Verwöhnprogramme

In diesen Hotels möchte man gern ein Hund sein

Immer mehr Hotels entdecken den Hund als Gast und bieten besondere Dienstleistungen an. So sorgen sie etwa für Entspannung; massieren die Vierbeiner, halten sie fit, mit Trainingsprogrammen, oder verwöhnen sie mit delikaten Speisen. Mancherorts geht es ihnen fast besser als den menschlichen Gästen.

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Hundebesitzern sagt man gern nach, sie würden ihre Tiere vermenschlichen. Ganz falsch ist das nicht, wie das Hotel „Herzog Tassilo“ in Bad Griesbach zeigt, das Hotel mit den ungewöhnlichsten Angeboten für Vierbeiner.

„Spielen Sie Golf, wir spielen mit Ihrem Hund“, wirbt das niederbayerische Hotel in Europas größtem Golfressort, und das bedeutet für den Vierbeiner weit mehr, als nur Stöckchen holen. Bei Massagen, Bewegungstherapie auf dem Trampolin, Magnetfeldtherapie, Akupressur, Rotlichtanwendungen, Narbenbehandlungen oder auch Thermalwasser-Anwendungen findet der Vierbeiner reichlich Beschäftigung, während Sie auf dem Golfplatz stehen und Bälle schlagen.

Je nach Saison werden verschiedene Extraofferten angeboten, wie etwa das Hundefrisbeeseminar oder Hundeerlebnisausflüge. Ebenfalls im Angebot: Hundesitting oder -Menüs, spezielle Bäder und tierärztliche Betreuung. Zimmer für Herrchen und Frauchen können ab 69 Euro gebucht werden ( www.herzog-tassilo.de ).

Schwimmkurs für Hunde

Auch in den „Pfötchenhotels“ in Hilden bei Düsseldorf, Jade an der Nordsee und in Beelitz bei Berlin unterscheidet sich der Service kaum von dem eines Menschenhotels – vom À-la-carte-Essen bis hin zur umfangreichen Freizeitanimation – im beheizten Pool mit Gegenstromanlage werden beispielsweise Schwimmkurse angeboten. Die Hunde nächtigen in Doppelzimmern (Beelitz und Hilden) beziehungsweise in Mehrbettzimmern (Jade). An der Rezeption können sich die Besitzer Kamerahandys ausleihen, sodass Sie sich auch während des Urlaubs per Bildtelefon vom Wohlergehen Ihres Lieblings überzeugen können. Urlauben können Sie aber auch gleich nebenan, in Berlin und Jade werden Zimmer für Zweibeiner vermietet ( www.pfoetchenhotel.de ).

Kurz vor seiner Eröffnung steht das „Canis Resort“, laut Slogan die „weltweit erste Luxushotelkette für Hunde“. Im Dezember soll das erste Resort in Freising bei München eröffnen. Die Tiere sind in 45 Quadratmeter großen „Dog Lodges“ maximal zu fünft untergebracht. Das Freizeitprogramm kann individuell dazugebucht werden. Es reicht von Personal Training (hier soll die Gesellschaftsfähigkeit des Tieres verbessert werden) über „Individual Activity“ (Übungen wie Apportieren und Fährtensuche) bis hin zum „Personal Fitness Coach“ (individuell zusammengestelltes Fitnessprogramm).

„Wir haben zahlreiche Anfragen von Hundebesitzern erhalten, die ihr Tier überall auf der Welt so betreut haben möchten, dass es über den einfachen Standard herkömmlicher Hundepensionen weit hinausgeht“, sagt Sabine Gerteis, die gemeinsam mit ihrem Bruder für das Projekt verantwortlich zeichnet. Für 2009 sind zehn bis 15 weitere Canis Resorts in Deutschland geplant ( www.canisresort.com ).

Waldi macht Diät

Auch Luxushotels rund um den Globus haben erkannt, dass sich mit der Tierliebe ein paar Extraeuros verdienen lassen. Oft stehen die Angebote denen für Zweibeiner in nichts nach. Im „Kempinski Pragelato Village“ im italienischen Piemont etwa sind Hundekörbchen, Knochen, Spielzeug, Hundesitter, Wasser- und Fressnapf und sogar Room-Service für Hundemenüs selbstverständlich.

Dabei ist das Room-Service-Menü für das Tier hier größer als in manch anderem Hotel für Menschen. Ein Auszug: Lachstartar, Spareribs vom Rind, Pancetta-Trüffel-Omelette mit knusprigen Hühnchenflügeln und zum Dessert Hühnchenleber-Crème-brulée. Sogar Diätspeisen für den Vierbeiner sind auf der Speisekarte berücksichtigt ( www.kempinski.com ).

Im „St. Regis Monarch Beach“-Resort in Dana Point im US-Bundesstaat Kalifornien wiederum schreibt der Hoteldirektor eigens einen Willkommensbrief an den Vierbeiner, den im Zimmer eine kleine Überraschung erwartet: ein Hundebettchen, silbern glänzender Fress- und Wassernapf sowie ein Kauspielzeug in Form einer Flasche mit dem passenden Namen „Dog Perignon“ ( www.stregis.com ).

Auch zahlreiche Fairmont-Hotels bieten Extras für Hunde an, wie etwa das „Fairmont San Jose“. Dazu zählen Futter (wie zum Beispiel das „Chef's Daily Special“ mit Reis, Rind und Gemüse) oder „Doggy Lollies“ – den „Doggy Room Service“ gibt es natürlich auch. Und im „Fairmont Hotel Vancouver“ schreibt der Küchenchef den Namen des Tiers in Bratensoße auf den Teller, bevor er das Futter aufs Zimmer schicken lässt. Und nach dem Essen wartet im Badezimmer exklusive Zahnpflege: Hundekekse in Form von Zahnbürsten, die das Gebiss beim Kauen reinigen ( www.fairmont.com ).

Rent a Dog

Sie haben gar keinen Hund? Das ist kein Problem. Auch hierfür haben einige Hotels eine Lösung: „Rent a Dog“, heißt das Motto. Auf Wanderungen oder Schneeschuhtouren können Gäste des Ritz-Carlton „Bachelor Gulch“ in Beaver Creek im US-Bundesstaat Colorado den Labrador „Bachelor“ mitnehmen. Ansonsten hält der Hund in der Lobby Hof und freut sich über Streicheleinheiten. Auch die Hotels „Fairmont Vancouver“ und „Waterfront“ in Vancouver haben sogenannte „resident dogs“: die Labrador-Hunde Morgan, Holly (Waterfront) und Mavis.

Selbstverständlich haben die Hunde ihren eigenen Terminkalender – Verabredungen zum Spazierengehen können unter deren persönlichen E-Mail-Adressen arrangiert werden. Die Fangemeinde der Vierbeiner ist groß, unter ihnen ist auch Queen Elizabeth II, die mit Mavis während ihres Aufenthaltes in Vancouver Gassi ging.

Unterkunfts- und Ferienhaussuche: www.urlaub-mit-hund.de