Schüler & Zeitung

Modellflieger starten in die Saison

Jetzt starten sie wieder im Freien durch: die Modellflieger. Worauf es bei diesem Hobby ankommt, was es kostet und wie viel Zeit man investieren sollte, darüber haben sich Jugendreporterinnen mit dem Wettkampfsportler Elias unterhalten:

Foto: Thomas Leonhard

„Brssssssss“! In der Luft hängen kleine Punkte. Wenn sie näher kommen, erkennt man die Modellflugzeuge. Wir befinden uns auf dem Flugplatz des Berliner Vereins für Modellflug, kurz BVM. Er liegt in Ragow in der Nähe von Königs Wusterhausen. Dort können Flugfans das Hobby kennenlernen: Hier fliegt alles durch die Luft, was fernzusteuern ist. Zu sehen sind Modelle von Segelflugzeugen, Helikoptern, Motorflugzeugen, aber auch Turbinenjets.

Segelflugzeuge fliegen ohne Motor und werden von anderen Flugzeugen in die Luft gezogen. Turbinenjets sind schneller und lauter als die anderen Modelle. Wie in jedem Sport gibt es auch im Modellflugsport Wettkämpfe – bis hin zu Weltmeisterschaften. An diesen Wettkämpfen nimmt auch der vom BVM geförderte Nachwuchs erfolgreich teil. Einer dieser erfolgreichen Jungen ist Elias Leonhard, der sich schon mit Modellflugzeugen beschäftigt, seit er acht Jahre alt ist. Er besucht das Fichtenberg-Gymnasium in Steglitz und geht dort in die achte Klasse. Wenn er auf den Flugplatz möchte, fährt ihn sein Vater hin. Im Interview verrät er, warum sein Hobby so viel Spaß macht.

Auf die Frage, wann er mit der Modellfliegerei angefangen hat, antwortet Elias: „Mein Vater hat zu seinem 44. Geburtstag ein Einsteiger-Modell bekommen. Wir sind es abwechselnd geflogen und hatten dabei sehr viel Spaß!“ Am besten gefällt ihm an seinem Hobby, dass es meistens in der Natur stattfindet: „Es hilft mir, den Schulstress schnell zu vergessen. Und es macht mir Freude, ein Modellflugzug so zu steuern, wie es die vorgegebenen Kunstflugfiguren vorsehen.“ Diese Kunstflugfiguren nennen die Fachleute Aresti-Figuren, sind nach einem spanischen Grafen benannt. Jede Figur hat auch einen Schwierigkeitsgrad und der fließt bei einem Wettbewerb in die Bewertung ein.

Wie viel Zeit Elias in sein Hobby investiert, hängt auch von der Jahreszeit ab. Im Sommer ist es natürlich mehr als im Winter, wenn das so genannte „Indoor-Fliegen“ mit kleineren, sehr leichten Schaumstofffliegern angesagt ist. Das Trainingspensum erhöht sich vor den Wettbewerben. Elias: „Nur wenige können sich vorstellen, wie trainingsintensiv der klassische Kunstflug ist. So versuche ich, mit meinem Vater neben dem Wochenende Ragow zweimal zu besuchen, d. h. zusammengerechnet ergeben sich sicher mehr als acht Stunden Trainingsaufwand.“

Was benötigen Einsteiger, die mit der Modellfliegerei anfangen wollen? „Man braucht neben Zeit auch noch Eltern, die einen finanziell unterstützen. Als Einsteiger hat man auch die Möglichkeit, mit einem Simulator die praktischen Grundkenntnisse vor dem echten Modellfliegen zu erlernen“, sagt Elias.

Flieger selber bauen

Wer ein Hobby wie Modellfliegerei betreibt, baut sein Fluggerät oft selbst. Wie schwierig das ist und wie viel Geld man in den Bau stecken muss, wollten wir von Elias wissen. „Grundsätzlich werden die Modelle von meinem Vater gebaut, da ich noch nicht die nötige Erfahrung habe. Heute haben die Flugzeuge einen hohen Fertigungsgrad. Die Kosten für ein Modell sind abhängig von der Größe und der Verwendung, mein Wettbewerbsmodell zum Beispiel kostet mehrere tausend Euro und ist darüber hinaus versichert“, so Elias. Übrigens ist er nicht in der einzige in der Familie, der dieses Hobby hat. Auch sein Bruder Aaron ist interessierter Modellflieger, besonders das Bauen der Modelle bereitet ihm Freude. Aber auch Elias’ Vater findet ab und zu noch Zeit fürs Hobby. Thomas Leonhard sagt, dass der Modellbau eine Grundlage sein kann für viele technische Berufe: „In meiner Jugendzeit hat das Fliegen von ferngelenkten Flugmodellen das technische Verständnis gefördert und mir unter anderem meine spätere Karriere als Pilot bei einem deutschen Luftfahrtunternehmen ermöglicht.“

Bei Wettbewerben konnte Elias schon einige Erfolge feiern, so etwa hat er das Jahr 2011 als zweiter in der Sportklasse des Deutschen Modellfliegerverbands abgeschlossen. Im Norden Deutschlands richtet der Deutsche Modellfliegerverband die meisten Wettbewerbe aus, im Süden ist es der Deutsche Aero Club. Und welche Ziele hat sich Elias für 2013 gesetzt? „Das Erreichen einer Platzierung unter den ersten zehn.“

Außerdem sagte er uns, dass er sich noch mehr gleichaltrige Flieger für Ragow wünschen würde. Von kleineren Abstürzen sollte sich am Anfang niemand abschrecken lassen: „Nur Übung macht den Meister, “ sagt Elias – und grinst. Weitere Infos und Tipps gibt es auf seiner Website unter: www.rcmodelle.de

Julika Pruß und Dilara Sanli, Klasse 8.2, Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, Lichtenrade

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