Online-BibliotheK

Google digitalisiert auch deutsche Autoren

Google digitalisiert seit 2004 Bücher amerikanischer Bibliotheken. Davon betroffen sind auch deutsche Bücher. Die deutsche Verwertungsgesellschaft Wort will nun für alle Autoren und Verlage bestimmter Rechte kollektiv wahrnehmen. Dazu müssen die Wahrnehmungsverträge allerdings ergänzt werden.

Google war von amerikanischen Autoren und Verlegerverbänden in den USA verklagt worden. Im Herbst 2008 war es zu einem Vergleich gekommen, der allerdings noch einer abschließenden Bestätigung durch das zuständige US-Gericht bedarf. Der Vergleich erfasst auch Urheberrechte deutscher Autoren und Verlage in den USA.

Die VG Wort plant für alle Autoren und Verlage die kollektive Wahrnehmung bestimmter Rechte, die im Vergleich vorgesehen sind. Dazu müssen die bestehenden Wahrnehmungsverträge ergänzt werden. Vorgesehen ist, die Vergütungsansprüche aus dem Vergleich in Höhe von 60 US-Dollar für jedes bis zum 5. Mai 2009 in den USA digitalisierte Buch geltend zu machen. Gleichzeitig will die VG Wort die Entfernung von vergriffenen und lieferbaren deutschen Büchern aus dem Digitalisierungsprogramm erreichen. Darüber hinaus soll der Gesellschaft das Recht eingeräumt werden, die digitale Nutzung von vergriffenen Werken zu lizenzieren. „Das gilt aber nur, wenn die Rechteinhaber damit einverstanden sind“, sagte der Geschäftsführende Vorstand der VG Wort, Robert Staats. Bei lieferbaren Werken besteht die Möglichkeit für Autoren und Verlage, mit Google direkte Verträge über die Nutzung zu schließen.

Für Autoren ist auch ein vollständiger Austritt aus dem Vergleich oder die Geltendmachung von Einwänden bis zum 5. Mai 2009 möglich. Diese Rechte müssten allerdings individuell und nicht über die VG Wort geltend gemacht werden, ihre Durchsetzung in den USA gilt als schwierig. „Die VG Wort rät von so einem Schritt eher ab“, sagte Staats.

Insgesamt sieht Staats das deutsche Urheberrecht durch Missbrauchsmöglichkeiten im Internet gefährdet. Es gebe bisher kaum Möglichkeiten, Urheberrechtsverletzungen im Internet effektiv zu verfolgen. „Das ist bis jetzt ein ungelöstes Problem“, sagte Staats.