Vivantes – Netzwerk für Gesundheit GmbH

In guten Händen bei Gelenkproblemen

Im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum werden modernste Behandlungsmethoden auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt

Foto: Vivantes

Jeder Mensch ist anders – das zeigt sich auch bei Gelenkerkrankungen. Die individuelle Anatomie, die Knochenqualität und das konkrete Krankheitsbild erfordern für erkrankte Gelenke individuelle Behandlungsmethoden. „Arthrose, der degenerative Gelenkverschleiß, sieht nicht bei allen gleich aus“, stellt Prof. Dr. Heino Kienapfel, Chefarzt der Klinik für Spezielle Orthopädische Chirurgie und Unfallchirurgie am Auguste-Viktoria-Klinikum (AVK) fest. „Manchmal ist ein bestimmter Gelenkanteil geschädigt, während das übrige Gelenk gesund ist. Manchmal, z.B. bei schweren Tumorerkrankungen, müssen aber auch wir mit einem kompletten Gelenkersatz behandeln.“

Abgestufte Gelenktherapie

Im AVK kommen daher sehr unterschiedliche Implantate zum Einsatz. Ist beispielsweise ein Kniegelenk nur einseitig verschlissen, kann eine Schlittenprothese helfen, die nur diesen Gelenkanteil ersetzt. Muss die gesamte Oberfläche des Kniegelenks ersetzt werden, gibt es verschiedene Versorgungsmöglichkeiten. „Wir sprechen hier von modularen Prothesenfamilien“, erläutert Prof. Kienapfel. „Man muss sich das wie einen Baukasten vorstellen, aus dem man das richtige Implantat mit dem passenden Kopplungsgrad auswählt. So kann ich noch während des Eingriffs zwischen den Modellen wechseln, wenn sich z.B. herausstellt, dass das Kreuzband erhalten werden kann. “Dies gilt nicht nur für das Knie, sondern auch für Hüfte, Schulter und Sprunggelenk. Teilersatz, Vollersatz, zementiert oder unzementiert verankert, Titan, Kobaltchrom, Keramik oder besondere Werkstoffe für Metallallergiker: Für alle Gelenke steht ein großes abgestuftes Spektrum von Materialien und Formen bereit. Das Ziel bei der Implantatauswahl ist immer, möglichst viel Knochensubstanz zu erhalten und das umliegende Gewebe zu schonen. Dies ist erforderlich, damit der Patient ein möglichst natürliches Bewegungsgefühl zurück erhält. Das „Knochen sparen“ erleichtert darüber hinaus eine spätere Operation, falls das Kunstgelenk gewechselt werden muss: Es ist dann mehr natürlicher Knochen vorhanden, um das Wechselimplantat zu verankern.

Alle Optionen bereithalten

Eine individuelle abgestufte Gelenktherapie, die für jedes Krankheitsbild das passende Implantat bereithält: Was selbstverständlich klingt, setzt voraus, dass ein Krankenhaus alle diese verschiedenen Optionen anbietet und vor allem viel Erfahrung damit hat. Das Team von Prof. Kienapfel führt jedes Jahr mehr als 1 000 Eingriffe an allen großen Gelenken des Körpers durch. Neben gelenkerhaltenden Eingriffen in Schlüssellochtechnik und offener Technik wurden seit 2004 zusätzlich über 4000 Kunstgelenke (vor allem an Hüfte, Knie, Schulter und Sprunggelenk) implantiert. Im gleichen Zeitraum wurden auch über 300 Prothesen ausgewechselt – ein Eingriff, der aufgrund seiner hohen Schwierigkeit viel Erfahrung erfordert. „Unser Schwerpunkt liegt in der endoprothetischen Versorgung aller großen Gelenke“, fasst der Chefarzt zusammen.

Qualität und ein langes Implantatleben

Ist das richtige Implantat ausgewählt und von einem erfahrenen Operateur eingesetzt worden, wünscht sich der Patient meist nur eins: Dass das neue Gelenk lange hält und er an Lebensqualität gewinnt. Ob ein neues Implantatmodell dem gerecht wird, zeigt sich allerdings erst mit der Zeit. In der Regel haben moderne Implantate eine Funktionsdauer von 12 bis 20 Jahren. „Jede Neuentwicklung muss sich an diesen bewährten Implantaten messen lassen. Wir im AVK prüfen neue Modelle deshalb sehr kritisch, bevor wir sie einsetzen“, betont Prof. Kienapfel. Prof. Kienapfel weiß, wovon er redet, wenn er von der langfristigen Beobachtung der Qualität von Endoprothesen spricht. Als Leiter des Deutschen Endoprothesen-Registers e.V. und als Leiter der Arbeitsgemeinschaft Endoprothesen-Register bei der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie hat er über Jahre für die Einführung einer bundesweiten Endoprothesendokumentation geworben – mit Erfolg. „In Kürze werden die in Deutschland vorgenommenen Implantationen auf freiwilliger Basis in einem Register dokumentiert. Ich hoffe, dass wir damit flächendeckend die Ergebnisse aller Endoprothetik-Patienten festhalten und so aussagekräftige Langzeitergebnisse der Implantate gewinnen können. Wie bei einem Frühwarnsystem wissen wir dann, wenn ein Modell nicht gut funktioniert“, skizziert der Klinikchef.

Neue Wege beim Gelenkersatz

Eine Neuentwicklung, die die kritische Prüfung des AVKTeams bestanden hat, ist die patientenindividuelle Instrumentierung von Knieendoprothesen. „Normalerweise planen wir einen Eingriff anhand eines Röntgenbildes und mit Hilfe von Röntgenschablonen“, erklärt Prof. Kienapfel. Die endgültige Festlegung auf Implantatmodell und -größe erfolgt meist erst während der Operation. „Dort sehe ich den genauen Zustand des Knies.“ Bei der neuen „Visionaire“- Technologie ermöglichen eine Ganzbein-Röntgenaufnahme und eine Magnet-Resonanz- Tomografie (MRT) die präoperative Berechnung der mechanischen Beinachsen und eine präzise dreidimensionale Darstellung der individuellen Patientenanatomie. Beides ist für die korrekte Platzierung eines Implantats sehr wichtig. Auf dieser Basis werden Schnitt-Schablonen aus medizinischem Nylon-Kunststoff hergestellt, die genau an die individuelle Knieanatomie des jeweiligen Patienten angepasst sind. Ein Großteil der Anpassung des Implantats an den Knochen findet also vor und nicht während der Operation statt. So kann der Operateur mit Hilfe dieser Schablonen das Knie für die Implantation vorbereiten und das Kunstgelenk präzise an den Beinachsen ausrichten. So sitzt das ausgewählte Modell sehr gut, zudem ist eine längere Haltbarkeit zu erwarten.

Gut vernetzt

Innerhalb des AVK arbeiten die Orthopäden eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen. Das Anästhesie-Team unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Lehmkuhl hat neben allen modernen Narkoseverfahren auch den Schwerpunkt Schmerztherapie. Mit sogenannten „Schmerzkathetern“ sorgt er für eine schmerzfreie und frühe Mobilisierung nach der Operation und damit für eine schnellere Genesung. Die Mobilisierung der operierten Gelenke wird im AVK durch ein Physiotherapie-Team begleitet, das von einer großen ambulanten Reha-Abteilung unter der Leitung von Dr. Tilmann Stock unterstützt wird. Dieses gute Zusammenwirken der unterschiedlichen Experten soll den Patienten einen schnellen Übergang vom stationären Aufenthalt in die gewohnte Umgebung zu Hause ermöglichen. Falls eine stationäre Rehabilitation erforderlich ist, pflegt das AVK eine gute Zusammenarbeit mit erfahrenen und bewährten Einrichtungen in Berlin und im Umland.

KONTAKT

Das Zentrum für Endoprothetik am Auguste- Viktoria-Klinikum (AVK) ist seit 15 Jahren nicht nur regional, sondern auch in ganz Deutschland und über die Grenzen hinweg ein anerkanntes Zentrum für künstlichen Gelenkersatz. Seit 2004 wird die Klinik von Prof. Dr. med. Heino Kienapfel geleitet. Neben seiner operativen Tätigkeit ist Prof. Kienapfel langjähriger Leiter des Deutschen Endoprothesen-Registers e.V., Leiter der Arbeitsgemeinschaft Endoprothesen-Register bei der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Chirurgie bzw. ehemaliger Präsident der Europäischen Orthopädischen Forschungsgesellschaft. Das Zentrum Gelenkerkrankungen und Endoprothetik am AVK bietet für Ihren akuten Krankheitsfall eine Reihe von orthopädischen Spezialsprechstunden an. Für den künstlichen Gelenkersatz finden sie sogar täglich statt. Das Team des AVK steht Ihnen gerne für Rückfragen zur Verfügung.

Sprechstunde für Gelenkersatz:

täglich 9-13 Uhr, Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Rubensstraße 125, 12157 Berlin

Terminvereinbarungen unter 030-130 20-2391, -2261 oder -2131

Neben den Sprechstunden finden regelmäßig Informationsveranstaltungen statt.

Die nächsten Termine


1. Hüftgelenkerkrankungen und künstlicher Hüftgelenkersatz am

  • Dienstag, den 11.09.2012, 16.30 Uhr
  • Donnerstag, den 20.09.2012, 18.30 Uhr (Gründersaal, Haus 1, 1. OG.)
  • Montag, den 08.10.2012, 17.30 Uhr
2. Kniegelenkerkrankungen und künstlicher Kniegelenkersatz am
  • Dienstag, den 11.09.2012, 18.00 Uhr
  • Dienstag, den 25.09.2012, 17.30 Uhr
  • Donnerstag, den 11.10.2012, 18.30 Uhr (Gründersaal, Haus 1, 1. OG)
3. Sprunggelenk- und Fußerkrankungen sowie Sprunggelenkersatz am
  • Mittwoch, den 26.09.2012, 17.30 Uhr
  • Mittwoch, den 10.10.2012, 17.30 Uhr
4. Schultergelenkerkrankungen und künstlicher Schultergelenkersatz am
  • Donnerstag, den 20.09.2012, 17.30 Uhr
  • Donnerstag, den 27.09.2012, 17.30 Uhr
Sprechstunde für Gelenkersatz täglich zwischen 9 und 13 Uhr, Terminvereinbarungen unter (030) 130 20 2391/ 2261/ 2131.
Die Veranstaltungen finden im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, Rubensstraße 125, 12157 Berlin, Haus 8 / Erdgeschoss (Radiologie – Demonstrationsraum) statt. Die Veranstaltungen am Donnerstag, den 20.09. und 11.10.2012 finden ebenfalls im Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum statt, allerdings im Gründersaal, Haus 1, 1. OG.

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