Leben

Demenz – eine Krankheit voller Rätsel

Der deutsche Psychiater Alois Alzheimer, nach dem die häufigste Form der Demenz benannt ist, stellte 1906 bei einer Patientin eine schwere Form der Wesensveränderung, Gedächtnisverlust und Verwirrtheit fest. Nach ihrem Tod untersuchte er ihr Gehirn und fand plaqueartige Ablagerungen an den Nervenzellen. Auch innerhalb der Zellen hatten sich dicke Bündel an den Nervenfasern gebildet. Annähernd ein Drittel der Nervenzellen war verkümmert, die Synapsen unterbrochen. Dass es sich bei den Ablagerungen um das kleine Protein Beta-Amyloid handelt, wissen Forscher heute. Die Ablagerungen zerstören die Zelle von außen, indem sie zu Haufen verklumpen. Von innen leiten die Tau-Proteine den Zelltod ein. Im gesunden Körper sorgen diese Proteine dafür, dass die Transportbahnen der Nervenzellen ihre Form behalten. Beim Alzheimer-Kranken sind diese Proteine verformt. Das Gerüst der Transportbahnen zerfällt, Informationen werden nicht mehr weitergeleitet, die Zelle stirbt. Dieser Prozess beginnt 15 bis 20 Jahre vor den ersten Symptomen der Krankheit. Ziel der Forschung ist daher, die Demenz lange bevor sie ausbricht zu erkennen und zu behandeln. Bis heute wissen Ärzte und Wissenschaftler nichts Genaues über die Ursachen. Eine Heilung gibt es nicht.