Kreuzfahrt

AidaNova: Testfahrt mit dem neuen Star der Flotte

Die AidaNova ist das erste Kreuzfahrtschiff, das mit flüssigem Erdgas fahren kann. Sie garantiert großen Spaß – mit gutem Gewissen.

Ein Schiff der Superlative: Das ist die AIDAnova

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ein schiff der superlative- das ist die aidanova

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Santa Cruz. Sie ist groß. Ziemlich groß. Eine imposante Erscheinung im Hafen von Santa Cruz auf Teneriffa. An der Muelle de Ribera in der Insel-Hauptstadt liegt die AidaNova: 337 Meter lang, 42 Meter breit, 20 Decks hoch. Ein Riesen-Baukasten an Erlebnissen für intensiven Urlaub.

Seit Dezember 2018 ist das neueste und größte Schiff von Aida Cruises unterwegs. Kurz vorher hatte ein Feuer in zwei Kabinen die Indienststellung um einige Wochen verzögert. Die Nova ist jetzt das Flaggschiff der Rostocker Reederei und weltweit das erste Kreuzfahrtschiff, das auf See und im Hafenbetrieb mit emissionsarmem Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden kann. Und das Aida-Management wird nicht müde, die Nutzung von LNG als umweltfreundliche Lösung im Schiffs­betrieb zu betonen.

„Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden werden nahezu vollständig vermieden“, sagt Michael Stendebach, Chef der Produktentwicklung. „Der Ausstoß von Stickoxiden und CO2 verringert sich nachhaltig.“ ­Aida-Präsident Felix Eichhorn blickt schon in die Zukunft: „2021 und 2023 werden zwei weitere Schiffe dieser Generation die Flotte verstärken.“


Das eigentliches Ziel der ist das Schiff selbst

Das ökologische Gewissen ist beruhigt, also kann die siebentägige Tour rund um die Kanaren und nach Madeira auf dem Kussmund-Kreuzer beginnen. Platz ist für rund 6600 Mitfahrer – Crew und Passagiere. Letztere wohnen in 2626 Kabinen, die es in 21 Varianten gibt: Veranda-Kabinen Deluxe zum Beispiel für Familien mit Kindern, die Junior-Suite mit Winter­garten oder gleich die 73 Quadratmeter große Penthouse Suite, verteilt auf zwei Decks. Deutlich preiswerter ist natürlich eine zweckmäßige Innenkabine. Und zum ersten Mal gibt es bei Aida auch Einzelkabinen.

Eine Balkonkabine für zwei ist in den Farben Blau und Sand gestaltet, sie verfügt über genügend Stauraum im Kleiderschrank und ein geräumiges Duschbad. An der Wand hängt ein moderner Flachbild-Fernseher, eingespeichert sind diverse deutsche Sender. Auf dem Balkon in der Sonne liegen und im Radio die Staumeldungen von deutschen Autobahnen hören – herrlich!

Hungern und dürsten muss auf so einem Schiff niemand. Von sechs Uhr früh bis zwei Uhr nachts gibt es zu essen und zu trinken, vom ersten Kaffee an Deck bei Sonnenaufgang mit einer Stulle auf die Hand vom Street-Food-Tresen bis zum letzten Cocktail und der Currywurst von der Snack Bar. 17 Restaurants machen die Auswahl schwer.

Schick im maritimen Stil gehalten ist das Yachtclub-Restaurant. Hier locken am Büfett leichte saisonale Küche, Salate, Meeresfrüchte und ein großes Obstangebot. Auch im East bedient man sich selbst bei den Spezialitäten aus Asien. Neu sind hier Dim Sum und indische ­Gerichte aus dem Tandoori-Ofen. Die ganze Familie kommt im Fuego auf Deck 16 ­zusammen. Besonderheit hier: eine abgesenkte Kinder-Büfett-Strecke und ein Baby-Bistro mit kostenlosem Gläschenbrei und Milchpulver.


Die AidaNova hat fünf Spezialitätenrestaurants

Bei Aida-Gästen als Dauerbrenner beliebt und bekannt sind das Bella Donna und das Markt-Restaurant, die auch auf der Nova nicht fehlen. In allen Büfett-Lokalen sind die Speisen, Wasser, Wein, Bier, Softdrinks sowie Tee schon mit dem Reisepreis bezahlt.

Oder lockt ein Abendessen in einem der fünf Spezialitätenrestaurants? Burger, herzhafte Schmankerl und frisch gebrautes Bier, französische Leckerbissen, Fisch und Seafood sowie Feines aus der venezianischen Küche sind im Angebot. In diesen Lokalen sind die Speisen inklusive, Getränke kosten extra.

Wem das alles nicht behagt, der lässt sich im À-la-carte-Restaurant auf gesonderte Rechnung verwöhnen. Im Steakhouse Churrascaria gibt es Fleisch satt vom Spieß, im Sushi House kalte und warme Rollen mit Reis und Fisch. Gourmetküche wird im Rossini serviert, und im Teppanyaki Asia Grill ist die Show der Köche an den heißen Platten ebenso köstlich wie die zubereiteten Speisen.

Erlebnis und Kulinarik verschmelzen im neuen Time Machine Restaurant: Hier betreten Gäste eine Welt voller Wunder, Verrücktheiten und Überraschungen. Bei einer fantastischen Dinner-Zeitreise verschwimmen Geschichte und Zukunft, Realität und Fantasie, Entertainment und Genuss auf magische Weise. Alles dreht und bewegt sich, Kellner werden zu Zauberern und servieren in drei Gängen für 14,90 pro Person.


Die „AidaNova“-Reederei empfiehlt vier Reisen à sieben Tage

„Dieses Angebot gibt es nur auf der AidaNova“, sagt Stendebach. „Wer hier wie in einem U-Boot essen, Fische treffen und den Schatz suchen möchte, sollte möglichst schon von zu Hause über das Bordportal einen Platz reservieren.“ Das ist auf jeden Fall angeraten, bei unserer Reise waren in den À-la-carte-Lokalen nur noch wenige Tische frei.

Überhaupt sollten Kreuzfahrer sich vor Reiseantritt mit der Nova beschäftigen. Wer alles erleben, sehen, probieren und wahrnehmen möchte, so die Reederei, sollte vier Reisen à sieben Tage unternehmen. Was ist da schon eine Woche? Sport im Body&Soul drinnen und an der frischen Luft, Joggen, Ball spielen und den Klettergarten entern auf Deck 18, Minigolf auf Deck 8, Wellness, Sauna und Massage ebenfalls dort. Die Stufen erklimmen in den drei kunstvoll gestalteten Treppenhäusern, durch die Shops bummeln, einen Kochkurs oder eine Weinprobe besuchen, Bilder von Udo Lindenberg betrachten.

Nicht zu vergessen die Häfen und die Inseln. Auf Fuerteventura lockt ein schöner Strand in Sichtweite des Hafens, auf Lanzarote faszinieren die Bauten von César Manrique, auf Madeira erfreuen sich Blumenfreunde an der üppigen Vegetation. Aber so mancher verzichtet auf den Landgang, denn das Schiff ist das eigentliche Ziel der Tour. Und eine große Konkurrenz und Alternative für all die All-inclusive-Clubhotels in verschiedenen Ländern. So eine große Restaurant-Vielfalt und wechselnde Aufenthaltsorte haben die nicht zu bieten. Da stimmt der Slogan „Mein Hotel zeigt mir die Welt“.

Die AidaNova will ein Schiff für die ganze Familie sein. Und in der Tat sind häufig Oma und Opa, Vater und Mutter sowie Kinder als Gruppe unterwegs. Für die Kleinsten von sechs bis 36 Monaten wird Betreuung gegen einen geringen Kostenbeitrag angeboten. Kids zwischen drei und elf Jahren toben, spielen, baden und basteln im Kids Club, spielen Theater und erarbeiten eine Show. Und die Teens zwischen zwölf und 17 Jahren treffen sich im Wave Club, können selbst Musikvideos produzieren oder einfach chillen.


Auf der AidaNova treten Sänger wie Sasha und Nico Santos auf

Das Four Elements ist das Highlight für die ganze Familie. Während die einen im Klettergarten die Baumwipfel erklimmen und auf den Riesenwasserrutschen über drei Decks um die Wette rutschen, genießen die anderen im benachbarten Beach Club Karibikfeeling unter Palmen, auf Liegen, Stühlen und in gemütlichen Kuschel-Muscheln. Für viel Spaß sorgen auch der Wasserspielplatz, di­verse Pools und Sprudelbecken sowie die große Minigolflandschaft. Und wer mal ohne Kinder seine Ruhe haben möchte, verzieht sich aufs FKK-Deck.

Apropos Pool: Wie der auffällige Kussmund gehören die gelb-weiß gestreiften Handtücher zu Aida. Auf der Nova muss man sich jetzt nicht mehr an bestimmte Zeiten halten, um die Laken gegen Pfand zu bekommen, sondern kann sich selbst an diversen Regalen bedienen. „Wir haben 36.000 Handtücher, und alle sind gechippt“, sagt Michael Stendebach. „Ich weiß also, wo sie sich auf dem Schiff befinden.“ Und auch, in welchem Koffer.

Wenn alle Erlebnisse abgehakt und hungrige Mägen gefüllt sind, dann kommt die nächste Qual der Wahl: Wohin am Abend? Cocktails trinken in einer der 17 Bars? Ein frisch Gezapftes im Biergarten mit Meerblick genießen? Sich als Glücksritter im Casino versuchen? Im Studio X, dem ersten TV-Studio auf See, „Wer wird Millionär“ spielen und vielleicht die nächste Kreuzfahrt gewinnen? Eine Show auf der 360-Grad-Bühne im Theatrium, dem „Wohnzimmer“ des Schiffes, erleben; mitfiebern, mitsingen?

Die Auswahl ist fast unendlich. Denn natürlich kann man auch tanzen gehen, im The Cube oder in der Rock Box Bar abfeiern und den Abend im Beach Club verbringen, wenn Sänger wie Sasha („If You Believe“) oder Nico Santos („Rooftop“) auftreten.

Und dann ist die Woche um, Kapitän Vincent Cofalka hat die AidaNova wieder sicher an der Muelle de Ribera in Santa Cruz auf Teneriffa angelegt. Erfüllt gehen wir von Bord und wissen gar nicht, welches nun der schönste Moment der vergangenen sieben Tage war. Denn es waren so viele. Fortsetzung gefällig? Ab April ist das Schiff im westlichen Mittelmeer unterwegs. Nach der Kreuzfahrt ist schließlich vor der Kreuzfahrt.

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