Basketball-Bundesliga

Alba kassiert die erste Heimniederlage

Gegen Bamberg unterliegt der Tabellen-Zweite Alba Berlin nach zwölf Siegen erstmals einem Bundesliga-Konkurrenten in der O2 World. Damit verpassen die Albatrosse zudem den vorzeitigen Einzug in die Playoffs und haben nun zwei Minuspunkte mehr auf dem Konto als Spitzenreiter Oldenburg.

Foto: ddp / DDP

Vor Wochenfrist waren schon die Giants Nördlingen drauf und dran gewesen, als erstes deutsches Team Alba Berlin in der O2 World eine Heimniederlage zuzufügen. Da hatte der Nimbus beim Berliner 88:78-Sieg noch gehalten. Sonnabendabend jedoch war es im 13. Bundesliga-Auftritt in der neuen Halle am Ostbahnhof so weit: Die Baskets Bamberg gewannen vor 11.207 Zuschauern mit 72:62 (36:34). Alba verpasste zugleich die Gelegenheit, sich auch rechnerisch als zweites Team nach Tabellenführer Oldenburg für das in fünf Wochen beginnende Play-off um die deutsche Basketballmeisterschaft zu qualifizieren. Aber das steht sowieso außer Frage.

Eine Woche Pause seit dem Nördlingen-Match sollte den Berlinern eigentlich gut getan haben – endlich einmal kein Wochenspiel, keine Reise, genügend Zeit zur Vorbereitung, „die wir auch gut genutzt haben“, wie Nationalspieler Steffen Hamann vor dem Anwurf sagte. Davon war über weite Strecken wenig zu sehen; schlecht kam Alba schon in die Partie. Gut zwei Minuten waren vergangen, da führten die Gäste 10:0, wenig später 13:2.

"Irgendwie hatten wir von Anfang an Schwierigkeiten, in unseren Rhythmus zu kommen“, sagte Alba-Trainer Luka Pavicevic. Anfangs resultierten die Bamberger Punkte vor allem aus Distanzwürfen und der Unaufmerksamkeit der Berliner, die ihnen zu viele Offensivrebounds gestatteten – am Ende 14 Möglichkeiten, im zweiten Anlauf zu punkten. Das taten die Baskets dankbar, „sie haben uns oft bestraft“, erkannte Pavicevic. Seine Mannschaft war fast ständig gezwungen, Rückständen hinterherzulaufen. Das erste Mal war ihr das beim 19:19 (11. Minute) gelungen.

Wenn die Mannschaft zusammenspielte, lief es gut. Aber rund lief es noch immer nicht. Mal nahm der Berliner Topscorer Julius Jenkins jeden Wurf – und traf keinen. Oder der Puertoricaner Filiberto Rivera wurde nicht konsequent verteidigt, seine Dreier taten den Berlinern weh. Und die Bamberger Leistungsträger Elton Brown (17 Punkte) und Predrag Suput (23) sammelten verlässlich Zähler. Nah dran waren die Berliner mehrfach, in Führung gingen sie noch nicht.

Dennoch schien es zur Halbzeit so, als habe sich der Deutsche Meister langsam auf seine starken Gäste eingestellt. Aber statt nach dem 36:36 durch Casey Jacobsen ruhig weiterzuspielen, übertrieb die Mannschaft von Trainer Pavicevic wieder die Einzelaktionen, schloss Angriffe oft mit wilden Aktionen ab und wurde bestraft. Einige Male waren es Schiedsrichterentscheidungen, die sie aus der Ruhe brachten. Wieder nutzte Bamberg diese Chance, setzte sich auf 49:37 ab.

Nun kippen Basketballspiele oft mehrmals. So war es auch am Sonnabend. Eine 11:0-Punkteserie brachte Alba fünfeinhalb Minuten vor dem Ende 58:57 in Führung, alles schien gut. Aber ehe sich der Titelverteidiger versah, schlug Bamberg zurück, holte sich mit acht Punkten in Serie seinen Vorsprung zurück, während die Berliner in Hektik verfielen.

„Wir haben oft nicht die richtigen Entscheidungen getroffen“, fand Pavicevic, während sein Kollege Chris Fleming sagte: „Wir waren am Schluss viel geduldiger. Ich bin stolz auf meine Spieler.“ Und die Bedeutung, als erstes deutsches Team in der O2 World gewonnen zu haben? Fleming lächelte: „Für uns ist wichtiger, dass wir gewonnen haben, als wo wir gewonnen haben.“