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Prag für Romantiker

Ein romantischer Streifzug durch das abendliche Prag

Mit der Bahn ist Prag schnell erreicht. Erkunden Sie die abseitigen Orte der „Goldenen Stadt“ und genießen Sie den Blick von einem der 500 Türme.

Liebesschlösser an der Karlsbrücke

Liebesschlösser an der Karlsbrücke

Foto: iStock

Mit jährlich bis zu fünf Millionen Besuchern gehört Prag zu den meist besuchten Städten Europas. Dennoch lassen sich immer noch malerische Gässchen finden, lauschige Plätze und abseitige Orte. Freuen Sie sich auf die atemberaubenden Ausblicke auf die „Goldene Stadt“ mit ihren rund 500 Türmen und Aussichtspunkten aus verschiedenen Epochen. Für den Beinamen „Goldene Stadt“ gibt es übrigens gleich mehrere Erklärungen: Die eine beruft sich darauf, dass Kaiser Karl der IV. (1316-1378) die Dächer der Burg vergolden ließ. Eine andere stützt sich darauf, dass Rudolf II. (1576-1612) mehrere Alchimisten dazu zwang, Gold herzustellen. Auch wenn das mit der Goldproduktion nichts wurde – Prag war immer schon wohlhabend und schön.

Die erste Aussicht

Wir beginnen die Tour in der Altstadt, beim Pulverturm. Der im 15. Jahrhundert erbaute Turm diente nicht nur der Stadtbefestigung, dort lagerte auch seit dem 17. Jahrhundert das Schwarzpulver, das dem Turm seinen Namen verlieh (zu tsch.: „prašna brána“, zu dt. Pulvertor). Kaum jemand weiß jedoch, dass ein kleiner seitlicher Eingang hoch zur Aussichtsplattform führt. Von dort hat man einen wunderbaren Blick und kann getrost auf den Besuch des überfüllten Rathausturmes am Altstadtplatz verzichten.

Ein stiller Marktplatz

Einem der ältesten Marktplätze Europas sollte man unbedingt einen Besuch abstatten, dem sogenannten „ovocný trh“ (zu dt.: Obst- und Gemüsemarkt), der bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde. Da der Platz heute nur selten genutzt wird, ist er ein Ort der Ruhe, verglichen mit dem Trubel der touristischen Rennstrecken wie Celetná und Karlova. Der barocke Brunnen vor der Karlsuniversität lädt zum Verweilen ein und mit Blick auf das 1781 erbaute böhmische Ständetheater fühlt man sich in die Zeit von Mozarts Don Giovanni versetzt, der hier 1787 erstmals aufgeführt wurde.

Die mildtätige Prinzessin

Nicht weit entfernt findet sich das Kloster der heiligen Agnes. Es ist nicht nur das älteste Kloster in Europa, sondern ist auch das erste und älteste gotische Bauwerk in der Tschechischen Republik. Die Tochter von Ottokar I. und Schwester von Wenzel I. ließ das Gebäude errichten und nahm sich als „Mutter Theresa der Tschechen“, der Armen und Kranken an. Anmutig und ruhig gelegen zeigt das frühgotische Bauwerk heute eine Dauerausstellung von Bildern und Madonnen des 12. und 13. Jahrhunderts. Anschließend sollten Sie auf einen Schoppen in die Weinstube des Klosters einkehren, wo tschechischer Wein ausgeschenkt wird. Ein Genuss!

Teynkirche am Abend

Tagsüber bekommt man am Altstadtplatz – auch Rathausplatz oder Altstädter Ring genannt – kaum ein Bein an die Erde. In den Abendstunden ist der Anblick der erleuchteten Türme der Kirche der Jungfrau Maria vor dem Teyn jedoch atemberaubend. Im Jahre 1368 erteilte Karl IV dem deutschen Architekten Peter Parler den Bauauftrag. Zu jeder vollen Stunde kann man hier den Apostelgang der astronomischen Uhr bestaunen, ein Meisterwerk aus dem Jahr 1490 von Jan Růže.

Am Ufer der Moldau

Vom Altstadtplatz schlendern Sie nun über die Straße Kaprova, vorbei am Rudolfinum bis zum Ufer der Moldau. Suchen Sie sich eine freie Bank, lassen Sie ihre Augen über die Moldau schweifen und genießen Sie den wunderbaren Ausblick auf die Burg und die Karlsbrücke. In der Dämmerung könnte man mit ein wenig Fantasie den Rabbi Löw erblicken, der hier im 16. Jahrhundert seinen berühmten Golem aus dem Lehm des Ufers der Moldau formte. Vielleicht haben Sie aber auch langsam Lust, sich auf einer Bootsfahrt den Fahrtwind um die Nase wehen zu lassen. Es gibt hier reichlich Schiffsbetriebe, die ihre Ausflüge anbieten.

Die schönste Brücke

Oder Sie fühlen sich noch frisch genug für einen Abstecher auf die Karlsbrücke. Sie ist die älteste erhaltene Brücke in Prag. Ihren ganz besonderen Zauber entfaltet sie in den frühen Morgenstunden oder im nächtlichen Lampenschein. Egal, wann Sie diese Brücke überqueren, hier sind Sie niemals alleine. In den späten Abendstunden, wenn all die Maler, Kunsthandwerker und Kleinkünstler verschwunden sind, leisten Ihnen immer noch die 30 Statuen Gesellschaft, welche die Brücke säumen. Die meisten sind von führenden Bildhauern in der Barockzeit gefertigt worden. Besondere Beachtung verdient der Heilige Johannes von Nepomuk, der seit 1683 die Karlsbrücke ziert. Haben Sie das gewusst: Wer die Statue berührt, der wird nach Prag zurückkehren, so sagt man hier.

Zur Burg hinauf

Über die Nerudagasse geht es nun zur Burg hinauf, dem größten Burgkomplex der Welt. Flanieren Sie durch die Höfe, am Veitsdom und dem Königspalast vorbei bis zum Goldene Gässchen. In diesen winzigen Häusern wohnten zunächst die Burgwachen. Später kamen Goldschmiede, Schuster, Schneider oder Gastwirte hinzu. Die Goldschmiede gaben der Gasse übrigens ihren Namen. Tipp: Als das Goldene Gässchen noch kein Touristenmagnet war, hat sich Franz Kafka im Haus Nr. 22 für einige Monate zum Schreiben zurückgezogen.

Die Rosen im Laurenzipark

Ein Muss für Romantiker ist ein Blick auf das Prager Panorama beim Strahov Kloster. Von hier aus ist man schnell auf dem Laurenziberg, dem Petřin. Wer gut zu Fuß und schwindelfrei ist und die 299 Stufen zur 63 Meter hohen Aussichtsplattform nicht scheut, wird mit einem weiten Blick auf die Stadt belohnt. Aber vielleicht sind Sie ja inzwischen müde? Dann gehen Sie gleich in den Rosengarten des Laurenziparks (Růžový sad Petřín) und lassen dort die Natur und die Ruhe auf sich wirken.

Info: Mit der Bahn nach Prag


Prag ist das perfekte Ziel für ein Wochenende zu zweit. In modernen EC-Zügen und in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (CD) fährt die Deutsche Bahn (DB) sechsmal täglich in vier Stunden von Berlin nach Prag, mit dem Sparpreis Europa bereits ab 29,90 Euro. Für Vielreisende lohnt sich das 10er-Ticket für 199 Euro in der 2. und 399 Euro in der 1. Klasse. Die Fahrten sind innerhalb von sechs Monaten zu buchen. Informationen unter bahn.de/prag.

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