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Junior-Studenten auf tierischer Weltreise

| Lesedauer: 4 Minuten

Foto: Massimo Rodari

Hast Du Spaß an der Natur? Wolltest Du schon immer einmal wissen, warum Eisbären nicht frieren oder Kamele zwei Höcker haben? Dann bist Du an der Junior-Zoo-Universität Berlin genau richtig!

Im Interview mit Schülerreporterin Doreen erklärt Harro Strehlow, der wissenschaftliche Leiter der Zoo-Uni, was genau dort passiert:

Doreen Ostendorp: Wie kam es zu der Idee der Zoo-Uni?

Harro Strehlow: Die Zoos haben alle den Auftrag, Bildung zu vermitteln – und sie wollen es auch. Es geht natürlich um Wissen über Natur und Tiere im Besonderen. Die konkrete Idee kam 2009 von einem früheren Vorstandsmitglied, neben Zoo- und Tierparkschule einen weiteren Höhepunkt für Kinder- und Jugendliche anzubieten.

Wie läuft die Zoo-Uni ab?

Wir haben Vorlesungen und Exkursionen, meist wird das im Wechsel gemacht. Es geht um eine Weltreise: Jeder Erdteil wird mit seinen Besonderheiten, seiner Tier- und Pflanzenwelt abgehandelt. Die Junior-Zoo-Universität selbst dauert ein Jahr und findet außerhalb der Ferien jede Woche am Samstag für zwei Stunden im Zoo, Tierpark oder Aquarium statt. Bei den Exkursionen geht es mitunter auch hinter die Kulissen von Tiergehegen oder mal zu anderen Instituten. Als Lernunterstützung erhalten die Studenten bei jeder Veranstaltung ein Arbeitsblatt mit Fragen, die sie lösen können. Wir kontrollieren aber nicht, wie sie damit umgehen. Wir denken, die Studenten sind freiwillig hier, kommen ein Jahr her, arbeiten das selbstständig durch und haben Interesse daran. Außerdem gibt es ein Begleitprogramm mit Experten, meist aus der Forschung oder aus dem Naturschutz. Das sind öffentliche Veranstaltungen, unabhängig von der Zoo-Uni. Jeder, der Eintritt bezahlt hat, kann daran teilnehmen.

Wie ist das Bewerbungsverfahren? Wer kann teilnehmen?

Es kann jedes interessierte Kind zwischen zehn und zwölf Jahren teilnehmen. Es muss sich im Bewerbungszeitraum, meist zwischen April und Juli, melden und zwar schriftlich. Das geht auf der Internetseite, dort ist das Formular auszudrucken. Zusätzlich muss ein eigenhändiges Schreiben formuliert werden, warum es unbedingt teilnehmen will. Eine kurze Empfehlung des Klassenlehrers gehört auch dazu.

Wie viele Kinder bewerben sich denn so? Mehr Mädchen oder mehr Jungen?

Jedes Jahr haben wir zwischen 75 und 110 Bewerbungen, aufnehmen können wir leider nur 50. Meist hatten wir gleich viele Jungen und Mädchen, erst zuletzt war der Mädchen-Anteil höher.

Wonach suchen Sie die Kinder aus, die teilnehmen dürfen?

Das persönliche Bewerbungsschreiben ist enorm wichtig, und was die Kinder schon wissen. Warum sie sich dafür interessieren, warum sie das unbedingt machen wollen. Es findet noch ein persönliches Gespräch statt, in dem es um den Eindruck geht, dass die Kinder es von sich aus wollen, selber interessiert sind. Die Kinder, die für die Sache glühen, die mit Freude ein Jahr hierher kommen wollen, die wählen wir aus.

Und was kostet die Zoo-Uni?

Für die Studenten im Jahr 100 Euro. Für den Zoo fallen natürlich höhere Kosten an, aber wir haben Sponsoren, die dafür sorgen, dass wir das so durchführen können.

Gibt es so etwas wie eine Liste der beliebtesten Tiere?

Für mich persönlich nicht. Ich finde jedes Tier, mit dem ich mich befasse, faszinierend und interessant! Bei jedem Tier kann man viel entdecken und beobachten, das macht mir Freude! Individuell mag es aber schon eine Liste bei den Studenten geben!

Gibt es Möglichkeiten für die Kinder, nach dem Uni-Jahr dem Zoo oder dem Tierpark treu zu bleiben?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Unabhängig von der Zoo-Uni kann sich jeder Interessierte eine Jahreskarte kaufen und – so oft er will – wiederkommen. Die andere ist unser Alumni-Programm, das ist ein Programm für die Ehemaligen. Für sie finden alle paar Wochen Veranstaltungen statt. Alumni können eine verbilligte Jahreskarte erhalten und kommen zu den Veranstaltungen umsonst herein.

Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig an der Junior-Zoo-Uni?

Die Studenten sollen Freude am Lernen haben und mitbekommen, wie die Welt aufgebaut ist. Und sie sollen einsehen, dass es wichtig ist, die Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten.

Die Fragen stellte Doreen Ostendorp, Klasse 6b, Schweizerhof-Grundschule, Zehlendorf