In eigener Sache

Webseiten erobern die flachen Fernsehgeräte

Eine kleine technische Revolution macht es möglich: Webseiten wie Ebay, YouTube und Morgenpost Online gibt es ab sofort in einer angepassten Version für TV-Geräte. Voraussetzung sind ein Internetanschluss und ein moderner Fernseher. Videotext soll so der Vergangenheit angehören.

Foto: Philips

Dem altehrwürdigen Videotext geht es an den Kragen. In den vergangenen Monaten haben fast alle großen Hersteller von TV-Geräten neue Systeme entwickelt, die Webseiten in einer speziell angepassten Version auf große Bildschirme übertragen. Dabei wird vor allem die Schrift vergrößert – so dass die Informationen auch vom Sofa aus gut zu lesen sind. Nun kommen die ersten Geräte mit der neuen Technik auf den Markt.

Zu den Vorreitern zählt Philips. Dort verfügen alle neuen Fernseher der Mittel- und Oberklasse über die sogenannte "Net TV"-Funktion. Philips ist dabei Kooperationen mit großen Webseiten eingegangen, die ihre Inhalte nun für die großen Fernseher anpassen – also für eine Bilddiagonale von meist mehr als einem Meter. Zu den Partnern zählen etwa Ebay, YouTube, Falk-Stadtpläne sowie Nachrichtenportale wie Kicker, Tagesschau, Bild.de und Morgenpost Online.

Die neue Technik bietet vielfältige Vorteile gegenüber herkömmlichem Videotext. So stellen die angepassten Webseiten nicht nur Text dar, sondern auch Bilder und Videos. Zudem kann der Nutzer mit den Inhalten interagieren, etwa ein Angebot bei Ebay abgeben.

Das Philips-System basiert auf dem gängigen HTML-Standard des Internets. Webseiten können so ohne großen technischen Aufwand an das Format der TV-Geräte angepasst werden. Auch für den Kunden soll die Technik einfach zu handhaben sein: Eine Internetverbindung genügt, die Daten werden per WLAN-Funk oder Netzwerkkabel an den Fernseher übertragen. Der niederländische Konzern rechnet damit, in Europa bis zum Jahr 2012 bis zu zehn Millionen Geräte mit der neuen Technik verkauft zu haben.

Konkurrenz soll noch in diesem Jahr von Samsung, Sony und Panasonic kommen. Auch sie bauen Internetfunktionen in ihre Geräte ein. Langfristig sollen diese dann auch in der Lage sein, hochauflösende Filme aus dem Internet herunterzuladen und auf einer eingebauten Festplatte zu speichern. Der Umweg über den Computer wird für die Kunden dann wegfallen.