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Ausgehen in Prag

Urige Kneipen und Bars – ein Streifzug durchs Nachtleben

Open-Air-Bars, Bierkeller und hippe Restaurants – wer in Prag ausgeht, hat die Qual der Wahl. Tipps für einen schönen Abend.

Im Viertel Žižkov finden sich einige Bars und Restaurants

Im Viertel Žižkov finden sich einige Bars und Restaurants

Foto: Marcus Klose

Open-Air-Bars an der Uferpromenade

Mit der Zeit ist es so eine Sache in Prag. Sie scheint nur so zu entrinnen. Wie das nun einmal so ist in einer angesagten Großstadt, in der es viel zu bestaunen gibt. Gerade in Tschechiens Hauptstadt kann ein obligatorischer Rundgang – etwa von der Prager Burg mit ihrem Veitsdom über die Karlsbrücke rüber zum Wenzelsplatz – allein schon tagfüllend sein.

Nur wenige Meter von diesen traditionell gut besuchten Orten entfernt, gerät der Rhythmus ein wenig aus dem Takt. Da wird aus Prag auf einmal eine unaufgeregte Stadt, die trendig sein will und ist, dabei aber nicht jedem Hype blindlings folgt. Hier, an der Uferpromenade Náplavka entlang der Moldau wird so manch ein Kiosk zur Open-Air-Bars umfunktioniert. Ein wunderbarer Ort für den ersten Sundowner. Nahezu an jedem Wochenende findet irgendein Food-Festival statt. Hier lässt sich die Uhr scheinbar einfach anhalten.

Wein und Bier mit Blick auf die Burg

Das funktioniert am besten am späten Nachmittag, indem man sich unter die hier versammelten Mitdreißiger und -vierziger auf den Barkassen mischt und bei Wein oder Bier auf die schräg gegenüberliegende Burg blickt. In diesem Moment vergisst man unweigerlich die fortgeschrittenen Stunden und möchte Prag mehr als ein verlängertes Wochenende seiner Zeit schenken. Aber mit der Zeit ist es eben so eine Sache. Verweilen oder doch weiterziehen – diese Frage stellt sich an Orten wie Náplavka nur allzu oft in dieser Stadt. In Ruhe genießen und gleichzeitig nichts verpassen – beides ist in Prag problemlos möglich.

Abends im Rieger Park

Das gilt besonders fürs Nachtleben, das quasi schon am Nachmittag beginnt. Wenn dieser langsam in den Abend übergeht, empfiehlt sich ein Spaziergang von Náplavka vorbei an wunderbar vom Sonnenlicht illuminierten Jugendstilfassaden hinauf zum Rieger Park (Riegrovy Sady). Dieser schlängelt sich weitläufig rund um einen Hügel inmitten des Stadtteils Žižkov.

Dort bietet sich zwischen einzelnen Baumgruppen immer wieder ein phänomenaler Blick den Hang hinunter auf Prag. Der Altstadttrubel weiter unten indes lässt sich nur noch erahnen, während im Park Flaneure vorbei ziehen, Petanque-Spieler ihre Kugeln auf den Kieselsand werfen und Sonnenanbeter Wiesen und Bänke für sich vereinnahmen. Mitunter gesellen sie sich auch in den hiesigen Biergarten.

Restaurant-Bar unterm Fernsehturm

Einzig ein riesiges Ungetüm, das zwischen den prächtigen Altbauten an der Ostseite des Parks hervorlugt, passt nicht ins Bild: der Prager Fernsehturm. Auf drei gewaltigen Säulen ruhend, überragt die monumental futuristische Konstruktion einschüchternd alle anderen Häuser des Viertels um Längen. Auf diese Weise leitet der Turmkoloss auch den Weg in Richtung U Sadu. Im Schatten des Betonriesen hat sich diese Restaurant-Bar längst zu einer echten Institution in Žižkov entwickelt – ein weiterer grundsympathischer Ort, den man so schnell nicht wieder verlassen möchte.

Prager und Touristen stärken sich in diesem herrlich urigen Lokal, das sich über Erdgeschoss und Keller erstreckt, bei gedämpftem Licht für bevorstehende Ausgehnächte. Tschechische Knödelgerichte stehen genauso hoch im Kurs wie Schlachterplatten oder eingelegter Hermelin-Käse. Und natürlich ist auch die Bierauswahl, wie es sich für Prag gehört, erstklassig.

Cocktails und Wein in Bukowski’s Bar

Wer Cocktails und Wein den Vorzug gibt, muss nur ein paar Gehminuten weiter in die dezent beleuchtete Bukowski's Bar eintreten. Untergebracht in einem für Žižkov typischen Altbau treffen sich hier in unaufdringlicher Atmosphäre vornehmlich kleinere Gruppen und Pärchen. Und das Angebot an Spirituosen ist riesig, was einen nicht gerade zu einem Ortswechsel motiviert. Denn dazu lädt unter anderem der nur eine Querstraße weiter entfernt liegende Club Palác Akropolis ein. In dessen verwinkelten Kellerräumen entwerfen internationale DJs einen bunten Mix, häufig geben sich auch namhafte Künstler für Konzerte die Ehre.

Für leisere Töne lohnt ein Gang zurück zur rechten Uferseite der Moldau. An der mit vielen Ornamenten bestückten Brücke Čechův hat das sogenannte Jazzboat festgemacht. Dessen Betreiber verbinden musikalische Improvisationskunst mit kulinarischer Experimentierfreude – auf ziemlich engem Raum, was die Gäste jedoch nah ans Bühnengeschehen bringt.

Das Partyviertel rund um Dlouha

Getrost ließe sich die Nacht auf dem Jazzboat ausklingen. Wäre da nicht das reizvoll nah gelegene Partyviertel rund um die Dlouha-Straße in der Prager Altstadt. Da ist zunächst der Klubovna 2. Patro, besser bekannt als Second Floor. Etwas versteckt in der zweiten Etage eines Hinterhofs in der Nähe des Platzes der Republik gelegen, muten die mit Stuck verzierten Räumlichkeiten an wie ein Wohnzimmer. Bilder an der Wand und allein stehende Sofas verleihen dem Ganzen den Charakter einer Ausstellung. Das alles wirkt hip und stylisch, ist aber keinesfalls überdreht. Für stilistisch ausgewogene Tanzunterhaltung steht das Harley’s ein paar Meter weiter, das bei freiem Eintritt sowie massenkompatibler Disco- und Rockmusik bis in die frühen Morgenstunden seine Pforten öffnet. Da ist dann längst ein neuer Tag angebrochen – ein Tag, an dem sich in Prag wieder die Frage stellen wird: Verweilen oder weiterziehen? Mit der Zeit ist es halt eben so eine Sache in dieser Stadt.

Info: Mit der Bahn nach Prag


Prag ist das perfekte Ziel für ein Wochenende zu zweit. In modernen EC-Zügen und in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (CD) fährt die Deutsche Bahn (DB) sechsmal täglich in vier Stunden von Berlin nach Prag mit dem Sparpreis Europa für 29,90 Euro. Für Vielreisende lohnt sich das 10er-Ticket für 199 Euro in der 2. und 399 Euro in der 1. Klasse. Die Fahrten sind innerhalb von sechs Monaten zu buchen. Informationen unter bahn.de/prag.

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