Ryanair

Passagiere müssen Tickets jetzt selbst ausdrucken

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Shawn Pogatchnik

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Ryanair bittet seine Passagiere bereits für zahlreiche Extras zur Kasse. Erst im Februar hatte die irische Fluggesellschaft eine Gebühr für die Benutzung der Bordtoilette erwogen. Ein Aufschlag für dicke Passagiere wurde erst vor wenigen Tagen verworfen. Dafür werden die Kunden jetzt anderweitig zur Kasse gebeten.

Beim irischen Billigflieger Ryanair müssen Passagiere ihre Tickets künftig selbst ausdrucken und dafür einen Betrag von zehn Euro oder zehn Pfund zusätzlich bezahlen. Die Regelung gilt ab 20. Mai, wie das Unternehmen mitteilte. Für Reisende, die kein solches Ticket vorweisen können, wird eine Strafgebühr von 40 Euro oder 40 Pfund fällig. Ryanair hat in den vergangenen Wochen bereits angekündigt, dass bis Oktober alle Check-In-Schalter geschlossen werden und die Passagiere dann nur noch online einchecken können.

Bislang waren Buchungen im Internet bei Ryanair kostenlos, lediglich am Schalter wurde eine Gebühr fällig. Damit waren jedoch Kunden außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums benachteiligt, die sich bis vor kurzem nicht auf der Website des Billigfliegers anmelden konnten. Ausnahmen von den neuen Gebühren sollen dem Unternehmen zufolge künftig nur für Preise unter fünf Euro gelten.

Spätestens am 1. Oktober würden alle Check-In-Schalter abgeschafft, sagte Sprecher Stephen McNamara. Das Personal soll dann nur noch für das Gepäck zuständig sein und ausnahmsweise zum Einsatz kommen, wenn es einen starken Andrang von Passagieren ohne selbst ausgedruckte Tickets gibt.

Wegen Einschränkungen beim Online-System werden allerdings viele Kunden ihre Tickets zum Zeitpunkt der Buchung gar nicht ausdrucken können und diesen Schritt möglicherweise später vergessen. Damit dürfte Ryanair relativ häufig seine angekündigten Strafgebühren eintreiben können.

Dem Billigflieger zufolge erlaubt das Computersystem beispielsweise kein sofortiges Einchecken, wenn der Flug mehr als 15 Tage vor dem Starttermin gebucht wird. Frühbucher – wegen der oft Monate im Voraus angebotenen Sparpreise also ziemlich viele Kunden – müssen die Website also ein zweites Mal besuchen. Und Last-Minute-Reisende können der 40-Euro-Gebühr wegen der Vorgaben auf der Website praktisch nicht entgehen.

Ryanair bittet seine Passagiere bereits für zahlreiche Extras zur Kasse. Ende Februar hatte die Fluglinie bekanntgegeben, man denke auch über eine Bezahlung für die Benutzung der Bordtoilette nach. Unternehmenschef Michael O'Leary erwog außerdem einen Aufschlag für dicke Passagiere.

( AP )