Hotelstudie

Vielreisende ziehen Schlaf dem Sex vor

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Bettina Seipp

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In den meisten Partnerschaften gleicht sich das Bild: Kaum ist der eine auf Geschäftsreise, sorgt sich der andere um die Treue. Oft sicher nicht zu Unrecht. Doch eine neue Studie zeigt auch: Die Mehrheit der Deutschen will im Bett nur eins: Ruhen.

Stress, Sorgen und die zunehmende Technisierung der Umwelt rauben den Deutschen den Schlaf. Und zwar so sehr, dass 58 Prozent der Geschäftsreisenden ein Beruhigungs- oder Schlafmittel einnehmen, wenn sie im Hotel übernachten.

Das ergab eine Umfrage unter 12.500 Vielreisenden aus zwölf Ländern im Auftrag von Westin Hotels & Resorts. Die Ergebnisse unterscheiden sich zwar von Land zu Land, in einem Punkt war sich die Mehrheit der Befragten unabhängig von der Nationalität aber einig: Eine erholsame Nachtruhe ist wichtiger ist als Sex! Einzig die Kanadier würden eine heiße der ruhigen Nacht vorziehen.

Das Ergebnis überrascht umso mehr, als die Befragung nicht nur in hoch industrialisierten, mithin hektischen Ländern erfolgte, sondern auch Schwellenländer wie Mexiko, Indien, China und die Vereinigten Arabischen Emirate einschloss.

Unter den 1000 befragten Deutschen gaben sich 55 Prozent als eher schlaf-, denn sexwillig zu erkennen. Mehr noch: Das Hotelzimmer scheint für viele deutsche Geschäftsreisende inzwischen sogar ein willkommener Rückzugsbereich zu sein. So gaben 52 Prozent an, in „fremden Betten“ geruhsamer zu schlafen als zu Hause – und zwar der besseren Matratzen (71 Prozent) und Kopfkissen (52 Prozent) wegen.

Doch bei jedem fünften Deutschen kann selbst der beste Schlafkomfort nichts ausrichten – sie finden wegen finanzieller und/oder familiärer Probleme keinen Schlaf. Größter Feind der Nachtruhe sind jedoch Handy und Blackberry; 66 Prozent wachen aus tiefsten Träumen auf, wenn es klingelt – und haben dann Mühe, wieder einzuschlafen. Mit womöglich negativen Konsequenzen im Job.

So sind schon mal 31 Prozent der Befragten nach einer durchwachten Nacht übel gelaunt mit Mitarbeitern oder Vorgesetzten zusammengestoßen, und immerhin 27 Prozent ließen ihren Frust am Partner aus.

Ein kleiner Trost: Vor zehn Jahren, bei der ersten Befragung der amerikanischen Hotelgruppe, waren noch 82 Prozent mit den Hotelbetten unzufrieden – mit entsprechend herben Konsequenzen für Geschäfts- und Lebenspartner. Westin hatte das Ergebnis damals zum Anlass genommen, ihre Hotels (inzwischen sind es 169 weltweit) mit neuen Betten auszustatten.

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