Umstellung

Rad-Leihsystem "Call a Bike" wird unflexibler

Die Deutsche Bahn stellt ihr Fahrradvermietsystem "Call a Bike" ab April in Berlin um. Künftig gibt es feste Leihstationen - in zunächst nur drei Ortsteilen.

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Großstädter sind geplagt vom hohem Verkehrsaufkommen in ihren Innenstädten. Deshalb steigen viele aufs Rad um. Doch für ein paar spontane Kurzwege zur Arbeit oder zum Einkaufen lohnt sich das Anschaffen eines neuen Fahrrades oftmals nicht - oder man hat es eben grad nicht dabei, wenn man schnell von A nach B fahren will. In dieser Situationen helfen Fahrradvermietsysteme wie das der Deutschen Bahn - "Call a Bike " genannt - aus.

Die Idee von "Call a Bike" war, dass man überall in der Stadt ein Fahrrad schnell ausleihen und an einem anderen Ort zurückgeben kann. Praktisch kam hinzu, dass die Nutzer die Räder nach der Fahrt an einem beliebigen Ort wieder konnten. Über Telefon konnten registrierte Nutzer einen Code für das Fahrrad anfordern, der das Rad freischaltete und einen, der es wieder verschloss.

Jetzt, nach einer Testphase, plant die Deutsche Bahn das System umzustellen: Kunden können demnach nicht mehr ihr Rad an größeren Kreuzungen stehen lassen, sondern müssen sich an vorerst 30 Stationen im Stadtgebiet richten. Diese 30 Stationen sollen sich in einem ersten Schritt auf drei Ortsteile erstrecken: Mitte, Prenzlauer Berg und Kreuzberg. Dazu hat die Deutsch Bahn eine Grafik im Internet veröffentlicht. Ziel sei es, die Stationen auf über 80 auszubauen. Die Umstellung beginnt Ende April.

Die vorherige Flexibilität wird damit dem Leihsystem entzogen. Der Vorteil sei aber, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn, dass die Kunden einen verlässichen Ort hätten, wo immer ein Fahrrad steht, wenn es gebraucht werde. Außerdem sollen die Öffnungs- und Quittungscodes wegfallen und Räder auch ohne Telefon direkt über ein Terminal zu mieten sein.

Als Begründung liefert die Deutsche Bahn den Vergleich zur Hansestadt Hamburg. Hier gebe es seit jeher das Stationensystem und dies werde, gemessen an den Nutzer-Zahlen, besser angenommen als das getestete System in Berlin. "Von der Umstellung erhoffen wir uns größere Kundenzufriedenheit", sagte die Bahn-Sprecherin.