Basketball-Bundesliga

Alba triff auf ein erstarktes Team aus Bamberg

Nach den eher unattraktiven Gegnern in den vergangen Heimspielen, dürfen sich die Fans von Alba Berlin heute gegen den Erzrivalen Baskets Bamberg auf ein Basketballfest in der O2 World freuen. Im Live-Ticker von Morgenpost Online können das Spiel jetzt mitverfolgen.

Foto: ddp / DDP

Eine anständige Rivalität zwischen zwei Klubs ist eine feine Sache. Bei allen Beteiligten herrscht Vorfreude auf die Duelle, die Zuschauer kommen in der Regel zahlreich, ganz gleich in welcher Konstellation die Teams aufeinander treffen. So ist es auch heute, wenn Alba Berlin die Baskets Bamberg empfängt (19 Uhr), wird die O2 World erstmals seit drei Monaten bei einem Spiel der Basketball-Bundesliga wieder gut gefüllt sein.

Deutlich mehr als 10.000 Karten gingen bereits im Vorverkauf weg. Allein 1000 Fans sollen aus Bamberg anreisen, wie aus Franken verlautet. Nach den eher unattraktiven Gegnern in den vergangen Heimspielen, darf schon allein Dank der Kulisse auf ein Basketballfest gegen den Erzrivalen gehofft werden. "Da ist eine gewachsene Rivalität, bei der immer viele Emotionen im Spiel sind", sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. Da macht es auch keinen Unterschied, dass einige der bei den Berliner Fans ungeliebten Figuren, wie Trainer Dirk Bauermann, den Klubs inzwischen verlassen haben, oder dass die Bamberger nur als Tabellensiebter anreisen.

Die Mannschaft hat sich gefangen

Nach einem durchwachsenen Saisonstart hat sich die Mannschaft inzwischen jedoch gefangen und fünf der letzten sechs Spiele gewonnen. "Wir sind langsam aber sicher eine Mannschaft geworden, die sich auch so verhält", sagt Bambergs Manager Wolfgang Heyder.

Verletzungsprobleme hatten den Meister von 2007 unter dem neuen Trainer Chris Fleming zu Saisonbeginn arg zugesetzt. Spielmacher John Goldsberry fiel acht Monate aus. Die Krebserkrankung von Nationalspieler Ademola Okulaja war ein Schock für das Team. Doch seit der Rückkehr von Goldsberry im März geht es bergauf. "Er ist zwar nach noch nicht bei 100 Prozent, doch als Leader ein ganz wichtiger Spieler für uns", sagt Heyder.

Während der Saison wurde das Team dazu noch umgebaut. Für den aus disziplinarischen Gründen entlassenen Center Alexander Johnson wurde Elton Brown vom Europaligisten Maccabi Tel Aviv geholt. Mit Dan Dickau kam im Januar ein Spieler mit der Erfahrung von 300 NBA-Spielen, der derzeit allerdings nur auf der Bank sitzt.

Gäste aus Franken geben Favoritenrolle gern ab

"Bamberg ist voll da", lobt Baldi. "Sie sind eine Kraft im deutschen Basketball und ein ganz ernsthafter Gegner für jede Mannschaft im Play-off." Doch natürlich geben die Gäste aus Franken die Favoritenrolle gerne ab. "Wir gehen das Spiel ganz gelassen an", sagt Wolfgang Heyder. "Alba ist der Favorit, allein schon aufgrund ihres Spielermaterials. Und für uns ist es auch das vierte Spiel in neun Tagen."

Alba dagegen hat eine der seltenen Wochen hinter sich, ohne ein Spiel am Mittwoch- oder Donnerstagabend. "Es war wichtig, vor so einem wichtigen Spiel mal etwas länger Zeit zur Vorbereitung zu haben", sagt Spielmacher Steffen Hamann, der auf seinen ehemaligen Klub trifft.

Im Hinspiel Ende November sah die Sache anders aus. Alba musste nach einer Europaligapartie am Donnerstagabend in Ljubljana schon am Samstagmittag wieder in Bamberg spielen. Alba-Trainer Luka Pavicevic wollte damals gar nicht antreten und lieber eine Strafe zahlen, wie er später gestand. "Marco Baldi hatte entschieden, dass die Bamberger Fans dies nicht verdient hätten. Ich musste mich fügen", so der Trainer. Alba kassierte mit 59:71 die bisher höchste Niederlage dieser Bundesligasaison. Diesmal wollen sie jedoch antreten: "Wir brennen jetzt darauf den Spieß in eigener Halle umzudrehen", sagt Hamann.

Einmal mehr sind also die Voraussetzungen für ein großes Duell mit dem Erzrivalen gegeben. Und bei der derzeitigen Tabellenkonstellation würden beide Teams in der ersten Play-off-Runde erneut aufeinandertreffen.