Trentino

Paganella – das perfekte Skigebiet für Familien mit Kindern

Das Skigebiet Paganella in Trentino ist klein, aber anspruchsvoll. Die Region hat sich ganz auf Familien und Romantiker eingestellt.

Ski-Fahrerin auf einer Piste in Paganella: Familien schätzen das Ski-Gebiet auch deshalb, weil es mit seinen 50 Pistenkilometern relativ überschaubar ist.

Ski-Fahrerin auf einer Piste in Paganella: Familien schätzen das Ski-Gebiet auch deshalb, weil es mit seinen 50 Pistenkilometern relativ überschaubar ist.

Foto: aletrovati / Trentino Marketing

Trient.  Mit ihrem neonfarbenen Skistock weist Skilehrerin Tina Stolcis auf die schwarze Piste mit dem klangvollen Namen Olimpionica 2. Direkt daneben verläuft die rote Piste. Es sind beides sehr schöne lange Strecken mitten durch den Wald, allerdings ziemlich anspruchsvoll für Anfänger. „Wer hier Skifahren lernt, der kann danach überall fahren“, sagt die 56-Jährige.

Seit mehr als 35 Jahren bringt Tina Stolcis bevorzugt Kindern das Skifahren im Paganella-Gebiet bei, und die schwarze Abfahrt ist für viele der krönende Abschluss ihres Kurses. „Es ist schließlich die schönste schwarze Piste der Welt“, sagt die Italienerin voller Stolz. Sie muss es wissen, schließlich ist sie in den 1980er-Jahren hier Abfahrtsrennen gefahren.

Zudem wird seit drei Jahren der Europacup der Damen im Riesenslalom auf der Olimpionica 2 ausgetragen, und das norwegische Weltcup-Team kommt auch regelmäßig zum Training nach Paganella.

Kinderbetreuung in der Iglu-Bibliothek

Die Profisportler sind allerdings die Ausnahmen in dem kleinen, aber feinen Skigebiet mitten im Trentino. Denn die beiden Gemeinden Andalo und Fai della Paganella haben sich vor allem auf ­Familien eingestellt. Es gibt sechs ­Skischulen in Andalo und ebenso viele abgegrenzte Kinder-Skibereiche mit Förderbändern und kurzen Sesselliften mit einfachen Strecken.

Vor allem im Bereich Prati die Gaggia, das durch ­kleine Gondeln auch mit dem Kinderwagen erreichbar ist, gibt es auf 1333 Metern Höhe zusätzlich noch ein Förderband für Gummireifen, mit denen Eltern und Kinder eine Piste runtersausen können.

Und als besondere Attraktion steht dort die höchstgelegene Bibliothek Europas – ein Iglu, in dem zwei ­Erzieherinnen aus Büchern vorlesen, Spiele und Basteln anbieten. Kinder ab fünf Jahren werden hier für nur elf Euro den ganzen Tag lang betreut, der halbe Tag kostet sechs Euro.

Die längste Abfahrt ist sieben Kilometer lang

„Insgesamt ist das Skigebiet mit seinen 50 Pistenkilometern sehr übersichtlich, und man kann sich immer wiederfinden, das schätzen viele Familien“, sagt Tina Stolcis, die seit 21 Jahren die Skischule Olimpica betreibt. Im Sommer ist sie Wanderführerin, ihren ursprünglichen Beruf als Rechtsanwältin hat sie an den Nagel gehängt. „Das Gebiet und die wunderbare Natur hier lassen mich einfach nicht los“, sagt die gebürtige Südtirolerin.

Das Panorama rund um den Cima Paganella, mit 2100 Metern der höchste Berg des Skigebiets, ist ungewöhnlich schön und abwechslungsreich. Denn auf der einen Seite, Richtung Osten, zeichnet sich die Lagorai-Gruppe ab. Diese große Bergkette aus Vulkangestein bewahrt noch immer wilde Landschaften.

Daneben kann man über die Südtiroler Dolomiten bis zum österreichischen Großglockner schauen. Richtung Süden wird es mit dem Blick über den Gardasee fast mediterran – nur 50 Kilometer sind es bis nach Riva del Garda. Und nördlich davon begrenzen die eigentümlich geformten nahen Brentadolomiten die Sicht.

Das Skigebiet wird bevorzugt von Mailändern angefahren

„In dem Bereich kann man wunderbar klettern und Schneewandern“, sagt Stolcis, bevor sie die Skigruppe in Richtung des Ortes Fai della Paganella lenkt. Vom Cima Paganella gibt es drei verschiedene Richtungen zu befahren.

Die längste Strecke mit mehr als sieben ­Kilometern führt nach Andalo, aber die Skilehrerin möchte der Gruppe lieber noch eine weitere schöne Aussicht auf die Hauptstadt der Provinz Trentino – Trient – gönnen. Danach geht es mehr als fünf Kilometer auf der breiten Nuvola Rossa bis hinunter in den Ort Faie della Paganella, der auf 1000 Metern Höhe liegt.

Genauso wie bei Andalo ist die Brenner-Autobahn A22 von hier nur wenige ­Kilometer entfernt – damit wird das Skigebiet von Mailändern und Menschen aus Verona bevorzugt angefahren. In Verona, das 120 Kilometer entfernt ist, gibt es auch einen Flughafen, und von dort einen regelmäßigen Bustransfer für Feriengäste.

Auch Romantiker kommen auf ihre Kosten

„Bei uns kann man eben auch bei schlechtem Wetter viel machen und die umliegenden Städte wie Trient und Verona besuchen“, sagt Cinzia Gabrielli vom Touristenbüro Trentino Marketing. Zudem gibt es in Andalo einen Sportpark mit großer Schwimmhalle, einem Wellnessbereich, eine Eislaufbahn und eine Kinderspielhalle. Wer allerdings das Partyleben und viel Après-Ski-Gaudi möchte, sollte sich ein anderes Skigebiet suchen.

Wer nach ein paar Tagen Skifahren Lust auf Laufen hat, für den gibt es eine herrliche Schneeschuhwanderung auf die Cima Canfedin. Die sechseinhalb ­Kilometer lang Tour, bei der rund 300 Höhenmeter überwunden werden müssen, bietet herrliche Ausblicke auf das ganze Trentino. Ab Andalo fährt man mit der Gondel bis Doss Pelà, biegt sofort rechts ab, geht kurz bergab und dann links auf den bequemen Forstweg Richtung Hütte Bait del Germano und Cima Canfedin.

Paganella hat neben Familien zudem Romantiker im Blick. Eine Fahrt mit dem Hundeschlitten durch die verschneite Winterwunderwelt ist ein unvergessliches Erlebnis für Verliebte, aber natürlich auch für Kinder. Spezielle Schulen in Madonna di Campiglio, Andalo und im Val di Sole bieten Ausflüge mit Husky-Gespannen an.

Sterne blitzen zwischen den Baumwipfeln

Zweimal pro Woche können Paare von 19.30 bis 22.30 Uhr – ebenso wie ­Eltern mit ihren Kindern – Hand in Hand die blaue Piste von der Mittelstation Pian Dosson bis nach Andalo runterfahren. Die Piste ist dann nicht nur perfekt präpariert, sondern am Anfang der Nachtskifahrt noch menschenleer.

Oben blitzen bei klarem Himmel die Sterne zwischen den Baumwipfeln hervor, unter einem knirscht der Schnee – herrlich. Zwischendrin bietet sich eine Pause im Gourmetrestaurant Rifugio Dosson an, das sehr schön mitten auf der Piste liegt und auch mittags eine gute Einkehrmöglichkeit bietet.

Romantisch veranlagte Paare und Gruppen können aber abends auch das Rifugio La Montanara mitten in den verschneiten Dolomiten auf 1500 Metern besuchen – es liegt etwa fünf Kilometer außerhalb von Andalo und ist nur mit Schneeschuhen oder mit der Schnee­katze zu erreichen.

Die Fahrt in diesem Pistenfahrzeug bietet das Restaurant seinen Besuchern als Service für 15 Euro pro Person an. Der Blick von dem Ri­fugio auf die Brentagruppe ist sagenhaft und bildet den perfekten Abschluss für einen schönen, abwechslungsreichen Skiurlaub.

Tipps & Informationen

Die Anreise ist auf verschiedene Arten möglich: Der nächste Flughafen ist Verona (125 Kilometer entfernt), der nächste Bahnhof Trient (35 km) oder Mezzocorona (15 km). Die Weiterfahrt nach Andalo ist mit der Linienbusverbindung www.ttesercizio.it/ (Trentino Trasporti) von Trient und Mezzocorona oder mit dem Mietwagen von Verona möglich.

In Andalo bietet zum Beispiel das Hotel Corona Dolomites Unterkunft an: DZ ab 142 Euro, Tel. 0039/ 0461/1860322, www.coronadolomiteshotel.com/de – oder das SportHotel Panorama in Fai della Paganella, Doppelzimmer/Halbpension ab 82 Euro, Tel. 0039/0461/ 58 31 34, www.sporthotelpanorama.it

Möglicher Ausflug:Schneeschuhwanderung von Andalo zum Prati di Gaggia, 20 Euro p. P. + Skipass 8,50 Euro, buchbar auf www.visitdolomitipaganella.it/de/erfahrungen-schneeschuhe

Mehr Auskunft auf www.visittrentino.info und www.visitdolomitipaganella.it

(Die Reise erfolgte mit Unterstützung durch Trentino Marketing.)