Bürgermeister-Interview

Darum ist London die spannendste Stadt weltweit

Londons Bürgermeister Boris Johnson über Fahrräder, Investitionen für die Olympischen Spiele 2012 und persönliche Empfehlungen für Besucher der britischen Metropole.

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Boris Johnson ist Londons überaus beliebter Bürgermeister – auch wenn er bislang wenig getan hat, außer einen Fahrrad-Verleihservice nach dem Vorbild der Leihräder der Deutschen Bahn einzuführen. Die allerdings tragen nun seinen Namen: „Boris Bikes“.

Morgenpost Online: Herr Bürgermeister, den Traum von Olympia haben schon viele Städte geträumt. Meist hat das vor allem viel Geld gekostet. Was finden Sie so toll an den Spielen?

Boris Johnson: Ganz einfach: Nächsten Sommer wird London noch ein Stück mehr der Mittelpunkt der Welt. Wir rollen hier den roten Teppich aus, setzen uns hin und gucken uns das aufregendste Sportereignis der Welt an.

Das ist einmalig im Leben – wer bitte könnte das denn nicht wollen? Außerdem werden unsere Spiele natürlich anders sein als die letzten in Peking. Aber natürlich mindestens genauso gut.

Morgenpost Online: Stehen da nicht bald ein paar sündhaft teure Bauruinen herum?

Johnson: Unsinn. Die Aussichten für das Gelände sind erstklassig. Im Gegensatz zu allen bisherigen Gastgeber-Städten haben wir schon seit einem Jahr eine Gesellschaft, die sich um die Weiterentwicklung der Anlagen nach den Spielen kümmert. Es sind auch bereits mehr als fünf Milliarden Pfund in den öffentlichen Nahverkehr geflossen, um das Gelände anzubinden.

Und das wiederum hat mehr als 1,5 Milliarden an privaten Investitionen allein in Stratford ausgelöst und wird 10.000 neue Jobs schaffen. Das hätte es ohne die Spiele nicht gegeben. Am schönsten ist es natürlich, wenn Sie sich alles vom Fahrrad aus ansehen.

Morgenpost Online: Was würden Sie Olympia-Besuchern zum Zeitvertreib empfehlen, wenn gerade kein Rhönrad-Wettkampf ansteht? Oder bevor es losgeht?

Johnson: Olympia hin oder her, London ist gerade die spannendste Stadt überhaupt, würde ich bescheiden sagen. Besichtigen Sie den Buckingham Palace, das British Museum, schauen Sie sich die Stadt im London Eye von oben an.

Gehen Sie in die besten Theater der Welt oder in Restaurants aus aller Herren Länder. Bis zu den Spielen werden wir noch 8000 Freiwillige rekrutieren, die an den Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Ecken der Stadt dafür sorgen, dass unsere Besucher sich zurechtfinden. Und ganz persönlich würde ich stark empfehlen, auch viel Zeit für die Pubs einzuplanen.