Island

Menschlicher Penis lockt mehr Besucher ins Museum

Seit diesem Jahr ist auch der Mensch mit einem Glied im Phallusmuseum vertreten. Das macht viele neugierig und erforderte einen neuen Standort des Museums.

Einige Exponate schwimmen in Formaldehyd, andere hängen wie Jagdtrophäen an der Wand – wie unterschiedlich Penisse in Form und Größe sein können, zeigt ein ungewöhnliches Museum in Island: Mehr als 281 Geschlechtsteile von männlichen Land- und Meeressäugtieren präsentiert das Isländische Phallusmuseum – und es werden mehr. Deshalb ist das Museum, das jährlich mehr als 12.000 Besucher zählt, nun von der kleinen nordisländischen Fischerstadt Husaivik ins Zentrum von Reykjavik gezogen.

Mit Pornografie, Erotik oder Schmutz habe die Ausstellung nichts zu tun, betont Museumsgründer Sigurdur Hjartarson, der auch Geldbeutel und Lampen aus behaarten Stierhoden fertigt, immer wieder in Interviews. Seine Leidenschaft für Phallen reicht weit zurück: 1974 brachte ihm ein Bekannter eine Peitsche aus getrocknetem Stierhoden von der Snaefellsnes-Halbinsel mit. Dieses bizarre Souvenir faszinierte den heute pensionierten Lehrer so sehr, dass er begann, Phallen aller Art zu sammeln.

Heute ist der 71-Jährige zusammen mit seinem Sohn Hjörtur Gísli Sigurðsson, der inzwischen das Museum leitet, stolzer Besitzer der Penisse von 46 Tierarten, darunter Robben, Islandpferde, Walrösser und ein Bär. Der Schwerpunkt der Sammlung liegt auf Walen.

Zu den 56 Exemplaren 17 verschiedener Walarten gehört auch der Penis eines Pottwals, der 1,7 Meter lang und 70 Kilo schwer ist. Das Geschlechtsteil eines Hamsters ist wiederum so klein, dass es hinter einem Vergrößerungsglas gezeigt wird.

Selbstverständlich dürfen in Island auch die Genitalien von Elfen und Trollen nicht fehlen. So findet man in der folkloristischen Abteilung beispielsweise das Relikt eines "Milchschmarotzenden Zauberwesens“ (Costa humana lactea Lanata), das 1832 in einem Schafstall in Westisland getötet worden sein soll, oder den Penisknochen einer "Strandmaus“ (Mus litoris Locupletus). Laut Tafel wurde die Maus, die für ihren Besitzer Geld aus dem Meer gezogen haben soll, am 16. November 1993 an der Südwestküste bei Grindavík gefunden.

Menschlicher Penis vervollständigt die Sammlung

Auf ein Exponat musste Hjartarson, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, die männlichen Geschlechtsorgane sämtlicher auf Island lebenden Säugetiere komplett auszustellen, besonders lange warten: Erst als im Januar Pall Arason im Alter von 95 Jahren starb, kam ein menschlicher Penis zur Sammlung hinzu. Denn der Isländer hatte zu Lebzeiten verfügt, dass sein bestes Stück nach seinem Tod im Museum ausgestellt werden sollte.

Auch wenn mit dem Penis der Spezies Homo Sapiens das letzte noch fehlende Glied zur Sammlung hinzugekommen ist, haben sich bereits ein Deutscher, ein Amerikaner und ein Engländer ebenfalls zu einer Spende bereit erklärt. Wann ihre Glieder in der Ausstellung zu sehen sind, ist bislang aber unklar – denn noch leben die Spender.