Wettbewerb

Schülerzeitung: Das sind Berlins beste Nachwuchsjournalisten

„Deine Stimme zählt“ lautete das diesjährige Motto – nun wurden im Roten Rathaus die Gewinner geehrt.

Inmitten jubelnder Teilnehmer aus allen Schultypen stehen Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Gilbert Schomaker, stellvertretender Chefredakteur der Berliner Morgenpost, auf der großen Eingangstreppe im Roten Rathaus.

Inmitten jubelnder Teilnehmer aus allen Schultypen stehen Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Gilbert Schomaker, stellvertretender Chefredakteur der Berliner Morgenpost, auf der großen Eingangstreppe im Roten Rathaus.

Foto: Reto Klar

Berlin. Wenn man die Schüler fragt – die kleinen und die größeren – was ist so toll daran, eine Schülerzeitung zu machen? Dann sagen ganz viele: die Gemeinschaft! Zusammen eine Redaktion bilden, über Themen und Ideen nachdenken, über die Gestaltung und die Vermittlung. Ganz intensiv über viele Wochen, mit viel Arbeit verbunden, „bis man irgendwann die Zeitung wirklich in der Hand hält“, wie eine Schülerin sagte. Ein unglaublich gutes Gefühl sei das. Und wenn dann die Zeitung noch von den Mitschülern gelesen wird – voilà!

Insofern waren tatsächlich alle Schüler Gewinner, die an diesem Mittwochmittag zur Preisverleihung des Berliner Schülerzeitungswettbewerbs in den Festsaal des Roten Rathauses kamen. „Deine Stimme zählt“ hieß das diesjährige Motto des Preises, der von der Jungen Presse Berlin, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Berliner Morgenpost vergeben wird. 48 Schülerzeitungen aus der Hauptstadt hatten ihre Werke eingereicht, darunter auch zwei Online-Zeitungen.

Berliner Schülerzeitungs-Wettbewerb: Knapp 300 Schüler im Roten Rathaus

Doch wer hat nun gewonnen? Das blieb tatsächlich bis zur letzten Minuten spannend, denn verkündet wurden die Gewinner und auch die Platzierungen der ersten drei erst auf der Bühne von den Laudatoren. So war die Aufregung groß, als sich nach und nach knapp 300 Schüler aus allen Ecken Berlins versammelten. Die Moderatorin Helena Sattler fragte extra noch mal durch: Wer ist aus dem Norden Berlins, wer aus dem Osten, Süden und Westen? Und immer war der Jubel groß. Am stärksten zustimmend geklatscht wurde aber bei einer anderen Frage: Wer durfte wegen der Schüler­zeitungsproduktion schon einmal eine Unterrichtsstunde ausfallen lassen? Aber Hallo!

Gewonnen werden kann der Preis in verschiedenen Kategorien, die sich erst mal nach den Schultypen richten: Grundschule, Sekundarschule, Förderschule, Gymnasium und Oberstufenzentrum. Dazu wurden noch vier Sonderpreise zu verschiedenen Themenfeldern vergeben: Europa, Theater, Essen und menschliches Miteinander. „Das ist für uns eine ganz tolle Sache“, sagte Gilbert Schomaker, der stellvertretende Chefredakteur der Berliner Morgenpost – und machte damit auch klar, dass hier ein Preis von Kollege zu Kollege vergeben wurde. „Wir hoffen natürlich auf Nachwuchsjournalisten!“

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„Wir hätten gerne alle ausgezeichnet“

Viele Kategorien also, viel Spannung im Raum. So wurde es nicht langweilig zuzuschauen – denn selbst wenn man in der Schulkategorie nichts gewonnen hat, bleiben noch die Sonderpreise, um zu hoffen. „Wir hätten gerne alle ausgezeichnet“, sagte Laudator Johann Stephanowitz von der Jungen Presse Berlin ganz zu Beginn. Und das kam von Herzen! Denn es ist nicht ganz einfach, zuzuschauen, wenn hoffnungsvolle Grundschulredakteure am Ende leer ausgehen. Nächstes Jahr einfach wieder probieren, dann klappt es bestimmt.

Um so mehr freuten sich die, die am Ende gewonnen hatten. „Wie kommt ihr auf so tolle, spannende Themen?“, frage Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) neugierig, nachdem sie die Laudatio auf „Das Vincent“ von der Vincent-van-Gogh-Schule-gehalten hatte. Die Sekundarschule liegt in Lichtenberg und hatte sich mit dem Thema „Ehre“ beschäftigt, das im schlechtesten – oder gekränkten – Falle auch zu Gewalt auf dem Schulhof führen kann. Zwischenzeitlich war das in der Schule ein Problem gewesen, mutig ging man also das Thema in der eigenen Schülerzeitung an. Aber wir kommt die Redaktion darauf? „Wir sitzen am Tisch, schlagen voll viele Themen vor – und nehmen nur die besten.“ So klappt das also.

Bei den Förderzentren gewann in diesem Jahr „Eschkes Einblicke“ der Ernst-Adolf-Eschke-Schule. Der Förderschwerpunkt der Schule in Charlottenburg ist „Hören und Kommunikation“ – es ist eine Schule für Gehörlose. Drum gratulierte das Publikum den Gewinnern nicht akustisch, sondern Hunderte Hände hoben sich in die Luft und winkten begeistert. Als der Laudator am Ende den Schülern eine Frage stellte, reichte der Befragte die Urkunde an den Nebenmann. „Du musst die Urkunde halten, sonst kann ich nicht gebärden“, übersetzte die Gebärdendolmetscherin seine Handzeichen. Für viele Schüler, auch die Grundschüler, ein spannender Moment.

Ein großer Tag für große Schreiber

Ob Grundschüler, Gymnasiasten oder Sonderpreisträger, alle wurden für ihre Leistung gelobt. Und ein Preisgeld gab es auch: Haupt- und Extrapreise im Wert von 3000 Euro wurden vergeben. Und das muss noch nicht das Ende sein. Alle Gewinner qualifizieren sich auch für den Bundeswettbewerb, dem Schülerzeitungswettbewerb aller Länder.

Für die Musik sorgte in diesem Jahr die Schülerband des Gymnasiums Steglitz. Sechs Sängerinnen, ein Saxofon, eine Trompete, zwei E-Gitarren und ein Schlagzeug, da bebten die großen Leuchter im Festsaal, und Otto von Bismarck schaute fast erstaunt aus dem Gemälde „Der Berliner Kongress von 1878“, das dort groß an der Wand im goldenen Rahmen hängt. Am Ende noch das traditionelle Bild mit allen Schülerzeitungsredakteuren, der Bildungssenatorin Scheeres und dem stellvertretenden Chefredakteur Schomaker. Darauf sieht man: ein großer Tag für große Schreiber!

Das sind die Preisträger

Grundschulen 1. Karlchen, Karlsgarten-Grundschule, Neukölln
2. Der kleine Rüssel – unsere Elefantenpost, Reinhardswald Grundschule, Kreuzberg 3. Die Mühle, Grundschule an der Pulvermühle, Spandau. Online-Sonderpreis: Brennglas, Adolf-Glassbrenner-Grundschule Kreuzberg. Umwelt-Sonderpreis: Kolumbus News, Kolumbus-Grundschule, Reinickendorf


Integrierte Sekundarschulen
1. Das Vincent, Vincent-van-Gogh-Schule, Lichtenberg 2. Freiligram, Ferdinand-Freiligrath-Schule, Kreuzberg 3. Volle Kanne, Reinhold-Burger-Schule, Pankow


Gymnasien 1. OHnE, Heinz-Berggruen-Gymnasium, Charlottenburg 2. Händel spricht, Georg-Friedrich-Händel Gymnasium, Friedrichshain 3. Das Objektiv, Herder Gymnasium, Charlottenburg


Förderschulen 1. Eschkes Einblicke, Ernst-Adolf-Eschke-Schule, Charlottenburg-Wilmersdorf
2. Rasender Kurier, Sancta-Maria-Schule der Hedwigschwestern, Zehlendorf 3. Fuchspost, Arno-Fuchs-Schule, Charlottenburg


Oberstufenzentren 1. Newsreport, Max-Bill-Schule, Pankow. Lobenswerte Erwähnung: Anna Freud Culture, Anna Freud Schule, Charlottenburg


Sonderpreise Europa: 1. YoYo, Finow Grundschule, Schöneberg
2. Eiffel-News, Gustave Eiffel Grundschule, Pankow. Theater: Moron, Carl-von-Ossietzky-Gymnasium, Pankow. Essen: Schulecho, Käthe-Kruse-Grundschule, Steglitz. Persönlicher Umgang: 1. Schülerlupe, Marienfelder Grundschule, Tempelhof 2. Paulsenbrot, Paulsen Gymnasium, Steglitz