Anzeige
Qualitätssicherung

Erhöhter Klärungsbedarf

Foto: Berliner Wasserbetriebe

In Berlin leben knapp 3,7 Millionen Menschen. Fast 3,7 Millionen, die täglich Wasser benutzen. 110 Liter pro Kopf, um genau zu sein. Rechnet man noch den Wassergebrauch von Industrie und Gewerbe sowie den Niederschlag hinzu, kommt man auf über 600 Millionen Liter Abwasser, die es jeden Tag zu reinigen gilt.

Berliner Leitsystem

Die Größe der Aufgabe zeigt sich in unserer technischen Ausrüstung: 164 Pumpwerke, 10.916 Kilometer Abwasserkanäle und -druckleitungen und sechs Klärwerke kommen bei der Abwasserreinigung zum Einsatz. Dieses System erlaubt es uns, flexibel und situativ auf den Abwasserfluss zu reagieren.

Lösliches und Unlösliches

Im Klärwerk durchläuft das Abwasser drei Reinigungsstufen: eine mechanische, eine biologische und eine mechanisch-chemische. Auf diese Weise können wir sowohl feste als auch im Wasser gelöste Verunreinigungen entfernen. Den größten Teil der Arbeit übernehmen dabei Abermilliarden Mikroorganismen in 200 verschiedenen Spezies wie z. B. Wimper-, Bär- oder Pantoffeltierchen und viele Bakterien, die die im Wasser gelösten Substanzen verstoffwechseln.

Riesenaufgabe mit 0,001 Millimetern

Ein Thema beschäftigt uns bei der Abwasserreinigung zunehmend: Mikroplastik. So werden Kunststoffpartikel bezeichnet, die zwischen einem Millionstel und einem Zehntel Millimeter winzig sind. Sie stecken in vielen Produkten, die uns täglich umgeben, und gelangen von hier aus auch in unser Abwasser. Etwa durch Kosmetika, den Abrieb von Auto- und Fahrradreifen oder durch Mikrofasern, die sich beim Waschen lösen.

Hypothek für die Zukunft?

Mikroplastik findet man nahezu überall. Kein Wunder, die weltweite Plastikproduktion beträgt über 300 Millionen Tonnen im Jahr. Auch in Oberflächengewässern wie Flüssen und Seen sind die Partikel nachweisbar. Ein Umstand, der uns zum Um- und Nachdenken anregt, denn schließlich überdauern die gelösten Mikropartikel mehrere Hundert Jahre in unserem Ökosystem.

Im Fokus der Forschung

Gemeinsam mit der TU Berlin und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung haben wir deshalb ein Forschungsprojekt gestartet, um den Einfluss von Mikroplastik auf den Wasserkreislauf zu erforschen. Eine sichere Nachweismethode für Mikroplastik wird auch entwickelt. Unser Ziel ist es, eine zuverlässige Datengrundlage über das Auftreten von Kunststoffen zu erstellen, um die Abwasserreinigung dahingehend optimieren zu können. Und das, obwohl wir bereits jetzt etwa 97 Prozent aller Verunreinigungen entfernen können.

Unsere Leuchttürme

In den kommenden Jahren investieren wir 1,5 Milliarden Euro in unsere Abwassertechnik. Alle Klärwerke bekommen weitergehende Reinigungsstufen. In Schönerlinde und Waßmannsdorf bauen wir daran bereits, der nächste Baustart folgt 2020 in Ruhleben. Damit reagieren wir auf die Ziele der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, die Sicherung unserer Trinkwasserressourcen und auch auf das Wachstum der Stadt.

Mehr zur unserer Qualitätssicherung unter berlinerwasser.de