Ostharz

25 Jahre Kulturerbe: Quedlinburg ist 2019 eine Reise wert

Quedlinburg hat 2019 viel zu feiern. Die Stadt im Ostharz erinnert an 1100 Jahre Krönung von Heinrich I. sowie 25 Jahre Kulturerbe.

Der Schlossberg von Quedlinburg mit der Stiftskirche St. Servatius.

Der Schlossberg von Quedlinburg mit der Stiftskirche St. Servatius.

Foto: Karl F. Schöfmann / picture alliance / imageBROKER

Quedlinburg.  Die Stiftskirche St. Servatius, die sich mit ihren markanten romanischen Doppeltürmen weithin sichtbar auf dem Schlossberg erhebt, weist den Weg zu einem Quedlinburger Kleinod, das nicht nur Romanik-Fans begeistert.

Von der Kirche, dessen Domschatz und die Grabmäler des ersten deutschen Königspaares, Heinrich I. und seiner „First Lady“ Mathilde die Besucher anziehen, führen verwinkelte Kopfsteinpflastergassen vorbei an zauberhaften Häuschen, die sich wie Schwalbennester an die Hänge rund um den Schlossberg schmiegen, hinab in die Altstadt.

Dort fühlt sich der Spaziergänger unweigerlich ins Mittelalter zurückversetzt. Mehr als 2000 Fachwerkhäuser aus sieben Jahrhunderten, die nach der Wiedervereinigung restauriert worden sind, bilden das fotogene Herz der Stadt.

Seit 1994 gehört Quedlinburg zum Unesco-Weltkulturerbe

Der geschlossene mittelalterliche Stadtkern und das imposante Ensemble auf dem Schlossberg sind der Grund dafür, dass die Unesco Quedlinburg 1994 auf die Liste ihrer Weltkulturerbestätten setzte. Und sie stehen im Mittelpunkt der Festivitäten im kommenden Jahr.

Die Erhebung des Sachsenherzogs Heinrich in den Königsstand vor 1100 Jahren und die große historische Bedeutung dieses Ereignisses dokumentiert eine Sonderausstellung in zwei Kapiteln an authentischen Orten.

„919 – plötzlich König“ ist der Titel der Ausstellung im Schlossmuseum. Gegenüber in St. Servatius, wo sich die Grablege König Heinrichs I. befindet, stehen die frühe Zeit und die Entwicklung des Stifts im Mittelpunkt (19. Mai bis 2. Februar 2020).

Revue, Literaturabend und Stadtfest

Richtig lebendig wird die Geschichte beim Straßentheater mit dem Titel „Antragung der Königskrone“ am Finkenherd, dem Platz, an dem der Legende nach Heinrich seinerzeit durch reitende Boten von seiner „Beförderung“ zum König erfahren haben soll (5. Januar bis 11. Mai).

Eine multimediale Revue mit dem Titel „Mensch Heinrich – die Akte Heinrich I.“, ein Literaturabend zum Thema „Heinrich und die Frauen“, ein Stadtfest mit Musik der Gregorianik, Straßentheater, Rock-, Pop- und Klassikkonzerten (17. bis 19. Mai 2019) sowie ein „Theatraler Schlossspaziergang“ (mehrere Termine von Mai bis September) runden die Events um Heinrich ab.

Zentrum entspricht noch immer mittelalterlichem Grundriss

Im Mittelpunkt der Feiern aus Anlass der Verleihung des Welterbestatus steht die Ausstellung „25 Jahre Unesco Welterbe“ in der Kreisvolkshochschule (8. Januar bis 8. Februar 2019). Dort kann sich der Besucher selbst ein Bild davon machen, dass das Ortszentrum noch immer dem mittelalterlichen Stadtgrundriss entspricht.

Auch der Fall der Mauer im Herbst 1989 hat für Quedlinburg eine besondere Bedeutung. Denn in kaum einer anderen Stadt gingen damals, gemessen an der Einwohnerzahl, so viele Menschen auf die Straße. Mit alten und neuen ­Bildern, mit Zeitzeugeninterviews und audiovisuellen Rundgängen soll kommendes Jahr an dieses Ereignis erinnert werden.

Mit „Actionbound“ und Geo­caching können sich interessierte Besucher im kommenden Herbst auf die Spuren der ehemaligen Demonstrationsroute von 1989 begeben (8. September bis 31. Dezember 2019). Filme, Vorträge und Lesungen informieren in einer Themenwoche über „30 Jahre Friedliche Revolution“ (28. Oktober bis 1. November 2019).

In dem Theaterstück „Wenn das Fass überläuft – wann engagiere ich mich“ wollen Jugendliche darstellen, wann es auch in unserer heutigen Zeit „Zeit wird, sich einzumischen“.

Weitere Informationen
Welterbestadt Quedlinburg, Markt 1, 06484 Quedlinburg,
Tel. 03946/905 50, www.quedlinburg.de