Kommentar

Albas Drohung - ein wohl dosierter Angriff

Es ist klar, was nach der harschen Kritik jetzt kommen wird: Der Basketballklub Alba Berlin wird wegen seiner Schiedsrichterschelte von allen Seiten Prügel und von niemandem Unterstützung bekommen. Als schlechter Verlierer wird Alba gelten, als einer, der viel zu empfindlich ist und der sich großmannssüchtig aufspielt. Von der angegriffenen BBL werden die Giftpfeile in Richtung Berlin zurückfliegen.

Aus Sicht des Klubs musste es wohl so weit kommen, weil sich nach allen Versuchen, die unternommen wurden, nichts geändert hat an der von den Berlinern angeprangerten „Unausgewogenheit“. Alba vermisst auch Respekt nach dem, was es national und international in der Vergangenheit auch als Vorreiter für andere und die Liga insgesamt getan hat. Da ist die vermeintliche Ungleichbehandlung nur ein Punkt, wenn auch der wichtigste. Zu wenig Entgegenkommen der Liga bei der Terminplanung für die stets international engagierten Berliner ist ein weiteres Ärgernis.

Der Rundumschlag von Geschäftsführer Marco Baldi war wohl dosiert, sicherlich hat man sich bei Alba lange überlegt, wie sinnvoll es ist, in die Offensive zu gehen, wissend um all die nun programmierten Reaktionen. In anderen Hallen wird dem Krösus der Liga jetzt noch mehr Ablehnung als bisher schon entgegenschlagen. Aber was werden, was können die Berliner nun mit ihrem Frontalangriff wirklich Positives erreichen?

Es bleibt die leise Hoffnung, dass, nachdem sich die allgemeine Entrüstung erst einmal gelegt hat, vielleicht auf Dauer doch für mehr Qualität bei den Schiedsrichtern gesorgt wird. Das Leistungsgefälle wird deutlich, wenn man die Unparteiischen in der Europaliga oder im Eurocup beobachtet. Da muss die BBL kritikfähig sein. Und Alba sollte nicht den Fehler begehen, sich jetzt total in eine Wagenburg zurückzuziehen.