Leichtathletik-EM

Zwei Deutsche hoffen auf den großen Sprung

Malaika Mihambo und Mateusz Przybylko haben am Sonnabend Chancen auf EM-Gold.

Hochspringer Mateusz Przybylko ist auf Augenhöhe mit der Weltspitze

Hochspringer Mateusz Przybylko ist auf Augenhöhe mit der Weltspitze

Foto: Matthias Hangst / Getty Images

Berlin.  Die eine springt weit, der andere springt hoch – auf große Sprünge hoffen sie am Sonnabend beide. Dann stehen Weitspringerin Malaika Mihambo und Hochspringer Mateusz Przybylko im EM-Finale ihrer Disziplinen im Berliner Olympiastadion. Beide gelten als Anwärter auf die Goldmedaille.

Mihambo sorgt für Aufsehen

Mihambo war gleich zum Saisonauftakt 6,99 Meter gesprungen – Platz zwei in Europa in diesem Jahr. Nur noch eine Fingerbreite fehlt ihr zu den sieben Metern. „Ich denke deshalb aber nicht ständig daran. Die sieben Meter sind nicht mein Ziel, es darf gern auch noch darüber hinausgehen“, sagt sie. Mit dieser Unbekümmertheit hatte die 24-Jährige bei der EM 2016 bereits Bronze geholt.

Bei den Olympischen Spielen wurde sie Vierte. Im vergangenen Jahr war die Weitspringerin dann lange verletzt. Wegen eines Knochenödems am Fuß bestand sogar die Gefahr, dass sie nie wieder Leistungssport machen kann. Doch sie kämpfte sich zurück und ist in dieser Saison wieder in der Weltspitze. In Lausanne bezwang sie kürzlich sogar die amtierende Europameisterin Ivana Spanovic (Serbien). „So etwas stärkt natürlich das Selbstvertrauen“, sagt sie. „Ich empfinde den Abstand zu den anderen Top-Springerinnen als nicht mehr so groß. Mittlerweile sehe ich mich mit ihnen auf Augenhöhe.“

Vorzeichen stehen gut für Przybylko

Auf Augenhöhe springt auch Mateusz Przybylko im Finale der Hochspringer am Sonnabend. Die Vorzeichen stehen für den Leverkusener gut. „Immer wenn Eike mit im Wettkampf ist, springe ich besonders gut“, sagt er über seinen Trainingspartner Eike Onnen. Zudem wurde der eigentliche Goldkandidat, der Russe Danil Lyssenko, ausgeschlossen, weil er die Auflagen des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) für Neutrale Athleten nicht beachtet hatte.

Dadurch steigen Przybylkos Chancen. „Pech für ihn, gut für mich“, sagt er. Angesichts der neuen Ausgangslage ist der 26-Jährige aufgeregt. Der Druck auf ihn ist groß. Dabei kennt er das Olympiastadion gut, hat sich hier im Vorfeld der EM schon für den Playboy ablichten lassen. Aber „bei dem Publikum, da macht man sich natürlich etwas kleiner als sonst“, sagt er. Dazu hat er mit einer Saisonbestleistung von 2,31 Metern keinen Grund.

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