Urlaubsparadiese

Vergessene Hotel-Inseln, wo immer Ruhe herrscht

Wer keine eigene Insel besitzt, kann dennoch in aller Ruhe und Abgeschiedenheit Urlaub machen. Wir haben fünf vergessene Hotel-Inseln aufgespürt.

Oft ist es die Größe einer Insel, die über ihr "Schicksal" als Urlauberparadies entscheidet. Wobei als Faustregel gilt: Je kleiner sie ist, umso größer die Chance, dass es nur ein Resort gibt. Wir haben weltweit nach solchen Hotelinseln gefahndet und stellen fünf vor – hier herrscht selbst in der Hochsaison Ruhe:

Pulau Menyawakau, Indonesien

Schon mal etwas von den Karimunjawa-Inseln gehört? Sie schwimmen als winzige Punkte rund 120 Kilometer nördlich der Großen-Sunda-Insel Java. 27 Inselchen, per Fähre in vier Stunden von Semarang an Javas Nordküste erreichbar, nur spärlich bewohnt und vom Tourismus bisher fast vergessen.

Einer dieser Inselsplitter in der Javasee heißt Pulau Menyawakau. Wegen der abseitigen geografischen Lage und ihrer exotischen Landschaft kann die kleine Privatinsel es mit jedem Inselparadies in der Südsee aufnehmen. Ganz wesentlich trägt dazu das "Kura Kura Resort" mit 40 eleganten Cottages und Villen bei, von denen etliche einen eigenen Pool haben und bis zu 600 Quadratmeter groß sind. Eine weitläufige Anlage mit tropischem Garten und palmengesäumtem Strand, wo man sich noch wie Robinson höchstpersönlich fühlen kann.

Die Karimunjawa-Inseln sind als Nationalpark ausgewiesen und haben sich viel von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt. Auch das Nachtleben von Pulau Menyawakau verdient das Prädikat "naturnah", beschränkt es sich doch auf die Hotelbar und Strandspaziergänge bei Mondschein.
"Kura Kura Resort", DZ/HP ab 115 Euro pro Person, buchbar über Geoplan, Tel. 030/79 74 22 79, www.geoplan.net

Southwater Caye, Belize

Das Inselchen thront direkt auf dem Barriere-Riff vor Belizes Küste. Zusammen mit etlichen kleineren und größeren Inseln rundum gehört Southwater Caye zu einem Meeresreservat und seit 1996 zum Unesco-Welterbe. Kaum einen Kilometer lang, lockt es mit Sandstrand auf der Karibik-Seite, Mangroven-Dickicht auf der Lagunenseite sowie artenreichen Korallengärten und Seegras-Feldern vor der Küste.

Es ist ein maritimes Paradies für gerade einmal 50 Urlauber, die sich in den beiden Mini-Resorts unmittelbar am Strand einquartieren können. "Blue Marlin Lodge" und "Pelican's Pouch" sind allerdings nichts für Luxus-Urlauber. In den einfachen Hütten und Bungalows fühlen sich eher Naturfreunde, Tauch-Fans und Hochsee-Angler wohl.

Die Atmosphäre ist karibisch-leger, der Tagesrhythmus unkompliziert. Wer nicht am Riff taucht oder schnorchelt, schaukelt gemütlich in der Hängematte, beobachtet exotische Vögel oder flinke Eidechsen, sucht Muscheln und wartet auf die nächste Mahlzeit mit fangfrischem Fisch und Schalentieren.
"Blue Marlin Lodge", 3 Ü/HP inklusive Schnorchel-Package, ab 700 Euro pro Person im DZ, Tel. 011/501/520 51 04, www.bluemarlinlodge.com


Hayman Island, Australien

Dichter an die Wunderwelt des Great Barrier Reefs können Urlauber kaum kommen als auf den Whitsunday Islands vor der australischen Nordostküste. Eine der schönsten im Reigen der 74 Inselsplitter ist das gerade vier Quadratkilometer große Hayman Island mit Eukalyptusbäumen und Kokospalmen, putzigen Rock Wallabies, einer Känguru-Art, und bunten Kakadus.

In Kombination mit dem Luxus-Resort, das zur exklusiven Vereinigung Leadings Hotels of the World gehört, wird ein Hayman-Urlaub zu einem exklusiven Erlebnis. Sportliche Aktivitäten wie Unterwassersafaris am Riff und Runden auf dem 9-Loch-Golfplatz sind möglich, sofern man sich nicht für Müßiggang entscheidet.

Zum Glück gibt es nur eine einzige Bootsverbindung pro Tag vom und zum Festland. Die 30 Kilometer können aber auch mit der hoteleigenen Segelyacht, per Wasserflugzeug oder Helikopter zurückgelegt werden. Leider hat Zyklon "Yasi" im Februar Schäden am Resort angerichtet. Es wird derzeit restauriert und ist ab 1. August wieder buchbar.
"Hayman Island Resort", DZ/F ab 350 Euro, Tel. 0061/74940/18 38, www.hayman.com

Chale Island, Kenia

Exotische Vögel und Schmetterlinge, Antilopen und Affen – Chale Island präsentiert sich als Naturreservat. 50 Kilometer südlich von Mombasa und nur rund 600 Meter von Kenias berühmten Diani Beach entfernt, ist die 1200 Meter lange Insel die Verlängerung der tropisch-grünen Festlandküste mit Dschungelbäumen, Mangrovendickicht und tropischer Fauna.

Mittendrin liegt das Resort "The Sands at Chale Island" mit 50 Zimmern, Restaurants, Pools, Bar und Spa. Gebaut im afro-arabischen Stil passt es sich mit seiner Einrichtung aus Mahagoniholz und Bambus harmonisch in die Tropenumgebung ein. Am 200 Meter langen Sandstrand ist genug Platz für alle Gäste. Doch mancher genießt ebenso gern den Liegestuhl im Overwater-Bungalow mit direktem Zugang zum Meer.

Zuweilen schauen neugierige Paviane vorbei. Wer tiefer in Flora und Fauna der Inselwelt eintauchen möchte, kann per Segelboot und Kajak aufs Meer hinaus fahren, am Riff schnorcheln oder sich zu Fuß auf kleine Dschungelabenteuer einlassen.
"Chale Island", DZ/VP ab 300 Euro, www.thesandsatchaleisland.com

Albarella, Venedig

Nur wer den Inselausweis vorzeigen kann, findet Einlass auf Albarella. Denn eine leicht zu kontrollierende Brücke verbindet das Festland mit der fünf Kilometer langen und gut einen Kilometer breiten Privatinsel in der Lagune von Venedig. Autos dürfen, wo sie erlaubt sind, mit höchstens 30 Stundenkilometern fahren. Vorrang haben jedoch Fahrräder. Sie werden überall vermietet.

Aber auch für Reiter ist mit Ross und Reitstall gesorgt. Außerdem zuckelt eine kleine Inselbahn vom sehr gepflegten Sandstrand zu Läden, Restaurants, Yachthafen und den öffentlichen Schwimmbädern am Centro Sportivo und Sporting Fiordi.

Als Urlaubsdomizile können Ferienwohnungen, Ferienhäuser, Villen mit und ohne eigenen Pool und zwei kleine Hotels gewählt werden. Doch trotz der Unterkunftsvielfalt behält die Insel selbst in der Hochsaison ihre Ruhe. Und dank seiner mediterranen, duftenden Macchia, der Strandkiefern, Olivenhaine, Pappelalleen, Dünen und Seen führen hier nicht nur Urlauber, sondern auch Damwild, Fasanen und Falken ein entspanntes Leben.
"Golfhotel Albarella", DZ/F ab 162 Euro, Tel. 0039/0426/33 21, www.golfhotelalbarella.it