Basketball

Alba Berlin kassiert in Bonn herbe Niederlage

Das war nichts: Drei Tage nach der Euroleague-Heimpleite gegen Real Madrid ist Alba Berlin auch in der Basketball-Bundesliga bei den Telekom Baskets Bonn böse unter die Räder gekommen. Der Meister kassierte am Sonntag beim letztjährigen Playoff-Finalisten eine herbe 66:80 (34:36)-Klatsche und rutschte damit aus der Spitzengruppe.

Die Fans in der Bonner Halle feierten schon einmal verfrüht Karneval und ihre Telekom Baskets, die Basketballprofis von Alba Berlin verließen fluchtartig das Parkett in Richtung Kabine. Die folgende Ansprache von Cheftrainer Luka Pavicevic dürfte deutlich gewesen sein. Denn die Berliner unterlagen in Bonn mit 66:80 (34:36) und fielen in der Bundesliga auf Rang fünf zurück. Zudem verletzte sich noch Ansu Sesay am Knöchel; wie schwer die Verletzung ist, wird sich heute bei einer Untersuchung zeigen. „Wir waren nicht gut genug“, gab Albas Sportdirektor Henning Harnisch zu.

Bis zur 27. Minute war die Partie offen, dann brachen die Berliner völlig ein. Dabei traf man nur bei drei von 15 Dreier-Versuchen, vergab zwölf von 35 Freiwürfen. Nach dem 84:87 gegen Real Madrid am vergangenen Donnerstag konnte man sich kein Selbstvertrauen zurückholen, die Vorstellung von Bonn lässt für die nächste Europaliga-Partie am kommenden Donnerstag in Barcelona eher nichts Gutes ahnen.

Während bei Alba gleich zu Beginn wenig zusammenlief, hieß es nach knapp acht Minuten 20:10 für die Telekom Baskets. Und die 6000 Zuschauer in der ausverkauften Bonner Halle waren außer sich. Zum ersten Mal nach dem 17. Juni 2008 waren wieder alle Tickets vergriffen, damals holte sich Alba mit dem dritten Sieg in der Finalserie den Meistertitel.

Von einer meisterlichen Vorstellung war Alba gestern hingegen weit entfernt. 15:22 verlor man das erste Viertel. Doch es wurde erst einmal besser. Center Adam Chubb (mit elf Punkten wie Rashad Wright bester Berliner Werfer) gelang nach 14 Minuten erstmals eine Berliner Führung (27:26).

Bei einem Zwei-Punkte-Rückstand (34:36) zur Halbzeit waren die Berliner noch voll im Spiel. Im dritten Viertel lagen sie dann sogar mit vier Zählern vorn (42:38/22.), nach 27 Minuten hieß es noch 48:46. Doch dann der völlig unverständliche Bruch – eine 1:10-Serie bis zum Ende des Viertels zum 49:56. Man hatte die Bonner wieder aufgebaut, die gleich nachlegten.

Albas Rückstand wuchs unter dem Jubel der Bonner Fans bis auf 14 Punkte (52:66/32. Minute). Insgesamt also eine 4:20-Serie. Harnisch: „Bonn ist heiß gelaufen.“ Die Berliner wirkten wie paralysiert. Und immer wieder patzte man an der Freiwurflinie. Allein Aleksandar Nadjfeji (10 Punkte) brachte nur zwei von sieben Würfen im Korb unter. Am Ende stand ein ganz bitteres 66:80. „Wir haben in der zweiten Halbzeit keine Mittel mehr gefunden, das Spiel gegen Madrid hat Spuren hinterlassen“, meinte Harnisch.