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Gut essen an der Moldau

Ein kulinarischer Streifzug durch Prag

In Prag muss niemand darben. Nirgends gibt es so viele Kaffeehäuser und urige Bierkeller wie in der „Goldenen Stadt“. Unsere Tipps.

Ein Bummel durch die Stadt macht hungrig. In Prag ist das kein Problem. Auf beiden Seiten der Karlsbrücke warten viele Restaurants und Kaffeehäuser auf hungrige Gäste.

Ein Bummel durch die Stadt macht hungrig. In Prag ist das kein Problem. Auf beiden Seiten der Karlsbrücke warten viele Restaurants und Kaffeehäuser auf hungrige Gäste.

Foto: Getty Images/borchee

Sie sind schon durch das Palais Sternberg geschlendert. Die Burg haben Sie ebenfalls schon erkundet, Karlsbrücke und Kleinseite sowieso. Und nun sind Sie hungrig. Aber in einer Stadt wie Prag ist das kein Problem. An der Moldau wird gerne und gut gegessen. Aber vielleicht haben Sie sich ja schon auf der Anreise kulinarisch eingestimmt: Die Bordrestaurants der EC servieren neben Salat und Wein auch Schnitzel und Bier! Das Angebot hat kürzlich in der Kategorie „Foodie“ im Vergleich zwischen den europäischen Bahnen die beste Auszeichnung erhalten.

Kaffeehauskultur vom Feinsten

Dass Prag einst zur Österreichisch-Ungarischen Monarchie gehörte, merkt man an seinen vielen Kaffeehäusern. Eines der schönsten ist das Café Obecní dum im Gemeindehaus. Hohe Decken, riesige Fenster, Spiegel und Kristallleuchter. Nicht nur wegen der opulent bestückten Tortenvitrine, die auf Rädern durch das Jugendstil-Interieur gerollt wird, kommen die Gäste aus dem Staunen nicht heraus. Es ist eines der schönsten Kaffeehäuser der Stadt und bei Touristen wie Einheimischen gleichermaßen beliebt. Ähnlich populär ist das im Jahr 1902 eröffnete Café Louvre. Hier haben schon Franz Kafka und sein Verleger Max Brod ihre Knödel genossen. Es ist nicht nur für sein gutes Frühstück berühmt. Abends wird im Louvre traditionelle tschechische Küche serviert. (Obecní dum, námestí Republiky 5, Altstadt; Café Louvre, Národní 22, Neustadt)

Es riecht nach süßem Gebäck

Ihr süßer Duft umweht jede Straßenecke: Trdelnik heißt das baumkuchenähnliche Gebäck, das über die Slowakei und Ungarn nach Prag gekommen ist. Hier wird es seit rund zehn Jahren immer beliebter. Der Hefeteig wird über einen Stock gedreht und dort gebacken. Man genießt Trdelnik pur auf der Hand, mit Zucker überpudert oder mit heißem Apfel, Eiscreme, Schlagsahne oder Nutella gefüllt. Direkt an der Karlsbrücke, auf der Altstadtseite, schmecken sie besonders gut. (Trdelnik, Karlova 1, Altstadt)

Goulasch mit Aussicht

Die Goldene Stadt ist berühmt für Knödel (knedlíky), Sauerkraut (kyselé zelí) und Rinderlende (svíčková). Wer die typisch tschechische Küche in einer ganz besonderen Umgebung genießen möchte, wird im spätgotischen Ambiente des Restaurant Zvonice glücklich. Es erstreckt sich über zwei Etagen des spätgotischen Heinrich-Turms im Herzen der Stadt. Bei Sauerkrautsuppe oder Wildgoulasch genießen die Gäste eine zauberhafte Aussicht über die Stadt. (Restaurant Zvonice, Jindrišská, Altstadt)

Fleisch ist ihr Gemüse

Für Einheimische gilt ohne Frage: Fleisch ist mein Gemüse. „Naše maso“ heißt das Lokal, was sich treffenderweise mit „Unser Fleisch“ übersetzen lässt und eigentlich eine Metzgerei ist. Zwischen Messinglampen und handgeschrieben Speisekarten hängen Würste aus eigener Erzeugung, in den Auslagen liegt hochwertiges Fleisch aus tschechischer Haltung. Hier wählen Sie Ihr Stück aus, das Ihnen anschließend frisch gebraten wird. (Naše maso, Dlouhá 39, Altstadt)

Prag kann auch Edelküche

Das beweist das Restaurant V Zátiší, „Im Stillleben“ am Bethlehem-Platz. Die Küchenchefs Igor Chramec und Pavel Brož interpretieren die tschechische Küche zeitgenössisch. Das bedeutet, sie nehmen ihr die Schwere und öffnen sie für internationale Einflüsse, die von Asien bis zum Mittelmeerraum reichen. Ein mutiges Konzept, das aber aufgeht. Dieses stilvoll eingerichtete Restaurant war übrigens eines der ersten Feinschmeckerlokale im Prag nach der Wende. Hier trafen sich Diplomaten zum vertraulichen Gespräch. Wegen seiner ruhigen Atmosphäre ist es aber auch wie geschaffen für einen romantischen Abend zu zweit. (V Zátiší, Liliová 1, Altstadt)

Böhmische Bierkultur

Woran erkennt man eigentlich ein gut gezapftes Bier? Wenn eine 50-Heller-Münze auf auf dem Schaum liegen bleibt. So sagt man. Rund 150 Liter Bier trinkt ein Tscheche durchschnittlich pro Jahr – das ist Weltrekord. Der böhmische Schriftsteller Bohumil Hrabal sagte einmal „Wo andere Städte Grundwasser haben, hat Prag Bier.“ So will es die Tradition, dass der Kellner ein neues Bier auf den Tisch stellt, sobald das Glas geleert ist. Was ist ein Besuch der Goldenen Stadt also ohne Einkehr in einen der Bierkeller? Das Angebot an zünftigen Gasthäusern ist groß. Sie sind laut, voll und heißen „Zum schwarzen Ochsen“, „Zu den zwei Katzen“ und „Beim Kater“, „Zum Nilpferd“ und „Zum Eichhörnchen“, „Dicke Maus“ und „Dicker Koala“. Sie haben mehr als die Affinität zum Tier gemeinsam. Für ein paar Kronen gibt es nicht nur ein frisch Gezapftes, sondern auch Hausmannskost mit Fleisch und Knödeln. Im U Zlatého Tygra, dem „Goldenen Tiger“, hat 1994 übrigens Vaclav Havel mit Bill Clinton angestoßen (Husova 17, Altstadt).

Eines der ältesten Lokale ist die 1499 gegründete Mikrobrauerei U Fleku, „Zum Fleck“ mit seinem hauseigenen Dunkelbier. Im Sommer ist es dort wegen seines großen Biergartens besonders schön. (Kremencova 11, Neustadt)

Info: Mit der Bahn nach Prag


Prag ist das perfekte Ziel für ein Wochenende zu zweit. In modernen EC-Zügen und in Kooperation mit der Tschechischen Bahn (CD) fährt die Deutsche Bahn (DB) sechsmal täglich von Berlin nach Prag zum Sparpreis Europa nach Prag ab Berlin für 29,90 Euro. Für Vielreisende lohnt sich das 10er-Ticket für 199 Euro in der 2. und 399 Euro in der 1. Klasse. Die Fahrten sind innerhalb von sechs Monaten zu buchen. Weitere Informationen finden Sie hier.

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