Basketball-Bundesliga

Niederlage gegen Bamberg war Warnung an Alba

Nach der 62:72-Niederlage gegen Bamberg geht Alba Berlin an die Fehleranalyse. Mangelnde Intensität in der Verteidigung und Hektik im Spiel gehören dazu. Insgesamt sind die Auftritte des Deutschen Meisters sind nicht mehr ganz so überzeugend wie noch vor einigen Wochen.

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Der gute alte Trick funktioniert noch immer: Lobe den Gegner, den du besiegt hast, und du ersparst dir große Worte über dich selbst. So tat es Chris Fleming nach dem 72:62 seiner Mannschaft am Samstagabend in der O2 World. Der Trainer der Baskets Bamberg gratulierte also Alba Berlin höflich zum Pokalsieg und zu den guten Leistungen in der Europaliga, die wichtig seien für das Ansehen des deutschen Basketballs und „die in der Öffentlichkeit gar nicht genügend gewürdigt wurden“. Etwas schade, dass beide Erfolge Wochen zurückliegen. Die aktuellen Auftritte des Deutschen Meisters sind nicht mehr ganz so überzeugend, was sich nun in der ersten Saison-Heimniederlage gegen einen deutschen Kontrahenten niederschlug.

Als einen Weckruf der Konkurrenz wollte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi dieses verlorene Spiel nach zuvor sieben Siegen in Serie allerdings nicht ansehen: „Wir brauchen keine Warnung.“ Die Schwierigkeit der wichtigsten Aufgabe, wieder Meister zu werden und damit die erneute Europaliga-Teilnahme zu sichern, ist ihm zumindest bewusst. Erst am 17. Mai beginnt die entscheidende Saisonphase, aber Baldi ist sich bereits jetzt sicher, „dass wir ein Play-off erleben, wie wir es noch nie hatten“. Schon in der ersten Runde werde es hoch hergehen, „da werden lauter Mannschaften mit viel Qualität aufeinandertreffen“.

Jenkins erwischte nicht seinen besten Tag

Mannschaften wie Tabellenführer Baskets Oldenburg, die Frankfurt Skyliners, Göttingen, Ulm, Paderborn, aber auch Bamberg, das nach schwachem Saisonstart endlich zu einer Einheit wird. „Wir haben mehr als Team gespielt, das war der Schlüssel zum Sieg“, sagte der ehemalige Berliner Demond Greene und kritisierte damit indirekt seine Ex-Kollegen. „Heute waren sie das bessere Team, aber das heute Abend war nur ein Spiel. Es gibt noch viele Spiele“, konterte Julius Jenkins, der sich mit Greene auf dem Feld erbitterte Duelle lieferte. Und der, wie die meisten seiner Mitspieler, gegen Bamberg nicht seinen besten Tag erwischte.

Hauptgrund für die Niederlage sei die fehlende Intensität in der Verteidigung gewesen, beklagte Jenkins, „das macht dann auch das Angriffsspiel viel schwieriger“. Als Beleg dafür könnte der Amerikaner getrost die eigene Leistung heranziehen – von seinen neun, oft wilden Würfen landeten nur zwei in des Gegners Korb. Zeitweise regierte Hektik im Alba-Spiel, es wirkte, als habe die Mannschaft keinen Plan gegen die mit Ecken und Kanten kämpfenden Franken. „Im dritten Viertel haben wir unser Konzept verlassen“, sagte Baldi, „wir haben große Qualität, aber dafür müssen wir unser Spiel spielen.“ Ähnlich sah es Sportdirektor Henning Harnisch, der zwar lobte, wie die Berliner mehrfach Rückstände wettgemacht hatten. „Aber um das Spiel zu drehen, dazu bedarf es mehr. Da hätten wir 40 Minuten lang anders spielen müssen.“

Insofern könnte das Resultat vom Sonnabend doch eine Art Warnung gewesen sein, wenigstens für die Mannschaft. Sie muss den Fokus nach den schönen, aber vergangenen Erfolgen auf den wichtigsten Abschnitt der Saison richten, sollte weniger hadern und lamentieren, stattdessen mehr Wille zeigen. „Wir dürfen unsere Siegermentalität auf keinen Fall verlieren“, fordert Baldi und setzt acht Spiele vor Ende der Punkterunde zugleich ein Nahziel, trotz der schlechter gewordenen Ausgangsposition gegenüber Spitzenreiter Oldenburg. „Wir sind noch in Schlagweite und werden Platz eins attackieren mit allem, was wir haben.“