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Klimaschutz

Strom aus alternativen Energien

Foto: Berliner Wasserbetriebe

Alternative Energien sichern unsere Zukunft und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Klimaschutz. Deshalb wird die Stromerzeugung mit Hilfe von Solar-, Wind- oder Wasserkraftanlagen immer wichtiger. Es gibt jedoch eine Energiequelle, die nur die Allerwenigsten kennen, und das, obwohl sie im wahrsten Sinne des Wortes in der Luft liegt: Faulgas.

Faulgas, auch bekannt als Klärgas, wird aus Klärschlamm gewonnen, der bei der Abwasserreinigung im Klärwerk anfällt. Noch vor einigen Jahren wäre freilich niemand auf die Idee gekommen, Klärschlamm für mehr als ein Abfallprodukt zu halten. Erst mit der Verknappung fossiler Energieträger rückte er als potentieller Energieträger in den Fokus.

Vom Schlamm zum Strom

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, um aus Klärschlamm Energie zu gewinnen: Er kann entweder verbrannt oder in Faultürmen entwässert und getrocknet werden. Beide Verfahren werden von den Berliner Wasserbetrieben erfolgreich praktiziert.

In Ruhleben liegt die Kraft

Das erste Verfahren – die Klärschlammverbrennung – wenden wir in unserem Klärwerk Ruhleben an. Über die Hälfte des anfallenden Klärschlamms – 54 Prozent um genau zu sein – werden von uns zur Stromerzeugung genutzt. Damit er verbrannt werden kann, muss der Klärschlamm zunächst entwässert werden. Anschließend wird er bei einer Temperatur von 850 Grad Celsius verbrannt. Der Dampf, der bei der Verbrennung entsteht, wird in drei Turbinengeneratoraggregaten in Elektroenergie umgewandelt. Mit Know-how und Technik gelingt es den Berliner Wasserbetrieben, die übelriechenden Schlammmassen aus unserem Abwasser in neue saubere Energie zu verwandeln.

Die Lösung liegt in der Luft

Wenn 54 Prozent des Klärschlamms verbrannt werden, bleiben noch 46 Prozent übrig. Um diesen kümmern sich unsere weiteren Klärwerke. Der Klärschlamm wird zu diesem Zweck in Faultürme eingelagert, und zwar bei genau 37 Grad Celsius. Diese Temperatur ist nämlich ideal, um den Klärschlamm – mit Hilfe von Mikroorganismen – in Biogas umzuwandeln.

Das Biogas verwenden wir, um mit Hilfe von Blockheizkraftwerken Strom zu erzeugen. Die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, lassen wir natürlich nicht einfach verpuffen. Im Gegenteil, wir nutzen das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und beheizen mit der Abwärme unsere Faultürme und Klärwerksgebäude.

Bleibt nur noch eine Frage. Was geschieht mit dem restlichen Klärschlamm, nachdem sich die Mikroorganismen über ihn hergemacht haben? Ganz einfach: Er wird ein weiteres Mal zur Energieerzeugung genutzt, indem er unter Zugabe von Heizöl verbrannt wird. Ein nahezu geschlossener Kreislauf.

Mehr zu unseren Klimaschutzprojekten unter www.berlinerwasser.de.