Basketball

Deutsche Spieler punkten bei Alba-Publikum

Basketball-Nationaltrainer Dirk Bauermann hatte das Thema gesetzt. Die Einsatzzeiten deutscher Spieler seien zu gering, die Liga entfremdet, kritisierte er. Wie sehr es Zuschauern gefällt, wenn Spieler deutscher Nationalität zum Zug kommen, zeigt sich nicht zuletzt beim Einsatz der Berliner Steffen Hamann und Johannes Herber.

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Kurz vor dem Ende des ersten Viertels brandete Applaus unter den Fans von Alba Berlin in der O2 World auf. Der Grund war auf den ersten Blick wenig spektakulär: Der deutsche Nationalspieler Johannes Herber wurde in der Partie gegen Ulm (84:69) eingewechselt.

Doch seit der Kritik von Bundestrainer Dirk Bauermann, die Basketball-Bundesliga (BBL) sei ein "entfremdetes Produkt", steht das Thema deutsche Profis in der BBL im Vordergrund. Und so freuten sich die Fans über die Chance für Herber.

Am Mittwochabend verdankte der 26-Jährige seine bisher längste Einsatzzeit der Saison (18 Minuten) allerdings den Ausfällen von Rashad Wright (Sprunggelenk) und Julius Jenkins (Grippe). Doch Johannes Herber zeigte, dass er in der Lage ist mitzuhalten. "Im Großen und Ganzen war es ganz okay", sagte er nach der Partie. "Es ist natürlich ein gutes Gefühl, mal länger zu spielen und nicht nur am Ende ein paar Minuten zu bekommen." Sieben Punkte, zwei Vorlagen und zwei Rebounds sind eine ordentliche Statistik für einen Spieler, der lange verletzt war und zuletzt nur Kurzeinsätze hatte.

So gab es auch ein seltenes Lob von Trainer Luka Pavicevic. Vielleicht ist ihm die Thematik um die Einsatzzeiten deutscher Spieler derzeit auch zu sensibel, um an seiner Devise "kein Kommentar zu einzelnen Spielern" festzuhalten. "Jo arbeitet hart und konzentriert, um nach seiner Verletzung wieder zurückzukommen", sagte Pavicevic, um sofort hinterherzuschieben: "Doch alle Spieler haben heute auf hohem Niveau gespielt, so auch Jo."

Einer von ihnen war Steffen Hamann. Der Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft überzeugte in Abwesenheit von Rashad Wright auf der Spielmacherposition mit 13 Punkten und drei Vorlagen. Gegen Ulm spielte er 30 Minuten statt der gewohnten 20. "Wir haben zwölf, dreizehn Spieler, die es verdient hätten zu spielen", sagte Hamann. "Unsere tiefe Bank tut den anderen weh."

Spätestens jedoch, wenn die beiden US-Amerikaner Wright und Jenkins wieder fit sind, da macht sich Johannes Herber keine Illusionen, "wird der Trainer wohl an seiner alten Rotation festhalten". Bis dahin will er um mehr Minuten kämpfen und die Zeit auf dem Parkett "genießen". Vielleicht schon am Sonnabend wieder, im Heimspiel gegen Nördlingen (19 Uhr, Berliner O2 World).