Leben

Ich liebe meinen Sport

Bewegung ist in, vor allem in Gemeinschaft: Berlins Sportvereine verzeichnen Mitglieder-Rekorde. Hier erzählen Kinder und Jugendliche vom Training und ihren größten Erfolgen

Kinder und Jugendliche hängen am liebsten am Smartphone und verlassen nur äußerst ungern die Couch? Das können wir nicht bestätigen – und der Landessportbund Berlin (LSB) schon gar nicht. Im Gegenteil: Bewegung boomt. Schon wieder kann der LSB einen Mitgliederrekord vermelden. 659.863 Berlinerinnen und Berliner sind Mitglieder in den Sportvereinen der Hauptstadt. Mehr als 17.600 Menschen sind im Vergleich zum Vorjahr hinzugekommen (plus 2,75 Prozent). Einen prozentualen Zuwachs von sogar knapp sechs Prozent verzeichnet der Kinder- und Jugendsport. Bei den Sieben- bis 15-Jährigen ist fast jeder zweite Mitglied in einem Sportverein.

Zu ihnen gehört Lucia. Die Siebenjährige schwimmt beim Berliner TSC. Angefangen hat sie vor einem Jahr auf Anregung ihrer Schwimmlehrerin in der Kita. „Ich habe in der Kita einen Schwimmkurs und das Seepferdchen gemacht. Da hat mich die Schwimmlehrerin gefragt, ob ich weitermachen möchte“, erzählt Lucia. Mittlerweile trainiert sie zweimal pro Woche jeweils eine Stunde, „ohne Umziehen“, wie sie betont. Was ihr an dem Sport besonders gefällt? Das Tauchen und das Rückenschwimmen. Einen Erfolg konnte Lucia auch schon verzeichnen: Sie hat das Bronze-Schwimmabzeichen geschafft. Da fällt kaum ins Gewicht, dass sie bei einem Wettkampf schon mal disqualifiziert worden ist. „Weil ich mit Beinen und Armen geschwommen bin. Der Wettkampf war aber nur Rücken-Beine“, so die Siebenjährige. Ihr Ziel ist, bei noch mehr Wettkämpfen mitzumachen. „Und ich will sehr gut schwimmen lernen!“

Schwimmen gehört zu den beliebtesten Sportarten in Berlins Vereinen – neben Fußball, Turnen, Tennis und Klettern. Der Fußball-Verband stellt mit 480 Vereinen und 157.267 Mitgliedern (davon 53.534 Kinder und Jugendliche) nach wie vor die mit Abstand größte Organisation im Berliner Sport. Doch auch neue Vereinssportarten haben Zulauf, etwa Frisbee oder der Trendsport Stand Up-Paddling. Einige stellen wir auf den folgenden Seiten vor.

Nicht nur die Bewegung macht Spaß – auch die Gemeinschaft zählt

Lasse etwa liebt Stand Up-Paddling. Der 13-Jährige wurde auf einer Bootsmesse entdeckt und nahm schon zwei Monate später an der Deutschen Meisterschaft teil. Ihm gefällt es, sich mit Wind und Wellen zu messen – und mit anderen Jugendlichen. Bei aller Konkurrenz, sagt er, bildeten die Stand Up-Paddler eine gute Gemeinschaft. Das schätzt auch Luise (15). Die erfolgreiche Hockeyspielerin, die mit ihrem Team 2017 sowohl in der Halle als auch auf dem Feld Deutscher Meister wurde, liebt den Sport – und ihre Mannschaft. „Das Team ist ein wichtiges soziales Umfeld für mich“, sagt sie. Dazu trägt auch Trainer Ulli Kuske bei, dem der Spaß am Sport wichtig ist: „Es ist die Schnelligkeit, die den Hockeysport ausmacht – und der Teamgeist.“

Dass nicht immer nur die Leistung im Vordergrund steht, ist auch dem katholischen Sportverband DJK wichtig. Dort kann man Skatebiathlon trainieren, eine Sportart, die das Skaten und Schießen verbindet. „Das kann die ganze Familie machen“, sagt Trainer Thomas Bialkowski (52) vom DJK Spandau. Kinder ab acht Jahren und auch Rollstuhlfahrer sind willkommen.

Dank des großen Angebots kann in Berlin jeder die Sportart finden, die zu ihm passt. Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Eleganz? Allein oder im Team? Für Timo (14) war die Lust auf Musik und immer neue Moves entscheidend, als er Breakdance wählte. Sein Trainer Gabriel Manz (30) sieht bei dieser Sportart willkommene Nebeneffekte: „Das Tolle am Breakdance ist, dass er sehr außergewöhnlich und nicht von jedem einfach nachzumachen ist. Das gibt Jugendlichen Selbstbewusstsein“, sagt er. Außerdem inspiriere man beim Breakdance andere mit seinem Können.

Wenn Timos Traum wahr wird, einmal in einer Crew zu tanzen, könnte er bei Auftritten sogar Geld verdienen. Das ist auch das Ziel von Hermine (17), die in diesem Magazin von ihrem Wunsch erzählt, ihr Hobby zum Beruf zu machen und als Bühnentänzerin zu arbeiten. Und Josephine? Die Zehnjährige hofft, mit ihrem Pony Serwus beim nächsten Reitturnier gut abzuschneiden. Drücken Sie den Kindern und Jugendlichen mit die Daumen!Fortsetzung auf den Seiten 2/3

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