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Wilderer machen Jagd auf Bonobos

Die Bonobos sind kleine Schimpansen – und eng mit den Menschen verwandt. Doch jetzt ist ihre Art bedroht. Auch in Berlin macht der World Wild Life Fund (WWF) mobil.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Die Bonobos sind eng mit den Schimpansen verwandt und werden bisweilen wegen ihres grazilen Körperbaus auch als Zwergschimpansen bezeichnet. Sie leben im Kongo (Zentralafrika). Es gibt dort nur noch wenige, weil Wilderer hinter ihrem Fleisch her sind. Aber auch ihr Lebensraum, der Regenwald, wird zerstört, um die Flächen für den Anbau von Ölpalmen zu nutzen. Zwar wurde der Regenwald im Kongo 2006 unter Schutz gestellt, aber viele halten sich nicht daran. Der WWF (World Wide Fund for Nature) bittet aktuell um Unterstützung. In der Stadt sieht man Plakate mit der Aufschrift „Holen Sie die Bonobos aus der Schusslinie“. Der WWF will mit diesem Aufruf darauf aufmerksam machen, dass Wilderer-Banden im Kongo viele Tiere erschießen und damit die Art gefährden. Nach Angaben des WWF lebt wahrscheinlich ein Drittel – das sind etwa 5000 Tiere – im Salonga-Nationalpark. Der Park ist das größte Waldschutzgebiet Afrikas und ein ganz wichtiger Rückzugsort für Bonobos. In deutschen Zoos leben auch noch einige Tiere, acht sind es im Berliner Zoo. Die Jungtiere Leki und Batia kamen im Sommer 2014 zur Welt.

Wilderer können die Bonobos besonders leicht im Busch finden, da sie in großen Gemeinschaften leben, laut sind und dadurch auffallen. Das erlegte Fleisch wird auf Märkten verkauft. Der WWF braucht Spenden, um Wildhüter im Nationalpark einzusetzen und der Parkverwaltung zu helfen. Über die Gefahren für die Bonobos habe ich in einem Telefoninterview mit Dr. Gottfried Hohmann gesprochen. Er ist Leiter der Bonobo-Forschungsgruppe am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Hohmann hat das Verhalten, die Ernährung, die Fortpflanzung und die Kommunikation der Bonobos erforscht. Auf der Internet-Seite des Instituts kann man die Liste seiner Veröffentlichungen nachlesen. Er arbeitet dort seit 1999.

Katharina Bootz: Wie lange kennen Sie die Bonobos schon?

Gottfried Hohmann: Vor 30 Jahren habe ich mit den Forschungen über Bonobos begonnen. Nach zehn Jahren konnte unsere Gruppe aus politischen Gründen nicht mehr im Kongo forschen, da das Studiengebiet direkt auf der Frontlinie zweier befeindeter Militärgruppen lag. Da der Konflikt länger anhielt, mussten wir uns ein neues Studiengebiet suchen. Die Wahl fiel auf Lui Kotale, ein großes Waldareal am Rande des Salonga-Nationalparks.

Wie alt werden Bonobos im Durchschnitt?

Das ist noch unbekannt, aber die Schätzung liegt bei 60 Jahren, bei den Schimpansen sieht es ähnlich aus. Wir forschen an lebenden Tieren, und von den Jung-Tieren unserer Bonobo-Gruppe ist noch keines eines natürlichen Todes gestorben.

Haben Bonobos auch tierische Feinde?

Wir wissen auf jeden Fall, dass Leoparden Bonobos fressen.

Wie viele Bonobos gibt es denn überhaupt noch?

Das weiß man nicht so genau, da es noch viele unerforschte Gegenden gibt.

Was fressen Bonobos außer Insekten noch?

Insekten fressen sie eigentlich überhaupt nicht, ausgenommen die Raupen, die von Bäumen auf den Boden fallen. Am häufigsten fressen sie reife Früchte und Blätter, sie jagen aber auch Waldantilopen oder Meerkatzen. Wenn sie das Glück haben, Honig zu finden, so ist dies für sie ein Festessen!

Wie groß können Bonobos werden?

Sie sind auf jeden Fall graziler als Schimpansen. Da es auch kleine Schimpansen-Unterarten gibt, kann man nicht sagen, dass die Bonobos kleiner sind. Aber gemessen haben wir sie noch nicht.

Werden eigentlich eher die jungen oder eher die erwachsenen Bonobos von den Wilderern geschossen?

Da sie mehr Fleisch haben, sind die Wilderer eher auf die erwachsenen Tiere aus und erlegen sie. Finden die Wilderer ein Junges bei den toten Eltern, so nehmen sie es auch mit und verkaufen es als Haustier.

Kommentar: Die Bonobos leben in großen Familien und kümmern sich umeinander. Die Kinder der Bonobos sind sehr verspielt und turnen fast den ganzen Tag herum. Die Eltern passen auf die Kleinen auf, damit sie sich nicht wehtun, und das ist fast so wie bei uns Menschen-Kindern. Bitte helft den Bonobos, damit ihre Art nicht ausstirbt. Mehr Infos über die Tiere gibt es im Internet: „www.wwf.de“. Dort seht Ihr auch, wie Ihr die Arbeit des WWF unterstützen könnt. Auf deren Internet-Seite heißt es: „Die Bonobos sind unsere nächsten Verwandten. Doch wir sind ihre größten Feinde. Wenn wir sie verlieren, verlieren wir auch einen Teil von uns.“

Katharina Bootz, Klasse 8, Freie Waldorfschule, Mitte