Dirk Thieme bezeichnete es schlicht als Meilenstein. „Wir haben einen Kompromiss gefunden, um das laufende Bebauungsplanverfahren endlich zum Abschluss zu bringen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der „An der Alten Försterei“ Stadionbetriebs AG am Mittwochabend im Rahmen der ordentlichen Hauptversammlung.

Tatsächlich ist die Einigung mit dem Senat, die Alte Försterei mit einer Kapazität von 34.500 Zuschauern (derzeit 22.012 Plätze) bauen zu können, nicht nur für die Stadion AG der notwendige Schritt in die Zukunft. Es ist auch für den Verein selbst der Startschuss in eine neue Ära. Der 1. FC Union Berlin e.V. ist nicht nur Hauptmieter des Stadions, sondern auch Hauptaktionär mit inzwischen 75,8 Prozent der Aktien.

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Thieme bekräftigte noch einmal, dass der Baukörper an sich der gleiche bleiben wird, so wie ihn Union Berlin auf der Mitgliederversammlung Anfang Oktober 2024 vorgestellt hatte. Die ursprünglich geplante Kapazität von 40.500 Plätzen soll zu einem späteren Zeitpunkt realisiert werden. Der von Thieme genannte Kompromiss war wegen des geplanten, aber nicht genehmigten Verkehrskonzepts notwendig geworden.

Union Berlin plant mit 12.000 Sitzplätzen

Wie Dirk Zingler, Unions Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender der Stadion AG, den Aktionären mitteilte, steht nun auch die Aufteilung der Sitz- und Stehplätze fest – und auch die Saison, in der Union wegen der Baumaßnahmen am eigenen Stadion ins Olympiastadion ausweichen will.

„Mit dem Olympiastadion haben wir uns auf eine Nutzung während der Saison 2027/28 verständigt und sind dabei, die entsprechenden Verträge vorzubereiten“, wird Zingler zudem in einem Brief an die Aktionäre zitiert, „somit gehen wir von einem letzten Heimspiel an der Alten Försterei im Mai 2027 und einer Rückkehr nach Köpenick zum ersten Heimspiel der Saison 2028/2029 aus.“

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Die Plätze in der neuen Alten Försterei sollen dann in 22.500 Stehplätze und 12.000 Sitzplätze aufgeteilt werden. Somit würde Union ab 2028 auch nicht mehr nur wegen einer Ausnahmegenehmigung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in der Bundesliga spielen können. Die Lizenzbedingungen sehen 8000 Sitzplätze vor, derzeit gibt es in der Alten Försterei jedoch nur 3616 Sitzplätze.

Die Stadion AG von Union Berlin macht erneut Gewinn

„Wir haben mit der Arbeitsgemeinschaft Stadion der Fan- und Mitgliederabteilung und anderen relevanten Gruppen unseres Klubs … Einigung darüber erzielt, die komplette Waldseite und den Unterrang des erweiterten Stadions vollständig als Stehplatzbereich zu gestalten“, ließ Zingler wissen.

Der Klubchef kündigte aber auch eine Preiserhöhung an: „In der Phase der geringeren Kapazitätszulassung werden wir die Stehplätze mit einer entsprechend reduzierten Auslastung betreiben. Der wirtschaftliche Nachteil, der daraus entsteht, wird solidarisch von allen Stadionbesuchern durch einen leichten Preisaufschlag ausgeglichen.“ Geplant sind ein bis zwei Euro pro Ticket.

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Zudem beschloss die Hauptversammlung, den im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 erzielten Gewinn in Höhe von 84.948,00 Euro mit dem bisherigen Bilanzverlust in Höhe von 2.743.171,12 Euro zu verrechnen. Der neue Bilanzverlust beträgt nun 2.658.223,12 Euro und wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Umsatzerlöse stiegen um rund 440.000 Euro auf 7,866 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr ist ein Gewinn von 80.000 Euro geplant.

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