Urlaubsinsel

Mallorca: Wie sich die Hotelpreise entwickeln werden

Hotels auf Mallorca können nach der Thomas-Cook-Pleite wieder über andere Veranstalter gebucht werden. Was das mit den Preisen macht.

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Berlin. Drastisch fallende Hotelpreise nach der Thomas-Cook-Pleite? Zumindest auf Mallorca wird das wohl nicht der Fall sein. „Wir erwarten für Mallorca im nächsten Jahr stabile bis leicht rückläufige Preise“, sagte der Sprecher des Deutschen Reiseverbands (DRV), Torsten Schäfer.

Auch die Insolvenz der Thomas-Cook-Veranstalter wird bei den Hotels nicht zu deutlichen Preissenkungen führen, damit deren Zimmer belegt werden. Denn: „Fast alle Hotels, die bislang über Thomas Cook vermittelt wurden, haben ihre Zimmerkontingente mittlerweile bei anderen Reiseanbietern untergebracht – und können dort gebucht werden“, so der DRV-Sprecher.

Mallorca: Chefin der Hotelkette Riu erwartet niedrigere Preise

Skeptischer sieht dies die Chefin der Hotelkette Riu, Carmen Riu. Im Moment würden „niedrige Preise angesetzt, damit andere Reiseveranstalter die Zimmer unter Vertrag nehmen“, sagte Carmen Riu nach einem Bericht der „Mallorca-Zeitung“. Und sie könne das voll und ganz verstehen. „Wir werden nun Angebote machen müssen, wie wir sie in den vergangenen vier, fünf Jahren nicht gemacht haben.“ Zumindest die kommende Saison und 2021 dürften unter diesen Vorzeichen verlaufen, sagte Riu weiter.

Allerdings sind die Hotelpreise in den vergangenen zwei Jahren auf Mallorca auch teilweise deutlich angestiegen. „Ein Grund dafür war, dass aus politischen Gründen Verbraucher die Türkei gemieden haben und nach Mallorca reisten“, erläutert der Sprecher des Deutschen Reiseverbands. Doch die Türkei, die ebenfalls bei deutschen Urlaubern sehr beliebt ist, gewinne wieder an Attraktivität zurück.

Mallorca ist beliebtestes Auslandsziel der Deutschen

Spanien ist jedoch mit über 10 Millionen Reisenden – davon zuletzt allein vier Millionen Urlauber auf Mallorca – das mit Abstand beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen. Und wer im November auf die Insel fliegen mag und flexibel ist, hat gute Chancen, Flüge von Deutschland aus ab 29,83 Euro zu erhalten - und zwar für den Hin- und Rückflug.

Weltweit haben die Hotels nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hohe Verluste eingefahren. Allein auf Mallorca saßen die Hoteliers nach eigenen Schätzungen auf unbezahlten Rechnungen in Höhe von 100 Millionen Euro.

Schätzungen zufolge brachte Thomas Cook im Jahr 2018 rund eine Million Pauschalurlauber auf Mallorca und auf die balearischen Nachbarinseln Ibiza, Menorca und Fuerteventura. Das ist zwar nur ein kleiner Anteil der insgesamt 16,6 Millionen Urlauber, die 2018 auf die Balearen reisten. Doch einige Hotels waren so eng mit Thomas Cook verbunden, dass sie fürchteten, dass sich die Krise existenzbedrohend auswirken könnte.

Condor fliegt mit Überbrückungskredit weiter

Während sich die Veranstalter von Thomas Cook im Insolvenzverfahren befinden und keine Reisen mehr vermitteln, fliegt die deutsche Flugtochter weiter. Condor hat von der Bundesregierung einen Kredit über 380 Millionen Euro für die nächsten sechs Monate erhalten, um den Flugbetrieb aufrechtzuerhalten und um einen neuen Eigentümer zu finden.

Condor ist nicht die erste Airline, die von der Bundesregierung einen Kredit erhält. Auch der insolventen Air Berlin wurde nach der Insolvenz ein Kredit über 150 Millionen Euro bewilligt. Allerdings konnte die Fluggesellschaft damit nicht gerettet werden.