Leichtathletik

Para-Weitspringer Rehm will bei EM in Berlin dominieren

Rehm will die olympische Konkurrenz ärgern, die zwei Wochen zuvor im Olympiastadion ihre Europameister kürt.

Weitspringer Markus Rehm (r.) und Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki

Weitspringer Markus Rehm (r.) und Sport-Staatssekretär Aleksander Dzembritzki

Foto: Binh Truong / BM

Berlin.  Ein paar Sorgen macht man sich schon im Organisationskomitee der Para-Leichtathletik-EM. Ist die Weitsprunggrube im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark am Ende vielleicht zu kurz? Wenn Weltrekordhalter Markus Rehm seinen Wahnsinnssprung auspackt, auf den er in dieser Saison hinarbeitet? Schon vor drei Wochen, als er bei einem Wettkampf in Paris mit 8,34 Metern sehr nahe an seinen Weltrekord von 8,40 Metern heran sprang, fand sich der 29-Jährige schneller außerhalb der Grube wieder, als ihm lieb war.

Neun Meter ist so ein Sandkasten lang. Und da zur Europameisterschaft (20. bis 26. August) die Elite der paralympischen Weitspringer in den Nordosten Berlins reist, könnte der eine oder andere die gesamte Länge ausreizen. „Wenn die Füße das Ende der Grube erreichen, dann bin ich schon ganz zufrieden“, sagt auch Rehm als am Sonntag vor dem Brandenburger Tor der Countdown zum Saisonhighlight gestartet wurde.

Rehm will die olympische Konkurrenz ärgern

50 Tage muss sich der Leverkusener noch gedulden, bis er sich mit den europäischen Top-Athleten messen kann. Denn Rehm hat ein Ziel. Er will die olympische Konkurrenz ärgern, die zwei Wochen zuvor im Olympiastadion (7. bis 12. August) ihre Europameister kürt. „Ich werde ins Olympiastadion gehen, um die olympischen Athleten zu beobachten“, erklärt er. Er müsse sich ja schließlich anschauen, was die Weitsprung-Konkurrenz vorlegt. „Ich will die Jungs ärgern und mindestens genau so weit springen“, sagt Rehm, der wegen eines Unfalls seit seinem 14. Lebensjahr eine Unterschenkelprothese trägt.

Zum ersten Mal überhaupt finden beide Europameisterschaften in derselben Stadt statt. „Berlin ist eine Stadt des Sports, eine Sportmetropole. Das wird ein August der Leichtathletik“, sagt Aleksander Dzembritzki, Staatssekretär für Sport des Landes Berlin. Und wenn die Hauptstadt einen erneuten Versuch für eine Olympia-Bewerbung starten wolle, könne Berlin mit der Para-EM zeigen, was die Stadt leisten kann.

10.000 Tickets verkauft

Insgesamt habe man bereits 10.000 Tickets verkauft. 20.000 Zuschauer finden im Jahn-Sportpark Platz. „Am zweiten Tag haben wir schon eine Auslastung von 20 Prozent erreicht“, erklärt Klaas Brose, Organisationsleiter der Para-EM. Da gehe noch mehr, zumal die Tickets schon ab fünf Euro zu moderaten Preisen angeboten werden.

An einem wird es nicht liegen, dass keine Stimmung aufkommt, Maskottchen Para Panda. Das übergroße Plüschtier mit Beinprothese hat seit Sonntag auch einen Namen: Para Panda Max. Englisch ausgesprochen, wenn es nach Klasse 5b der Evangelischen Schule Lichtenberg geht. Die haben dem Maskottchen nämlich seinen Namen gegeben. Und weil Max im Englischen als weiblicher und als männlicher Vorname besteht, hat der Para Panda nun einen genderneutralen Namen.