re:publica 2010

"Ich twittere, weil es geht"

Morgenpost Online hat sechs Berliner zu ihren Erwartungen an die re:publica und die Entwicklung der sozialen Medien befragt. Markus Angermeier (36) alias Kosmar lebt und arbeitet in Berlin, ist Twitterer aus Passion und freier Grafik- und Web-Designer. Sich mit maximal 140 Zeichen auf das Wesentliche zu konzentrieren, ist für ihn eine Herausforderung.

Morgenpost Online: Wie „Web 2.0“ sind Sie?

Markus Angermeier: Es gibt Menschen, die sagen ich hätte es erfunden. Das stimmt aber nicht. Meine Name ist bei Wikipedia unter Web 2.0 nur beiläufig erwähnt.

Morgenpost Online: Warum twittern Sie?

Angermeier: Weil es geht und man es von mir erwartet. Ehrlich gesagt, mache ich auch noch viele andere Dinge.

Morgenpost Online: Nerven bei Twitter die 140 Zeichen nicht manchmal ganz schön? Und was macht Ihnen dabei so richtig Spaß?

Angermeier: Ich behaupte immer das Verdichten aufs Wesentliche ist eine besonders intellektuelle Leistung. In Wirklichkeit habe ich aber einfach nicht mehr zu sagen als 140 Zeichen. Die Konversationen, die belanglose und bedeutsame Gedanken anstoßen, sind natürlich das Interessante. Und jene werden oft auch außerhalb geführt.

Morgenpost Online: Was ist Ihr nächstes Projekt?

Angermeier: Woher soll ich das wissen?

Morgenpost Online: Stichpunkt Soziale Netzwerke - was kommt Ihrer Meinung nach Twitter, Facebook und Co.?

Angermeier: Allgemein wird erwartet, dass die Kuck-mal-wo-ich-gerade-bin-Welle in die Breite schwappt. Also Latitude, Foursquare, Gowalla, Locali etc.. Twitter und Facebook gehen nicht ohne Grund auch gerade stark in dieses Feld, das aus Deutschland schon sehr früh von Plazes beackert wurde. Ob das nun so wird oder nicht, alles wird mobil und noch echtzeitiger und dadurch sowieso bezogener auf „das hierjetzt und ich und meine Freunde“. Das wird der Werbe- und Nachrichtenmarkt langsam aber sicher auch bemerken. Hyperlocal News, Social Games und Augmented Reality werden aufeinander treffen und eine fette Buzzword-Party feiern.

Morgenpost Online: Besuchen Sie die re:publica? Und wenn ja, welche Veranstaltung werden Sie auf keinen Fall verpassen?

Angermeier: Ich mache nie Pläne für so etwas, es kommt ja immer anders. Das wichtigste sind die Menschen. Man sollte sich etwas aussuchen, worüber man noch wenig weiß und wo man neue Leute treffen kann. Die bekannten trifft man wahrscheinlich sowieso.