ausstehenden Spiele vorbereiten. Aufgrund des Final-Four-Turniers der Europaliga (1. bis 3. Mai in der O2 World) haben die Berliner eine Woche spielfrei. Dann folgt das Heimspiel gegen Paderborn (6. Mai), ehe zum Abschluss der Vorrunde die Oldenburger anreisen (9. Mai). Ein echtes Finale um Platz eins winkt also. Denn bei derzeit zwei Punkten Rückstand würde Alba mit einem Sieg von mehr als neun Punkten noch vorbeiziehen (bei Punktgleichheit zählt der direkte Vergleich: das Hinspiel ging 72:81 verloren). Bis dahin könnte dann auch Rashad Wright wieder fit sein. Der Spielmacher soll nach seiner Sprunggelenksverletzung kommende Woche wieder in das Training einsteigen.

Davor steht allerdings die Partie in Frankfurt. Die seien ein "ambitioniertes Team", wie Baldi sagt. Allein die bereits sichere Play-off-Qualifikation ist noch kein Erfolg für die Skyliners, sie wollen mehr. Und oft sah Alba in der Main-Metropole nicht gut aus. Im Gegensatz zur Pressverteidigung der Göttinger dürfen sich die Berliner in Frankfurt auf ständig wechselnde Defensiv-Varianten einstellen. Der klare Erfolg im Spitzenspiel sollte dem Team jedoch helfen.

"Das tut der Mannschaft gut, zu sehen, dass man zusammenspielt, sein eigenes Spiel durchsetzt und damit Erfolg hat. Wie wir es gegen Göttingen getan haben", so Baldi. "Da haben wir sehr guten Basketball gespielt."

Wenn dies morgen gegen die Frankfurt Skyliners erneut gelingt, dann dürfte auch die sportliche Leitung der Berliner offiziell das neue, alte Ziel ausgeben: das Heimrecht bis in das Finale deutschen Meisterschaft sichern, was bedeutet, als Tabellenerster in das Play-off der BBL zu gehen.