Basketball

Alba-Center Sekulic erweist sich als echte Verstärkung

Die Position des Centers ist eine ganz besondere im Basketball. Die Akteure sind in der Regel nicht nur die längsten Spieler einer Mannschaft, sie verrichten ihren Dienst dort, wo es am meisten wehtut: unter den Körben. Bei Alba Berlin wirft sich Blagota Sekulic in das Getümmel - immer besser.

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Unter den Körben sind beim Basketball die Ellenbogen der Gegenspieler meist auf Gesichtshöhe und vom vermeintlich kontaktlosen Sport ist nicht mehr viel übrig ist. Bei Alba Berlin wirft sich Blagota Sekulic in das Getümmel. Er stieß erst Ende Februar zum Team, ist aber schon ein wertvoller Teil der Mannschaft ist.

Dabei wirkt der 26-jährige Montenegriner gar nicht wie einer, der es kaum erwarten kann, sich am Donnerstag im Heimspiel gegen die Düsseldorf Giants (20 Uhr, O2 World) wieder harte Kämpfe um den Ball zu liefern. Mit seiner freundlichen Art, dem jungenhaften Gesicht und dem braven Scheitel scheint er eher der Typ Traum aller Schwiegermütter zu sein. Doch dann sagt er Dinge wie: „Ich mag das körperliche Spiel, die Kämpfe mit den großen Kerlen unter dem Korb.“

Blagota Sekulic ist mehr als ein Notnagel

Und für Alba tut er dies immer besser. Von Aris Saloniki kam Sekulic nach Berlin. Die Verletzung von Kapitän Patrick Femerling hatte eine Nachverpflichtung notwendig gemacht. Schnell hat er gezeigt, dass er mehr als ein Notnagel ist. Albas zweiten Center Adam Chubb hat er in den vergangenen Wochen bereits in das zweite Glied gedrängt. Jetzt bekommt Sekulic rund 20 Minuten Spielzeit, während der eifrige aber oft glücklose Amerikaner kaum über 10 Minuten hinauskommt.

Für Geschäftsführer Marco Baldi sind die Leistungen von Sekulic keine Überraschung. Schließlich sei dieser ein „Qualitätsspieler, der nicht lange rummacht bei der Eingewöhnung. Dies war ein Effekt den wir nicht erhofft, sondern fast erwartet haben.“ Auch auf höchstem europäischem Niveau konnte er seine Klasse bereits zeigen. In der Europaliga gegen seinen Ex-Klub Real Madrid erzielte Sekulic 21 Punkte und holte acht Rebounds. Auch dafür war er nach Berlin geholt worden: die Schwäche bei der Eroberung von abprallenden Bällen zu beheben. Und mit im Schnitt 4,5 Rebounds pro Spiel gehört auch schon zu den Besten bei Alba.

2,09 Meter groß, 115 Kilo schwer und vor allem schnell

Dabei kann sich der 2,09 Meter große und 115 Kilogramm schwere Center vor allem auf seine Spielintelligenz und seine für diese Position ungewöhnliche Schnelligkeit verlassen. Baldi nennt ihn einen „konkreten Spieler“. Einer der immer ein gewisses Niveau garantiert. „Da ist Stabilität und immer Substanz da“, lobt Baldi.

Sekulic war in seiner Jugend lange Spielmacher, bis ihn ein Wachstumsschub immer näher unter den Korb brachte. Noch heute profitiert er von den Erfahrungen die er auf anderen Positionen im Basketball gemacht hat. „Ich bin schneller als viele der großen Spieler und habe eine gute Ballbehandlung“, sagt er über sich selbst. Und die Situation von Alba, nachdem nach der Niederlage in Braunschweig Platz eins fast schon unerreichbar scheint? „Unser Ziel ist immer noch der Titel“, sagt Sekulic. „Egal ob wir als Erster oder Zweiter in das Play-off gehen. Wir glauben noch immer, dass wir das beste Team sind. Doch wir sind gewarnt und müssen aufmerksamer sein.“

Ob Sekulic auch nächste Saison bei Alba spielt ist ungewiss. Sein Vertrag gilt nur bis zum Sommer. Er würde gern bleiben und von seinem Appartement im Hotel in eine Wohnung ziehen. Doch bei Alba ist die Zeit für Vertragsgespräche noch nicht gekommen. Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sieht Baldi zudem „ein ganz besonderes Jahr auf dem Spielermarkt“ kommen, wo Entscheidungen aufgrund unsicherer Budgets eher später gefällt werden. An der Qualität von Blagota Sekulic dagegen, dürften keine Zweifel mehr bestehen.