Geschichten aus dem Berliner Zoo

Von Ausbruchkönigen und Flamingoeier-Dieben

Die Zoo-Fachschule ist ein Informationszentrum für Groß und Klein. Dort kann man alles über die Tiere und das tägliche Leben im Berliner Zoo erfahren. Wir konnten die Leiterin der Schule, Dr. Daniela Wittwer, vor Ort interviewen. Und dabei interessante Details über den Zoo erfahren:

Foto: privat

Der Berliner Zoo existiert seit 1844. Im Zweiten Weltkrieg wurde er bis auf die Hühnerhütte komplett zerstört, es überlebten nur 34 Tiere. Heute leben im Zoo fast 16000 Tiere aus 1469 verschiedenen Arten. 230 Mitarbeiter, davon 160 Tierpfleger, sorgen für die Bewohner des Zoos. Im Jahr 2009 wurde er von mehr als drei Millionen Menschen besucht.

Der Beruf eines Tierpflegers ist sehr beliebt. Jährlich bewerben sich rund 1000 Schulabgänger für diesen Ausbildungsberuf. Voraussetzungen sind mindestens ein guter Realschulabschluss sowie gute Kenntnisse in Geographie, Sport, Englisch, Mathematik, Chemie und Biologie. Auch ein freundlicher Umgang mit Menschen und Tieren ist sehr wichtig. Außerdem muss die Bereitschaft vorhanden sein, auch im Zoo zu wohnen, weil für den Notfall auch nachts Fachkräfte vor Ort sein müssen.

Tiere im Zoo:

Der älteste in Gefangenschaft lebende männliche Panda der Welt ist der Berliner Panda Bao-Bao, der ein Geschenk Chinas war. Er ist der einzige Panda, der nicht nach China zurückgegeben werden muss. Bao-Bao ist 33 Jahre alt, das sind umgerechnet über 100 Menschenjahre.

Der König von Nepal schenkte dem Berliner Zoo das Panzernashorn “Narayani”. Das älteste Tier ist die Gorilla-Dame “Fatou”. Sie ist mittlerweile 53 Jahre alt.

Im Zoo Berlin werden jährlich viele Jungtiere geboren. In diesem Jahr kam Anfang Februar ein Spitzmaulnashornbaby namens “Kigoma” zur Welt. Die Nashornmutter “Maburi” kümmert sich rührend um ihr Junges.

Auch unschöne Ereignisse gibt es in unserem Zoo. In diesem Jahr wurden alle Flamingo-Eier von Unbekannten gestohlen. Es macht uns traurig zu erfahren, wie wenig Respekt manche Menschen unseren Tieren entgegenbringen.

Daniela Wittwer konnte uns auch viele lustige Anekdoten über die ausbruchsfreudigsten Tiere des Berliner Zoos erzählen. So z. B. der Gorilla “Boquito”, der gerne nachts ausbrach. Wie er dieses immer wieder anstellte, konnte nie herausgefunden werden. Da Rotterdam behauptete, den sichersten Zoo zu haben, wurde der so genannte “Ausbruchkönig” dorthin verlegt, wo er gleich die erste Nacht die Flucht ergriff, jedoch wieder eingefangen wurde. Es gab auch einmal einen Orang-Utan, der mit einem Kugelschreiber das Schloss seines Käfigs knackte und so ein wenig von der großen Freiheit schnupperte. Den Kugelschreiber hatte das schlaue Tier in den Backentaschen versteckt. So konnte kein Pfleger sein Ausbruchswerkzeug entdecken. Die zur Zeit erfolgreichsten Ausbrecher sind die Nasenbären, die von Baum zu Baum über den Zaun springen.

Frau Wittwer erzählte uns auch, dass demnächst eine neue Staffel von “Panda, Gorilla & Co.” im Berliner Zoo gedreht wird. Darauf freuen wir uns sehr!

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