Bombay

Das "Taj Mahal Palace" ist ein indischer Mythos

Vor 105 Jahren öffnete das "Taj Mahal Palace & Tower" in Bombay. Es ist viel mehr als ein Luxushotel, es ist eine nationale Institution – und ein indischer Mythos. Gebaut vom Gründer des Tata-Konzerns, steht das Hotel für den Aufstieg von der Kolonie zur Wirtschaftsmacht.

Das "Taj Mahal Palace & Tower" in Bombay (240 Zimmer einschließlich 52 Suiten) ist viel mehr als ein Luxushotel, es ist eine nationale Institution - und ein indischer Mythos. Es ist eines der legendären Hotels des Orients. Das beeindruckende Gebäude am Ufer, zur Jahrhundertwende erbaut, strömt einen unnachahmlichen Charme alter Zeiten aus.

Seine Geschichte ist verwoben mit dieser Stadt an der Arabischen See, die erst seit 1995 Mumbai heißt, aber unter ihrem alten Namen Bombay Bedeutung erlangte als wichtigste Hafenstadt und Industriemetropole Indiens.

Am 16. Dezember 1903 öffnete das "Taj Mahal Palace" seine Pforten für illustre Gäste aus aller Welt. Im klassisch eleganten Marmoraufgang steht die schlichte Bronzebüste seines Erbauers Jamsetji Tata. Er hatte das Hotel errichten lassen, weil ihm, dem berühmtesten Unternehmer Britisch-Indiens, tatsächlich am Ende des 19. Jahrhunderts der Zutritt zu einem britischen Hotel verwehrt worden war: Die Engländer blieben lieber unter sich.


Diese Demütigung war dem damals gut 60 Jahre alten Tata, einem der ersten Absolventen eines englischen College in Bombay, Ansporn, das größte und eleganteste Hotel zu bauen, das es damals auf dem indischen Subkontinent gab. In Erinnerung an den Besuch des englischen Königs George V. und seiner Gemahlin im Jahr 1911 errichteten die Engländer später direkt vor dem "Taj Mahal Palace" in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts das Gateway of India.

Dieser Triumphbogen aus gelbem Basalt sollte an die Stelle erinnern, wo der Monarch, zugleich Kaiser von Indien, zum ersten Mal den Boden der reichsten britischen Kronkolonie betrat, um von dort nach Neu-Delhi zu seiner pompösen Kaiserkrönung aufzubrechen. Am Gateway of India gingen am 28. Februar 1948 auch die letzten noch auf dem Subkontinent stationierten englischen Truppen an Bord. Ein Jahr zuvor entließen die Engländer Indien in die Unabhängigkeit - nachdem sie zuvor die Teilung vorgenommen hatten in die säkulare Indische Union und die kleinere Islamische Republik Pakistan.

Die Familie von Jamsetji Tata hatte sich da schon längst als wichtigste Industriellenfamilie des Landes etabliert. Heute beschäftigt das Unternehmen Tata mehr als 350.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von über 62,5 Milliarden Dollar. Ihren Familiensitz hatten die Tatas immer in Bombay, dem traditionellen Zentrum der Religionsgemeinschaft der Parsen, der die Tatas als eine der Prominentesten angehören. Jamsetji selbst war der Enkel eines parsischen Priesters. Nach der Islamisierung Persiens im 8. Jahrhundert waren die Parsen, die Anhänger der Lehre von Zoroaster sind, nach Indien ausgewandert.

Im 1885 in Bombay gegründeten Indian National Congress, der Keimzelle der indischen Unabhängigkeitsbewegung und Vorläuferin der Kongresspartei, spielten sie von Anfang an eine wichtige Rolle. Damals waren es alte Hindu- und Parsenfamilien, die mehr politische Mitspracherechte forderten - von der Unabhängigkeit war man noch weit entfernt.


Die muslimische Oberschicht blieb auf Distanz: Ihr Wortführer Sayyid Ahmad Khan fürchtete, dass die Muslime bei Anwendung des Mehrheitsprinzips aus der Verwaltung gedrängt werden könnten, in der sie wichtige Stellungen einnahmen. Erst 1906 wurde die Muslimliga gegründet. Der indischen Unabhängigkeitsbewegung schloss sie sich erst nach dem Ersten Weltkrieg an - weil die Briten sich an der Aufteilung des Osmanischen Reiches beteiligt hatten.


Die Erinnerung an Jamsetji Tata lebt in Bombay übrigens nicht nur im "Taj Mahal Palace", sondern in Krankenhäusern, Altersheimen, Bibliotheken und der hoch angesehenen Forschungseinrichtung Indian Institute of Science (IISC).

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Weitere internationale Taj Hotels befinden sich auch auf den Malediven und Mauritius, in Malaysia, Dubai, Großbritannien, Australien und Bhutan sowie an der amerikanischen Ostküste in New York und Boston und an der US-Westküste in San Francisco.

Die Häuser sind in die Kategorien Taj Luxury Hotels, Taj Business Hotels und Taj Leisure Hotels unterteilt. Zu den Luxury Hotels zählt auch das über 100 Jahre alte Gründungshaus Taj Mahal Palace & Tower, Mumbai. International berühmt ist Taj außerdem für seine Taj Spas - das erste authentisch indische Spa- und Wellnesskonzept.

Taj Hotels Resorts and Palaces haben zudem eine neue Hotelmarke gelauncht: “ The Gateway Hotel “. Die neue Hotelmarke geht mit zunächst 26 Hotels in Indiens wichtigsten Metropolen und Urlaubsdestinationen an den Start. 13 davon sind ehemalige Taj-Häuser, die dem neuen Markenprofil entsprechend renoviert und umpositioniert wurden. Derzeit wird bereits über die nächsten 10 Häuser verhandelt, Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren 50 Gateway Hotels zu eröffnen.